Von den Zurückeroberungen eines Alltags in den Tagen des herannahenden Lenzes sprechen, dichten oder singen / 6

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„Tja!“

„Da kannste mal seh’n!“

„Wie meinen, Meister Mahler?“

„Sagt man so, Meister „Lampe“ Budnikowski, konstatiert man Unvermeidliches!“

„Da gibt es keine Kompromisse?“

„Schon, man sitzt nur etwas unbequemer.“

„Und, wie geht es bei Ihnen da drüben auf der Spätwinterseite?“

„Kalt am Pöter ist halt kalt am Pöter. Und bei Ihnen in Vorlenzhausen?“

„Die Farbenpracht hinter mir ist unleugbar vorhanden. In Sachen Celsius und Fellgefühl gebe ich Ihnen recht! Was tun?“

„Sitzenbleiben! Aushalten! Irgendwann eventuell Bewegung!“

„Recht so! Immer wieder vergesse ich, daß wir keine Aufgeher!“

„Wohl bemerkt! Es gibt ein Leben jenseits von Daumen hoch oder Daumen runter!“

„Hoch die Ambivalenz! Hihi!“

„Sehr schön spitzerfindig!“

„Können Sie eine Ambiguität reimen?“

„Man kann es versuchen!“

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Erwachte. Griesel

Sanft schlug auf das Fensterbrett

Noch schneit die Sonne

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(Da sitzen sie die Herren und Gefährten Mahler und Budnikowski. Selbstredend sitzen da auch die Gefährten und Herren Budnikowski und Mahler. Wir befinden uns ja in einer kippelig kniffligen Situation. Den Großteil der hinter uns, Ihnen, allen liegenden Ereignisse können und wollen wir uns, Ihnen, allen ersparen. Vollmundige Vorankündigungen, das ermüdend repetitive Auseinanderklamüsern und Aneinanderreihen des eigenen, unverrückbar klaren Standpunkts, das hektische Getrippel und Getrappel auf den Fluren, in den Hinterzimmern, die unsäglichen Büffetts und bekleckerten Krawatten und Hosenanzüge, durchgestochene Frechheiten und freche Präcoxereien, Bonusmeilen, Bonusmeilen, Begleitdetonationen und Drohnengeschwirr. Nur so viel: Friedensverhandlungen haben stattgefunden und – glauben Sie es oder nicht – man hat eine oder zwei Einigungen erzielt. So glauben wir es verantworten zu können jetzt in den „lebendigfluß“ zu wechseln.)

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„Und nun Mahler, eine (vielleicht) letzte Frage: wer oder was ist dieser stachelige Gummiigel, der seit Tagen oder Wochen zu unseren Läufen?“

„Werter Herr Budnikowski: dieser stachelige Gummiigel, der seit Tagen oder Wochen zu unseren Läufen, man nennt das den Kompromiß!“

„So stachelig?“

„Gewiß! So stachelig!“

„Aber doch für beide Parteien!“

„Gewiß! Für beide Parteien!“

„Nun denn!“

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Als ich erwachte

Auf einer Rose Nachlaß

Ich dachte an dich

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„Budnikowski! Ich will nicht weiter stören. Einfach nur … einfach … nun gut: Einen guten Morgen erstmal! Budnikowski?“

„Hm!“

„Budnikowski! Ich weiß … will nicht weiter in Sie dringen … aber … dennoch … na ja … wie Sie meinen … gibt es eine …“

„Hmm!!“

„…Möglichkeit? Wären Sie … eventuell … ich sehe es ja ein ein … aber … sind Sie denn nur noch …“

„Hmmm!!!“

„… eingeschnappt, Budnikowski, ja fast schon … wie soll ich bemerken … eingerastet … aber …“

„Hmmmm!!!!“

„… die Rosen sind doch schön … obwohl ich von deren Herkunft … na ja … ahne und … jedoch …“

„Hmmmmm!!!!!“

„ … sonnenbeschienen auch …“

„Placebo, Mahler! Plaaceeboo!“

„Wie meinen? Die Sonne?“

„Argh!“

„Die Blumen?“

„AArgh!!“

„Mein Reden?“

„AAArgh!!!“

„Gut! Ich erkläre mich bereit zu Verhandlungen auf der Suche nach Zweisamkeit!“

„Puuuh!“

„Solange einen Reim?“

„Hm! Argh! Puh! Genehmigt!“

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Ein Zweig im Schnabel

Weiße Brustfeder gerupft

Ein neues Morgen

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„Guten Morgen, Budnikowski! Aha! Leichte Veränderungen!“

