Verschlungene Pfade suchen im Hinterland / 004

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„Herr Budnikowski! Was war gut letzte Woche?“

„Der Running Gag mit den ‚Toten Hasen‘ in den Nachrichten neben den Nachrichten. Hey, hey, hier kommt Kuno!“

„Vorhang auf für ein bisserl Horrorshow! Läßt sich wohl nicht vermeiden!“

„Und Mahler? Was sagen Sie?“

„Sehen Sie den Gekreuzigten hinter dem Sänger an der Wand! Kam mir kürzlich von Ihnen zu Ohren: ‚Zuversichtlich bin ich nicht, aber es gibt Hoffnung!‘ Dies soll mir Triebfeder sein! Äh … natürlich auch uns. Was blieb Ihnen sonst so im Gedächtnis?“

„Das hatte ich gehört: ‚Das Falsche muß nicht immer das Richtige sein!‘ Überraschend um die Ecke. Schön banal gescheit!“

„Gefällt mir auch! Und wie halten wir es mit dem Reim heute?“

„Schwierig! Dem Tag angepasst?“

„Oh Blasphemie!“

„Nein. Richtig ernst meinen! Geht das noch?“

„Eigentlich Aufgabe der Aufrechtgeher!“

„Genau! Klauen wir heute beim Ehrenwerten Ernst Albert!“

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den frieden nun störe der fronten

störe und höre hin und her und

halt dich fern gern

von den allzu klaren

nur ein fremdes auge

bildet dich ab

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Verschlungene Pfade suchen im Hinterland / 003

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„Und heute immer noch drinnen?“

„Draußen stürmt es, Mahler!“

„In mir, teurer Budnikowski, stürmt es ohne Unterlaß!“

„Als würde mir dies, teurer Freund, entgehen!“

„Die Bohne interessiert dies nicht die Bohne! Sie rast vor sich hin in Wachstum!“

„Unsui!“

„Wie bitte? Unsinn! Ich verbitte mir jegliche Beleidigung. Vierundzwanzig Stunden vor der Kreuzigung.“

„Unsui! Wir sind Novizen auf unseren Pfaden. Unsui! Japanisch!!!“

„Dann sprechen Sie halt deutlicher!“

„Are you mad at me?“

„Noch ein englischer Ausdruck von Ihnen in die Alltagssprache gedengelt und sie fliegen hier raus!“

„Drohen Sie mir?“

„Budnikowski!“

„Mahler!“

(Längere Pause. Geben wir ihr ihre Zeit. Der Pause. Sie können solange Mittagessen machen. Oder die Mülltonnen rausstellen. Oder die Katze füttern. Und zur Not nachdenken.)

„Budnikowski? Können Sie verzeihen!“

„Meine leichteste Übung. Wer den Streit vermeidet, weil er nicht verzeihen kann, bleibt ein Leben lang vor seinem Spiegelbild stehen.“

„Sie überraschen mich immer wieder und immer mehr!“

„Mahler! Gerne!“

„Ich habe über den Unsinn … äh … Unsui nachgedacht. Während unseres Schweigens. Wir müssen uns treiben lassen wie Wolken. Auch wenn sie wasserschwer. Und wir müssen darauf vertrauen, daß die Regentropfen unserer Seele, fallen sie auf die Erde, entweder versickern oder sich einen Weg suchen ins Meer.“

„Oder lediglich in den nächsten Tümpel?“

„Würde mir auch reichen, mein Freund!“

„Gibt es dazu einen Reim?“

„Sie kennen mich doch!“

„Her damit!“

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„streckten sich hände

als ich den Himmel kratzte

in meinem kopf ein Meer

*

das rinnsal zwischen den Steinen

ein hungriger Frosch springt zu hoch“

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Verschlungene Pfade suchen im Hinterland / 002

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„Budnikowski! Montag war vorgestern!“

„Manche Aufbrüche ziehen sich, Mahler!“

„Daß wir aber nicht abbrechen, bevor überhaupt etwas geschah!“

„Nehmen wir die Bohne. Man kann sehen wie sie wächst! Täglich!“

„Und was nochmal macht die Wanderübung, Budnikowski?“

„Wir müssen unsere eigene Wanderübung erfinden!“

„Hase! Haben Sie heute überhaupt mit der Bohne gesprochen?“

„Mahler! Haben Sie die Mülltonnen rausgestellt?“

„Warum?“

„Ich hatte den Ehrentag der Pflanze heute vergessen! Und Sie?“

„Lassen Sie uns nicht mehr von Mülltonnen sprechen! Budnikowski! Die Wanderübung! Also!“

