Von den Harten im Garten 11 / Unterkunft

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„Mahler! Sind wir jetzt unterwegs oder schon da?“

„Budnikowski! Darf ich ehrlich sein?“

„Wenn Sie müssen!“

„Ich kann das Wasser noch halten!“

„Zurück zum Thema!“

„Budnikowski! Im Ernst. Das Eine schließt das Andere nicht aus!“

„Aber man braucht doch eine Unterkunft! Gelegentlich und stets!“

„Das wäre mein Angebot für die nächsten Tage!“

„Aber da fehlt ein Rad!“

„Na ja. Gelegentlich hat man ein Rad ab und trainiert den Vierbeinstand mit den restlichen drei überlebenden Standhilfen!“

„Wird es kalt heute Nacht?“

„Eher nicht!“

„Mahler! Ich mache die Betten, sie kochen den Tee!“

„Und wer holt den Schnaps?“

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Von den Harten im Garten 10 / Windfang

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„Da sind Sie ja, Herr Mahler!“

„Da sind Sie ja, Herr Budnikowski!“

„Und wo sind wir jetzt?“

„Haben wir uns das nicht schon mal gefragt?“

„Wird wohl nicht das letzte Mal bleiben werden!“

„So isses!“

„Mahler, Sie waren weg! Ich blieb allein im Himmelreich!“

„Stimmt so nicht ganz, mein Freund. Ich war woanders!“

„Abwesend bleibt abwesend!“

„Jetzt sind wir wieder hier!“

„Aber wo?“

„Tja!“

„Sie Blödbär! Das war doch meine Frage!“

„Ach so! Am Anfang der Straße, von der ich pfiff!“

„Auf die Sie gepfiffen, die Wahrheit in die Suppe!“

„Wir sitzen ein Leben lang im Windfang!“

„Im Windfang zieht man die Schuhe aus oder die Joppe und hat den Schlüssel zur Eingangstür noch in der Hand? Oder wie?“

„Sie fordern die Ankunft?“

„Nageln Sie mich nicht fest!“

„Es ist der Anfang einer alten Straße. Da sitzen wir. Aber zurückgelegte Meilen können uns im besten Fall gutgeschrieben werden.“

„Mahler! Können wir das Lied nochmal hören, welches Sie vor drei Wochen hier pfiffen?“

„Aber dann von den rollenden Steinen!“

„Extrem erfreulich! Mir gefällt der Bube im karierten Hemd mit dem Fernglas!“

„Vielleicht ist das der Ehrenwerte Ernst Albert!“

„Weia!“

„So schlimm wird es nicht werden!“

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Von den Harten im Garten 9 / Vorfahren

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„Guten Tag, sehr verehrtes Publikum!

Ich bin nicht allein geworden. Ich war nur in mir versunken. Und da dachte der Budnikowski, ich wäre nicht mehr da. Aber ich war nur nicht anwesend. Ich hatte meine Nase in diese Wiese gesteckt und die Gerüche und Bilder, die mir da entgegenströmten, haben mich etwas unaufmerksam gemacht. Ich weiß, daß dies eine meiner unvorteilhaften Charaktereigenschaften ist. Ich bin leicht ablenkbar und verliere mich dann. Wo ich dann bin? Tja! Wenn ich das wüßte. Jetzt muß ich aber noch mehr riechen und sehen und Düfte und Blumen sortieren. Aber ich kenne die Straße sehr genau, auf der ich den besten aller Budnikowskis wiedertreffen werde. Das Lied darüber ward schon gepfiffen. Manchmal weiß man es halt nicht: ist man nun vor – oder nachgefahren! Ich glaube, es ist auch Wurst wie Lachssteak.

Bleiben Sie behütet, weil es ist sehr heiß dieser Tage.

Ergebenst Ihr Archibald Mahler, Bär vom Brandplatz“

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Von den Harten im Garten 8 / Nachfahren

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„Tach auch zusammen!