„Fortschritte jedoch, Mahler, ich kann keine erkennen nicht!“

„Bleiben wir bescheiden, in Warteposition!“

„Nicht Ihr Ernst. Draußen geht anders!“

„Die Nächte endlich aufgeklart, doch eben so recht kalt. Meine alten Narben erfreut dieses keineswegs.“

„Sie zwingen mich schon wieder über den Kompromiß nachzusinnen?“

„Die Kätzchen hier sind Boten und sie kamen von draußen her!“

„Ja ist den schon wieder Weihnachten?“

„Budnikowski! Sie sind ungeduldig. Man fand die Kätzchen am Strassenrande. Eben noch am Boden, nun gerettet uns zum Anblick in der Vase …“

„ … meine Nase! Die juckt!“

(Budnikowski erleidet einen monströsen, seiner Größe kaum angemessenen, Niesanfall. Man sollte über die Entfernung der Pollenschleudern nachdenken.)

„Gesundheit, Glück und ein langes Leben!“

„Weia! Ich glaube, ich lege mich besser noch etwas auf meine Löffel. Bevor ich explodiere. In mannigfaltiger Hinsicht. Und warte, welchen Kompromiß der Herr Lenz in und um unsere Hütte hereinschneien läßt.“

„Ich reime derweilen mal!“

„Tun Sie dieses!“

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Die Knospe trudelt

Zu Boden, noch glänzet Eis

Ein Hastender fällt

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„Und Meister Mahler? Wacher er nun heut?“

„In kleinen Dosen, bester Budnikowski, in kleinen Dosen! Noch zum Beispiel rieche ich rein garnüscht nichts.“

„Kein Wunder! Was Sie röchen, es würde Sie nicht erfreuen. Das Gestrüpp zwischen uns moppert todesnah.“

„Dies ist es, was mein trübes Auge erblickt. Unart der Zweibeiner: das Geköpfe und anschließende Ausstellen gezüchteter Flora!“

„Nun: ein kurzes sich daran Erfreuen sei ihnen zugestanden. Wir jedoch sollten aufbrechen.“

„Noch nebelt es draußen etwas hartnäckig. Hoch wie tief. Und mein ehemals abbes Bein protestiert gegen allzu frühe Hast!“

„Meine, zugegebenermaßen, Geh- aka Hoppelwerkzeuge zucken jedoch schon. Rufen nicht schon Krokusse?“

„Ich höre nur die Krähen und Amsel, welche draußen rumrandalieren!“

„Aha! Unsere mentalen Zahnrädchen greifen schon wieder ineinander!“

„Wie bitte? Erklären Sie sich!“

„Was ich eben eben reimend dachte eben!“

„Ich höre!“

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Gegen mein Fenster klopft

Unruhiger Amselschlag

Ich folgte dem Ruf

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„Guten Morgen, Herr Mahler! Sind Sie wach!“

„Ist der Schnee geschmolzen, Herr Budnikowski?“

„Soweit ich es riechen kann, scheinbar doch endlich mal. Sonst wäre ich bereit zur Räumung.“

„Es ist wärmer geworden, ist es nicht?“

„So scheint es zu sein, nicht wahr?“

„Die plötzliche Wärme ruft ein Reißen in meinen Gliedern hervor. Woher die Wärme so plötzlich kommt?“

„Dies tut sie in den letzten Jahren gerne. Vom vierbeinergemachten Himmel hoch her wohl!“

„Bester Budnikowski, falls Sie wachten, war der Winter ein langer und so mein Schlaf?“

„Weder das Eine noch das Andere. Man ist nichts gewohnt mehr und vermutet hinter jedem leichten Pendelausschlag gleich die Sensationen. Alles geht seinen Gang und die Ebenen weiterhin flach und lang und der Mühen voll!“

„Da haben Sie recht. Ihr Denkkasten wacher schon denn meiner. So sollte ich mich aufmachen ins Neue Jahr?“

„Gewiß und JA, Herr Mahler! Es gibt einiges zu tun und zu bemerken in Erwartung eines herannahenden Lenzes!“

„Nun, Budnikowski, Gefährte! Erobern wir uns geflissentlich zurück, was man einen Alltag nennen mag. Wo steht der Herd?“

„Sie beginnen. Das erste Rezept!“

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Ein Tropfen fällt sacht

Gestern vom Schnee bedeckt

Der Steg ruft heller

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