Old Archi und Chief Kuno am spätsommerlichen See / Vier

…..

…..

„Ist der See, den wir sehen, der See dem wir sehnen nach, Herr Mahler?“

„Oder ist der See ein See, den man mal so oder sieht ohne Sehnen hinterher, lediglich als einen See, Herr Budnikowski?“

„Wenn der Nebel fällt und man ihn nicht mehr sehen tut …“

„ … tut tut tut. Dann fährt ein Schiff vorbei.“

„Dann schlagen die Wellen auf die Strandkiesel. Ein Geräusch, welches mir sehr lieb.“

„Gäbe es dazu etwas, was Sie pfeifen könnten?“

„Gewiß, aber später. Morgen müssen wir wieder nach Mittelhessen!“

„Habe ich nichts dagegen!“

„Oha? Warum!“

„Weil man hier oft zu viel See sieht und säht in ihn hinein Bedeutung“

„Genauer!“

„Sie wissen, dass der Aufrechtgeher nicht mein bester Freund ist. Hier aber sind die noch aufrechtgehiger als woanders!“

„Noch genauer bitte!“

„Ich könnte aus der Hose, die ich nicht anhabe, rausspringen, wenn die Aufrechtgeher ihre Neurosen an Anderen abarbeiten, weil sie ihre DREI Gefühlchen nicht sortiert bekommen!“

„Das macht Sie wütend!“

„Nein! Fürchterlich müde!“

„Dann fahren wir besser nach Hause!“

„Und Sie pfeifen dazu?“

„Von den Wellen!“

…..

Veröffentlicht unter Leben ohne Peng | Schreib einen Kommentar

Old Archi und Chief Kuno am spätsommerlichen See / Drei

…..

…..

„Wenn ich mir was wünschen dürfte, bester Budni!“

„Heraus damit, lieber Mahli!“

„So laut, so laut die Welt geriert der Tage dieser sich, doch Ihr Pfeifen ist mir ein Geräusch, welches ich gerne einordne zwischen all dem Gelärme als Freude und Bereicherung!“

„Halten Sie sich zurück mit den Komplimenten bitte. Sie treiben mir den Fußschweiß ins eh schon sentimentale Äuglein.“

„Wenn ich mir was wünschen dürfte, bester Budni!“

„Heraus damit, lieber Mahli!“

„Regen und Regen und wir uns regen weiter werden.“

„An ihrer Seit’ weiterhin treu und genügsam!“

„Wenn ich mir was wünschen dürfte, bester Budni!“

„Heraus damit, lieber Mahli!“

„Nicht die Zerstörung. Nicht die reine Lehre. Sondern das Mögliche!“

„Bald heißt es: Schana tova umetuka!“

„Wenn ich mir was wünschen dürfte, bester Budni!“

„Heraus damit, lieber Mahli!“

„Ist dieses Lied Ihnen bekannt!“

„Gewiß. Wird gepfiffen!

„Wenn ich mir was wünschen dürfte, bester Budni!“

„Heraus damit, lieber Mahli!“

„Dann halten wir die Schnüss!“

„Bin ich Jesus?“

…..

Veröffentlicht unter Leben ohne Peng | Schreib einen Kommentar

Old Archi und Chief Kuno am spätsommerlichen See / Zwei

…..

…..

„Kann man, Herr Mahler, dies nur eine Frage, aus der Leere auch Lehren ziehen?“

„Man könnte, Herr Budnikowski, dies lediglich ein tastendes Antworten, so den Lehren die Leere entziehen!“

„Herr Mahler, dies aber meine Vermutung, der Aufrechtgeher schöpft lieber aus dem Vollen, selbst wenn der Brunnen schon länger leer!“

„Herr Budnikowski, dies eine Bestätigung meinerseits und von Ihnen wohl geahnt schon, die Völlerei die die Ränzen anschwellen lässt und die Hirne leert, bleibt eine Tatsache!“

„Trotzdem aber, Herr Mahler, mit Freude noch trotz gehöriger Eintrübung, blicke ich auf die restlichen Wasser!“

„Und ganz gewiß, Herr Budnikowski, Seit’ an Seit’ mit Ihrem Blicke der Meinige erfreut – in Maßen gewiß – streift über das müffelnde Gewässer!“

„So also, Herr Mahler, bleiben wir ein bisserl noch? Gelle!“

„Nun denn, Herr Budnikowski, hören Sie hier die Bestätigung Ihres Vorschlages. Sonst?“

„Herr Mahler, mein heutiges Pfeifen!

„Herr Budnikowski, Sie altes Trüffelschwein!“

…..


Veröffentlicht unter Leben ohne Peng | Schreib einen Kommentar

Old Archi und Chief Kuno am spätsommerlichen See / Eins

…..

…..

„Wo sind wir, Mahler?“

„Wäre auch meine Frage gewesen, Budnikowski!“

„Werden wir ausgepackt bald sein?“

„Mag sein. Und wir wieder seiend. Aber dann müssen auch wir auspacken. Möglicherweise werden wir müssen.“

„Mich fällt eben das Gefühl anheim, bester Mahler, unser eben HIER sein könnte ein unlängst hier GEWESEN bedeuten. Compris?“

„Hasenfreund und Frechlöffel! Der Bär wurde schließlich nicht mit dem Klammerbeutel gepudert. Dies wäre auch meine nächste Bemerkung gewesen.“

„Täusche ich mich oder riecht es hier nach dem See?“

„Auch meine Nase erreicht so etwas Vertrautes. Jedoch muß ich bemerken: es riecht nach verdammt wenig See, sollte ich alten Inhalationen vertrauen dürfen.“

„Hörnle?“

„Hörnle!“

„Da schaue ich aufs Wasser, träume von leichten erleichtert leichten Seereisen und mir fällt ein gänzlich konträres Liedlein ein. Vom lieber doch festerem Gestade!“

„Dieser See ist ja momentan eher ein befeuchtetes Gestade! Und, seien wir ehrlich, es müffelt zum Gott Erbarmen hier unten!“

„Ach! Pfeife er sein Lied!“

„Mit allen Winden, die mein Herz noch auszupusten vermag!“

„Efcharisto!“

„Do nich für!“

…..

