Ein Leben ohne Peng! / Teil Zehn / O ilios

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Ein Vorwort nur: Und so kam der übermutige – Stop lieber Säzzer! Nix übermütiges jetzt tippen! Ist Absicht so! – Dädalus der Sonne zu nahe und stürzte unter den Augen seines Vaters Ikarus, der ihn eindringlich gewarnt hatte vor der Rachsucht des Helios, vor den Ufern der Insel Ikaria ins ägäische Meer. Man sollte es dennoch riskieren. Was bitte? Sich allzu großer Hitze zu nähern. Sei es im Gefecht, im Gespräch oder in den eigenen wütigen Innereien. Einen Feuerlöscher aber im Handgepäck mitzuführen, das ist durchaus empfehlenswert. Findet auch der neue Lektor dieser Seite. Sein Vorgänger mußte leider wegen permanenter emotionaler Überbelastung vor die Türe gesetzt werden. Dies nur eine kleine Information des verlegend verlegenen Verlegers. Nach einem von der OHL genehmigten Einwurf geht es direkt danach weiter im Text.

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Des glaub i doch it! Hond etz elle ein an der Waffel? Grüßle vom Säzzer! Gelle!

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„Guten Morgen, bester Herr Budnikowski! Es sonnenblumenscheint aber ordentlich hier draußen.“

„So scheint es eben, also derzeit, werter Herr Mahler! Möge es ein bisserl abfärben auf uns. Gelle! Auch wenn der Sommer ein anstrengender Sommer war. Aber die Reste des späteren Sommers sich auf den Pelz brennen zu lassen, das schadet nicht!“

„Wahrscheinlich haben Sie recht. Auch im Hinblick auf kommende Herbste. Mal wieder Zeit ans das Sammeln und das Speichern von Vorräten zu denken.“

„Die meisten Speicher sind ja nachdenkenswert leer. Entweder Altersschwäche. Oder Defätismus. Man sollte sich dennoch nicht von der allgemeinen verfinsterten Verstimmung anstecken lassen.“

„Also lieber ein wenig Wettstrahlen mit dem in den letzten Monaten arg nervigen Zentralgestirn? Des Dädalus Erben quasi?“

„Halten Sie mich für naiv, teurer Bär, aber vielleicht ist dies der zu beschreitende Steg. Rechts geht es in die Tiefe, links kann man abstürzen. Aber es gibt nur diesen einen Pfad! Gelle!“

„So ist ist es wohl. Sicherheiten? Tschö! Dieser Steg wird kein einfacher werden, weil er kein einfacher ist. Vor allem nicht für einen wankenden Zweifelsursus wie mich.“

„Ihre Zweifel in Bärenehren, jedoch sollte man sich nicht viel zu lange im Kreise verkreiseln! Und alle alten Wunden begeistert aufpuhlen!“

„Huch! Nettes Liedlein! Kenne ich gar nicht so von Ihnen!“

„Unterschätzen Sie nicht die hintersten Winkel meiner Plattenschränke! Gelle!“

„Tja. Man war ja doch recht trummelig in den letzten Wochen!“

„Nehmen wir einfach das ganze gelbe Gestrahle als eine Art Verpflichtung in Sachen Neugier und Resthumor!“

„Einfach? Naja! Eine Art Pakt also mit Ihnen, Hinkefuß Kuno?“

„Wenn Sie so wollen, bester Heinrich Mahler!“

„Hatten wir das nicht schon mal? Und müssen wir davon nicht schweigen? Und was ist mit den blinden Passagieren?“

„Sollen mitkommen. Ist drauf gepfiffen.

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Ein Leben ohne Peng! / Teil Neun / Agapi

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Einem längeren Schweigen zuzusehen? Dies mag eine Herausforderung sein. Es befreit andererseits von der Mühe allzuschnell von Emotionen erhitzt übergekochte Milch von der Herdplatte kratzen zu müssen. Wie ist die Lage im Hinterhof zu Mittelhessen, in dieser Oase umzingelt von Kleineren oder Größeren Häßlichkeiten? Hören wir einfach mal rein!