Ich bin allein. Ist der Mahler jetzt vorgefahren und ich muß nachfahren? Jedenfalls hat er das Himmelreich verlassen. Übernimmt er nun die Bärenmoosalpe und wächst dort fest? Ich weiß dat alles nich. Hier ist es so schön. Und es duftet. Und es summt. Und die Welt ist fern, obwohl wohl eigentlich dies hier die Welt ist. Oder? Heute wäre ich gerne selber eine Blume. Zumindest bis Ende des Monats Kuno … Blödsinn … Juno. Erst dann werden hier die Wiesen gemäht. Die hiesigen Aufrechtgeher warten ab bis die Blumen ausgeblüht und dann erst wird gesenst. Gescheit. Keine Hektiker. Jetzt guck ich noch in den Himmel, der über diesen Hügeln … Blödsinn … Bergen sich sehr bewegt zeigt und wölbt. Was mich wiederum bewegt. Vielleicht sogar inne Richtung von was Majestätischem. Und dann muß ich nachfahren. Oder bin ich dann gar vorgefahren? Wir werden es sehen.

Letzte Grüße vom Himmelreich

Ihr ergebenster Kuno Budnikowski“

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Von den Harten im Garten 7 / Beweismittel

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„Hier, Budnikowski, bester Hase! Lesen Sie! Ich übertreibe gerne, jedoch die Lüge ist mir fremd!“

„Mahler! Da sind Sie nicht allein.“

„Also, es existiert – zumindest hier vor Ort – ein Himmelreich auf Erden!“

„Nun, man benannte diese zugegeben göttliche Wiese derart. Aber, ich zitiere da vor allem alte Worte eines Bären: der Aufrechtgeher neigt gerne zu Übertreibung!“

„Da haben Sie vollkommen recht, zumal Sie mich zitieren, aber hier oben stimmt es!“

„Bevor Sie sich wieder in Ihrer Eitelkeit verlieren, gebe ich Ihnen recht. Mit Vergnügen! Jetzt Sie!“

„Darf ich noch ein bisserl eitel bleiben?“

„Wird sich wohl nicht verhindern lassen! Raus damit!“

„Vom Himmelreich führt ein direkter Weg zur Bärenmoosalpe!“

„Na dann los und hin! Aber es geht bergauf! Aber dann müssen wir wieder runter!“

„Ich habe kapiert. Wer zu lange oben sitzen bleibt, dem wächst Moos am Pöter!“

„Und im Hirnkasterl, lieber Mahler!“

„Budnikowski! Weiterhin vertraue ich unserer Umtriebigkeit!“

„Jawollomann! Morgen suchen und riechen wir weiter an der Welt!“

„Kann aber auch übermorgen sein!“

„Aber schön ist hier schon. Da haben Sie recht, Mahler!“

„Zu schön fast spricht mein blutpumpendes Organ!“

„Weshalb?“

„Du kannst wählen zwischen Wahrheit und Ruhe, aber beides zugleich kannst Du nicht haben!“

„Wer sagt das!“

„Der!“

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Von den Harten im Garten 6 / Himmelreich

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„Mahler! Wo sind wir jetzt?“

„Ein schönes Lied!“

„Hä?“

„Ton Steine Scherben!“

„Kenne ich nicht!“

„Sollten Sie aber! Ich pfeife es am Ende unseres Dialoges!“

„Dann von vorne. Mahler? Wo sind wir jetzt?“

„Im Himmelreich!“

„Hä, die zweite. Drehen Sie jetzt hohl?“

„Nein! Schauen Sie doch selbst. Es ist wunderschön hier!“

„Aber wir sind doch noch nicht tot!“

„Trotzdem im Himmelreich! Genauer gesprochen auf dem Himmelreich!“

„Mir schwindelt!“

„Ich hingegen, Freund Budnikowski schwindle nicht. Morgen gibt es ein Beweisfoto!“

„Man kann neuerdings das Himmelreich fotografieren?“

„Quatsch! Aber Hinweisschilder!“

„Ich gebe es auf!“

„Gut so. Schauen Sie auf die Schönheit zu Ihren Füßen!“

„Und was ist mit dem schönen Lied!“

„Ich pfeife es!“

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