Veröffentlicht unter Leben ohne Peng | Schreib einen Kommentar

Ein Leben ohne Peng! / Teil Zwölf / elia

…..

…..

„Mahler! Ich entdeckte etwas!“

„Budnikowski! So kenne ich Sie!“

„Man kann so lange leben bis man tot! Aber manchmal dauert es noch länger!“

„Flirten Sie eben mit diesem Bäumchen da?“

„Irgendwie schon!“

„Warum?“

„Ein Olivenbaum nimmt sich einfach nur sehr viel Zeit bis er auf eventuelle Ansprüche reagiert!“

„Das kann schon dauern! Gelle!“

„So ist es!“

„Haben Sie Ihren Baum schon getauft?“

„Nun ja. Poldi?“

„Der wuchs aber sehr schnell. Und endete etwas früher!“

„Olivia?“

„Deren Gefährte lebte von Spinat! Was wäre der nomen diversitas?“

„Dingsbums?“

„Ich glaube, wir machen jetzt Pause!“

„Aber noch nicht Winterschlaf! Gelle!“

„Auf keine Felle. Auch ohne Gelle!“

„Mit!“

„Ein Lied?“

„Gerne! Ferngesteuert, wie wir alle sind!“

…..

Veröffentlicht unter Leben ohne Peng | Schreib einen Kommentar

Ein Leben ohne Peng! / Teil Elf / O phthonos

…..

…..

„So alles Gute komme von oben. Sagen die Aufrechtgeher.“

„Deshalb also, bester Meister Lampe, sitzen wir hier und züchten uns eine Nackenstarre an den Hals?“

„Mahler, mopper er nicht rum! Sie hatten doch nachgefragt wegen der Farben und so, die man Begriffen zuordnet. Grün ist die Hoffnung, Rot ist die Liebe und Gelb sei der Neid …“

„… Entschuldigen Sie den Unterbruch und dann fragte ich, warum die Sonne der gelbe Planet genannt wird, weil wenn man da reinschaut ist alles weiß und gleißend und man ist noch blinder als man eh es ist!“

„Genau! Wollen Sie meine Vermutung vernehmen?“

„Bitte und gern‘!“

„Einmal strahlen tät man gerne selbst und nicht nur für sich, sondern auch für andere. Aber dann wird es einem zu heiß! Und Arbeit ist es auch noch.“

„Etwas kryptisch, aber im Ansatz bedenkenswert. Und weiter?“

„Aber weil es halt nicht mit nur einmal nach oben gucken mit dem Strahlen für sich und vor allem andere klappen tut, schleicht der Neid ins Gedärm. Und der färbt sich gelb, wegen der alten Bezeichnung der kosmischen Wärmelampe und weil man dann auch wütend in seine Windeln, wenn derweil das neue Geschwisterlein gestillt wird …“

„Stop! Stoopp! Stooppp! Herr Budnikowski! Also bitte! Welche Niederungen!“

„Verzeihung! Ich versuche nur die Farbenlehre der Aufrechtgeher nach Hinweisen zu durchschreiten!“

„Vorschlag zur Güte. Um der Farbe Gelb ihren neidischen Stempel zu nehmen und die Sonne wieder zurück ins Spiel zu bringen, summe ich jetzt mal ein Lied! Nur für Sie!“

*

(Längere und durchaus emotionalisierte Pause erfolgt. Der Hase hat feuchte Augenwinkel. Der Bär tut so, als hätte er so etwas nicht nötig.)

*

„Danke! Dieses Gelb schätze ich sehr. Welches unschuldig oder neugierig flutet. Jeden Ort.  Und nicht nur maßlos verbrennt!“

„Reden Sie jetzt von der Natur per se oder vom gemeinen Aufrechtgeher?“

„Ich glaube dies ist schwer voneinander zu trennen! Gelle!“

*

Nun betritt der Ehrenwerte Herr Ernst Albert den Hinterhof, nach dem Rechten, aber nicht nach den Rechten, so rum und anders rum auch, zu schauen, ist dabei sehr erfreut darüber, daß seine felligen Begleiter sich gefälligst wieder annähern und sich in Ihren Gedanken verharken, statt wie Bescheidwisserdrohnen über der Welt zu schweben, den fremden Lärm beklagend und den eigenen Lärm feiernd. Ein – für Fachleute des ewigen Genöhles … ähem … Gepöhles – das nicht endenwollende Mannem gegen Lautern. Und er schenkt den Gefährten ein kleines Wort, wovon er bald auf seiner Baustelle werde reimen werde. Erleichterung. Die Freude jedoch noch verhalten.

*

Das überreichte Wort zum Nachlesen:

„Könnte man Gott sehen, wäre man um keinen Deut weiter. Der Mensch ist eindeutig jenes Ding, das nichts um einen Deut weiterbringt.“

(Georgos Perros / Klebebilder / Neunhundert Seiten / Also Arbeit)

*

(Mit! Der Säzzer!)

…..

Veröffentlicht unter Leben ohne Peng | Schreib einen Kommentar