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„Ta léme to proí!“

„Ja su, ta leme!“

„Danke, Meister Budnikowski!“

„Wofür, Herr Bär?“

„Daß Sie mich so lange schweigen ließen!“

„Entschuldigung!“

„Wofür?“

„Daß ich nicht früher auf eine Antwort bestand!“

„Tut mir leid! Das Schweigen!“

„Danke trotzdem. Für das Schweigen! Und sonst?“

„Ach. Ohne die Sonne der letzten Wochen atme ich auf!“

„Ja, es war zu heiß, lieber Mahler!“

„Nicht der alles verbrennende Planet sorgte mich, sondern die Hitze, die die gnadenlose gelbe Kugel in den Hirnen der Aufrechtgeher (Falls man die überhaupt noch orten kann! Herzlichst: Der Säzzer!) auslöste. Es bleibt mir weiterhin ein Rätsel!“

„Tja! Der Anspruch! Als ob pure Existenz, die nichts mehr ist als ein genetischer Zufall, die große Lebensbelohnung inkludieren müßte!“

„Budnikowski!? Wo studieren Sie, da ich schweige, die großen Denker?“

„Manchmal fällt einem das Offensichtliche vor die Pfoten! Wenn Hase sich so umschaut!“

„Tja. Selbstgerecht ward immer schlecht! Bist Du ein Goldfisch, sei kein Hecht!“

„Wer hat das jetzt schon wieder gesagt?“

„Keine Ahnung! Bleibt mir weiterhin ein Rätsel! Ich spitze solange mal den Bleistift!“

„Ich pfeife derweil, bis zum nächsten Sonnenaufgang, ein kleines Lied. Genehmigt?“

„Ich bitte, ja flehe fast darum!“

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Natürlich wäre es sträflich zu verschweigen, daß erst ein beherzter Tritt … ähem … Auftritt … aka Einwurf oder so …  des Lektors des Ehrenwerten Herrn Ernst Albert, man möge sich doch endlich mal wieder hier auskot … (Stop! Zensiert! Bessere Wortwahl durchaus angebracht! Gruß vom Säzzer again!) zur Wiederaufnahme der Gespräche der Gefährten geführt hat. Danke dafür und eine Entschuldigung für die Sendepause der Laberköppe.

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Ein Leben ohne Peng! / Teil Acht / I Siopi

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Da sind sie. Wieder. Vereint? Es fällt immer schwerer, den Bildern zu vertrauen heut‘. Trotz hellenischer Anmutung. Zwischen den Gefährten das Schweigen aber, grau und fest, weist eher gen Norden. Gestatten wir jedoch dem Bild, falls wir es betrachten sollten, etwas an Glaubwürdigkeit, fällt da offensichtlich hirnstrangulierende Hitze vom fahlen Augusthimmel. Oder it? Die Vöglein schweigen auch in den Städten. Lange schon. Man betrachtet sich. Hat das Gegenüber noch Augen? Bleibt es wortlos? In sich gekehrt? Dort, wo man meist vergessen hatte, zu fegen gerne mal? Kehrwoche ignoriert?

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Der Betrachter mag nicht mehr(?) urteilen. Jedoch ein Schweigen ist durchaus von Wert, solange Innereien nicht auf stumm gestellt, um zu verhindern, daß gedankenbefreit Silbengestammel  und anderes Wortgehüpfe aus dem Gehege der nachtknirschenden Zähne entfleucht in alter Hast und Unruh‘. Hoch, so hoch, drückt das Blut durch die Gefäße und leert die Synapsen arg und schnell. Zu schnell.

