DR. MAHLERS GESAMMELTE BÄNKE XXIII

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Archibald Mahler ärgert sich. Die Bank ist schön. Es ist also sinnfrei das Ärgern. Archibald Mahler weiß das. Aber er ärgert sich. Wenn man sich ärgert und trotzdem nicht nur dumm ist, was heißt manchmal ist man schon sehr dumm und weiß auch darüber, ist das Ärgern gleichzeitig Genuß und Qual. Die geladene Seele will die Eruption, das sinnende Hirn lacht sich ins Synapsenfäustchen. Wie dumm. Aber Ärger muß auch mal. Es hat mit der Moral zu tun. Archibald Mahler preßt seinen Pöter auf die Bank, auf diese wirklich schöne, ruhige, wohl ins Grün hinein gesetzte Bank, in der Hoffnung die Bank spreche zu seinem Pöter und dann zu seinem Herzen und sagte zum Beispiel, wie sinnfrei das Ärgern, aber Archibald Mahler ärgert sich. Das kommt von was, das Ärgern. Meist vom die Augen aufhalten. Das Auge ist offen, etwas kommt rein und dann ist es drin. Und soll da nicht sein. Paßt nicht. Stört. Soll raus. Und der Ärger? Na ja! Schmeißt es wieder raus, das Unangenehme. Irgend etwas aber spricht mit moralisch gestrecktem Finger: Ärger nicht gut sein! Ach, Pustekuchen und Potzrembel! Archibald Mahler ärgert sich. Die Bank ist schön. Der Sommer streichelt sein Fell. Hilft alles nichts. Muß raus! Der Ärger! Was denn? Archibald Mahler sagt: „Der nackte Oberkörper eines männlichen Aufrechtgehers außerhalb eines Freibades oder gar auf Alten Friedhöfen ist eine größere Plage als ein Haufen Hundekacke!“ Archibald Mahler ärgert sich immer noch. Trotzdem steht er auf. „Was ist das denn für eine Bank? Die Bank eines Palastes?“ Das beste Mittel gegen Ärger ist die Ablenkung.

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Autor: Christian Lugerth
Datum: Montag, 27. Juni 2011 21:54
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