„Angya. Ein angehender Williger und dem Wissen Folgender bricht auf. Von der Gedenkstätte zum Kloster zu den sanitären Anlagen und wieder ins Kloster und zufällig kommt er irgendwo vorbei. Geplanter Zufall. Und dann? Vorbei! Genau!“

„Und gerne mal hinschauen dann?“

„Sollte man! Mahler! Und es gibt aber nunmal keine Belohnung.“

„Das sagen Sie. Budnikowski! Heute sind Sie dran!“

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„wird schon werden Welt

will ich rufen über den

Tisch der zwischen uns

schweigt nicht abgeräumt

noch nicht gedeckt wieder

bleib sitzen

Zeit

die wir nicht hatten

die Bohne wächst

ohne uns

zu schnell

bleiben wir

Gemach“

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Verschlungene Pfade suchen im Hinterland / 001

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„Mahler! Montag war gestern!“

„Manche Aufbrüche ziehen sich hin, Budnikowski!“

„Daß wir aber nicht abbrechen, bevor überhaupt etwas geschah!“

„Nehmen wir die Bohne. Man kann sehen wie sie wächst! Täglich!“

„Und wo nochmal wäre das Gedichtkissen, Mahler?“

„Wir müssen unsere eigenen Gedichtkissen finden!“

„Wo man findet man die?“

„Wir müssen Orte aufsuchen, die Bedeutung haben für uns, die Welt und zur Not auch für befreundete Aufrechtgeher! Und die dann bedichten oder besingen!“

„Erstmal Bewundern?“

„Kann ein Anfang sein!“

„Also Pelagias Bohne ist quasi unser erster Übungsacker!“

„Machen wir! Wer gibt?“

„Der, der fragt.“

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„geduldig strebt sie

himmelwärts eine bohne

ich hege hoffnung“

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Des Mahlers Rückkehr und der Budnikowski folgt nach! Oder ist es diesmal umgekehrt? / 007

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„Und? Mahler?“

„Ich bin positiv …“

„Wie bitte? Auch wir können das inzwischen …?“

„Quark im Hirn, Budnikowski. Positiv gestimmt bin ich!“

„Das glaub ich jetzt nicht!“

„Utamakura!“

„Hä!“

„Gedichtkissen!“

„Doppel – Hä!“

„Sie erinnern sich als wir schon mal auf den Spuren Bashos durchs Hinterland wandelten?“

„Ja! Angya! Die sogenannte Wanderübung auf verschlungenen Pfaden.“

„Wäre nur ein Vorschlag für ab Montag!“

„Wie ich Sie kenne, Herr Mahler, haben Sie schon ein Vorwort verfasst!“

„So ist es!“

„Her damit.“

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„in weichen daunen

füße noch stillgehalten

wanderte ich schon“

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Des Mahlers Rückkehr und der Budnikowski folgt nach! Oder ist es diesmal umgekehrt? / 006

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„Und? Budnikowski?“

„Ich bin positiv …“

„Wie bitte? Auch wir können das inzwischen …?“

„Quark im Hirn, Mahler. Positiv gestimmt bin ich!“

„Das glaub ich jetzt nicht!“

„Ich habe jetzt auch so ein Gedicht gemacht wie Sie! Deshalb!“

„Hä?“

„Ich habe in den Spiegel geschaut!“

„Hä Nummer zwo!“

„Na die Sachbuchliste verwursten!“

„Verstehe. Sie auch ein Jäger und Sammler der manischen Buchstabenejakulierer!“

„Soll ich vorlesen?“

„Gerne!“

„Du darfst nicht alles glauben, was du denkst

Putins Netz

Alles, was wir nicht erinnern

Nachts im Kanzleramt

Wer schweigt, stimmt zu

Das Maß ist voll

Jeder soll von da, wo er ist, einen Schritt näher kommen

Wenn ihr wüsstet

Nationale Interessen

Freiheit für alle

Die Heldin reist

Blauäugig

Liebe in den Zeiten des Hasses

Kopfarbeit

Hitlerwetter

Hinter dem Lächeln

Was Politiker nicht sagen

Pfoten vom Tisch!

Seid ihr noch zu retten?!

Adrenalin“

„Jetzt ist mir richtig warm. Können wir los?“

„Es ist noch nicht Montag!“

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