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So fassten wir also den Entschluß, der Begegnung der ZWEI Genossen beobachtende Zeit zu gewähren. Viel Zeit. Bis die Uhr ohne Unruh steht allein im Wald. Wie das Männlein, welches erinnert. Still und stumm. Auf einem Bein herum. Solange warten wir gerne auf das zweite Bein. Spiel oder Stand. Punkt? Nee! Uns reicht für heute dieses kleine Zucken der beiden Mundwinkel – wir wiederholen uns: Traue man nicht den Abverbildungen! – und wir interpretieren dies als Wiedersehensfreude. Pfeift der Hase schon? Oder wieder?

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Ein Leben ohne Peng! / Teil Sieben / Zwischen(t)räume

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Die Gefährten einst (2018?) zu Kardamili / Viel war zu bereden und noch

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Da sitzt man auf einem Stuhl. Aber es ist gar kein Stuhl? Man war sich aber so sicher. Festgemauert in der Erde. Könnte es sein, man sitzt auf dem störrischen Rücken eines Esels? Nichts bewegt sich. Also doch ein Stuhl? Jetzt wackelt der Stuhl. Vibriert. Bebt er gar? Ein Massagestuhl in einer Einkaufspassage, der einen wieder flott machen soll, neue Erkenntniswaren zu erwerben? Blödsinn! Wenn der Stuhl beginnt sich zu bewegen, ist es vielleicht der Rücksitz einer Kreidler Florett! STOPP!

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Mahler und Budnikowski kreidlerten in den letzten Tagen und Wochen umeinander herum und vertieften sich, man muß fast schon von einer Selbstversenkung sprechen, in der Suche nach einem: „Wo bin ich eigentlich und wer ist da auch noch da?“ Man fand sich nicht. Soweit die Fakten Fakten Fakten. Der Ehrenwerte Herr Ernst Albert, in den letzten Wochen und Monaten selbst von hirnschwerer Verwirrung heimgesucht, versuchte zu helfen und flutete die Aufenthalts(t)räume der Herren und Gefährten mit einer ordentlichen Portion REMBETIKO! Das Schwere im Leichten suchen und umgekehrt. Draußen bollerte weiterhin die dumme Aufrechtgeherhitze und es regnete kaum mehr bis eher überhaupt nicht mehr. Und dann? Ein schwerer, trunkener träumevoller Schlaf schlug zu. Bei Kuno, dem stets Erwartungsfrohen: IN DIESER WEISE. Beim Mahler, dem Bären, der altes Laub gerne mit seinem Rechen durchsiebt und sortiert nach Eindrücklichkeiten und noch verwertbaren Esskastanien: IN JENER WEISE.

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Was uns Hoffnung macht? Man hörte sie, beide in ihren Zwischen(t)räumen strampelnd ein bisserl, ja, schnarchend, miteinander flüstern. Man hatte sich wieder getroffen wohl. Gefunden auch? Psst!!!!

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„Du schmälerst durch Schweigen die eigene Größe. Ich sag dir, dann fehlt deinem Leben der Sinn.“

„Die Wette des geglückten Lebens kannst Du nur verlieren.“

„Psst! Mahler? Morgen unten! Ich wäre da!“

„Budnikowski! Mit!“

„Ta léme to proí!“

„Ja su, ta leme!“

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Ein Leben ohne Peng! / Teil Sechs / Dritte Antwort

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Den Budnikowski erfasste Vertigo. Ein Schwindel. Oder der Schwindel. Er hatte des Bären Antwort erhalten und sah ihn nun sitzen. Da. Wo? Er ahnte. Zu den Füßen eines kleinen Baumes sitzt der Mahler. Zu den Wurzeln eines kleinen Baumes, nun wieder auf dem Pöter, sitzt der Bär, zu den, am Fuße des kleinen Baumes wurzelnden, Füßen, an den kleinen Baum gelehnt, der in diesem Lande niemals wird tragen eine Frucht, außer in sentimental verlogener Rückschau eventuell. In Budnikowski reimte ein Poem, welches er vor wenigen Tagen, geschuldet seiner bärenfreien Langeweile, auswendig lernte. Wer macht so etwas schon dieser Tage noch. Er rezitiert und denkt so vor sich hin:

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Der Pflaumenbaum

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Im Hofe steht ein Pflaumenbaum
Der ist klein, man glaubt es kaum.
Er hat ein Gitter drum
So tritt ihn keiner um.

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Der Kleine kann nicht größer wer’n.
Ja größer wer’n, das möcht er gern.
’s ist keine Red davon
Er hat zu wenig Sonn.

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Den Pflaumenbaum glaubt man ihm kaum
Weil er nie eine Pflaume hat
Doch er ist ein Pflaumenbaum
Man kennt es an dem Blatt.

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(Bertolt Brecht / 1934)

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So dachte er also nach und entschied sich für eine neuerliche Antwort an den Mahler.

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Yassu, bester Mahlerios!

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Ich vermute, ich kann Sie erblicken. Von hier und von da. Da wo ich bin, also ich. Ein wenig bewegen muß und kann ich mich dann schon auch. Den Blick schärfen und dann wird gesehen. Mir schwindelt. Oder haben Sie etwa geschwindelt? Ist Ihr Foto und sind die Oliven von (K)einer (I)ntelligenz produziert? Man wird ja immer furchtsamer dieser Tage. Ich stehe nun auf und begebe mich ans Fenster. Nach hinten. Gaanz laangsaam. Da auch ich dieser Tage gerne an unsere Hellasereien erinnere: Treffen wir uns einfach dort.

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S’agapo, mein bester Bär

Ihr Haselaos Budnikomnos

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Ein Leben ohne Peng! / Teil Fünf / Drittes Schreiben

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Archibald Mahler sitzt wieder auf seinem Pöter. Macht darum kein großes Bohei. Es geschah. Wie? Warum? Woher? Jetzt sitzt er draußen. Es ist unerquicklich heiß und in der Luft dräut ein Gewitter, was leider meist um die kleine häßliche Stadt in Mittelhessen einen Bogen macht. Schade eigentlich. Zurück zu Mahler. Wie? Warum? Woher? Es wird sich schon weisen. Erstmal muß sich der Bär bedanken und schreiben dem Budnikowski. Inklusive eventuell notwendiger Entschuldigung, weil man sich einfach so vom Acker machte. Man mag ja nicht versinken im Selbstmitleid, wie es dem Aufrechtgeher gerne behagt. Was hatte der Geist, bevor er den letzten Brief des Budnikowski verlesen hatte, noch geflüstert?  „Und nur nichts dramatisieren, hier und jetzt, das Drama, es ist da, es läuft längst ab, Schritt für Schritt, von vornherein.“ Sagte er. Der Geist.

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Sehr geehrter Meister Budnikowski!

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Erstmal gilt es mich zu entschuldigen, konnte ich doch Ihre äußerst kompetente und weitgefasste Nachricht nicht so recht würdigen, stand ich doch noch auf dem Kopp und latsche auf meinen Ohren rum. Aber ein Geist – er stellte sich als ein Peter Handke vor – las mir vor, was sie verfasst hatten. Für mich als seit Bärengedenken analoger Leseursus etwas gewöhnungsbedürftig, habe ich doch die meiner Langsamkeit geschuldete Angewohnheit jeden Satz zwei- bis dreimal wiederkäuend zu lesen. Jedoch, dies will ich nicht unerwähnt lassen, ausreichend Erhellung trat ein beim Hören Ihrer Worte. Dafür danke ich sehr. Ich schicke meine Antwort Ihnen per Post und spreche sie aber auch ganz laut in die heiße Luft. Vielleicht können Sie das hören. Irgendwie und irgendwo. Zur Not irgendwann. Und auch wenn ich mich wiederhole: Wir müssen uns wieder treffen. Denke in letzter Zeit öfters an Hellas und des Odysseus Spuren in unseren einstigen Erörterungen.

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Yassu und Adios

Ihr Archilleos Mahlerios

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