Von den Harten im Garten 3 / Mündungsfeuer

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„Glauben Sie, Mahler, hier leben wir gefährlich?“

„Na ja! Eine Blechbüchse möchte ich hier nicht sein, Budnikowski!“

„Man sagt ja, wer auf Blechbüchsen feuert, schießt nicht auf den Hasen! Stimmt das?“

„Sicher bin ich mir nicht. Aber das ist eh so eine Sache mit den Lebensweisheiten. Fifty / Fifty sag ich mal so.“

„Das heißt, wenn wir hierbleiben wollen, zumindest eine Zeit lang, kaufen wir auch das Risiko mit ein?“

„Besser kann man es nicht formulieren, bester Budnikowski! Nichtsdestotrotz scheint mir dieser Ort hier ein prinzipiell friedlicher Ort zu sein!“

„Glaube ich auch. Sehen Sie das Schild da gegenüber. Da gibt es doch auch ein Lied dazu!“

„Soll ich es Ihnen vorsummen?“

„Wäre nett!“

„Und morgen?“

„Setzen wir uns unter das Schild! Bewegung muß sein!

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Von den Harten im Garten 2 / Die Türschwelle

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„Mahler?“

„Ich höre?“

„So hat man uns denn Einlaß gewährt!“

„Erfreulicherweise, Herr Budnikowski!“

„Aber ist da wer?“

„Ich bin mir nicht ganz sicher!“

„Aber wie soll das gehen? Da öffnet wer die Türe und dann ist man drinnen und dann ist er schon wieder weg!“

„Budnikowski, ich kann mir da keine Gedanken drüber machen!“

„Warum?“

„Weil mir das hier gefällt. Wobei – das gebe ich zu – ein wenig unheimlich ist mir schon!“

„Erklären Sie sich!“

„Schauen Sie mal da drüben!“

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„Jessas!“

„Genau!“

„Da fällt mir ein Lied ein!“

„Singen Sie es laut!“

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Von den Harten im Garten 01 / Erstes Anklopfen

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„Da wären wir!“

„Wo sind wir?“

„Woher soll ich das jetzt wissen?“

„Aber wir sind jetzt hier!“

„Das kriege ich auch mit, Schlauhase!“

„Und wie kommen wir da rein?“

„Einen Schlüssel habe ich auch nicht!“

„Mahler! Warum sind wir hier oder wer hat uns an diese Pforte gebracht?“

„Nennen wir es einfach das Leben!“

„Binsenweisheit!“

„Lebbe ist Binse!“

„Und geht weida!“

„Sag ich doch, Budnikowski!“

„Endlich! Ich will in diesen Garten rein …“

„… der Garten wird nicht Eden sein.“

„Mahler? Wir sollten eine Reimpause machen.“

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Und so weiter. Und so fort. Die zwei Gefährten geraten sich in die Haare ihrer Felle. Nieselregen setzt ein. Es ist schwülwarm und man sitzt vor den Toren und kein Hüter in der Nähe, der bereit ist die Pforte zu öffnen. Situationen, die niemand schätzt. Doch Hilfe naht. Ja. The Old White Upright Go-er called Mister Ernst Albrecht. Er spricht im Dialekt seiner alten Heimat zu den zwei ineinander Verzahnten, die Einlaß fordern, der ihnen noch nicht gewährt wird. Hören wir zu.

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Schell Du it an seller Schelle

Selle Schelle schellet it

Schellest Du an seller Schelle

Selle Schelle schellt

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Und so schellten sie an jener Schelle. Erst schellte der eine. Dann schellte der andere. Und so weiter. Und so fort. Wurde ihnen aufgetan? Wir bleiben selbstverständlich dran. So lange noch ein Lied vom und den Schellen.

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Verschlungene Pfade suchen im Hinterland / 031

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„Mahler! Wir müssen los!“

„Hase! Hetzen Sie mich nicht!“

„Da ist ja wohl andersrum. Viele Hunde sind des Hasen Tod. Sie erinnern sich. Wer hetzt hier eigentlich wen?“

„Budnikowski! Jedoch darf ich bemerken, wie Ihre Ungeduld an meinem Felle nagt!“

„Und Sie prokrastinieren in der Gegend rum. Damit verglichen sind Scholz oder Merkel Spontis!“

„Die zwei von Ihnen erwähnten Aufrechtgeher in Sachen Polis sind mir durchaus bekannt. Aber was bitte, Meister Lampe, ist prokrastinieren?“

„Sie schieben seit einiger Zeit Dinge auf eine lange Bank, eine lange Bank von hier bis nach Wyoming!“

„Seien Sie froh, bester Freund, daß ich nicht die Bank von hier bis nach Kamschatka wählte!“

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(Ähem! Will ja jetzt nicht den Fluß des Gesprächs oder der Gedanken unterbrechen. Jedoch: warne vor der Eskalation. Herzlichst: der Säzzer!“)

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„Mahler! Bitte! Wir müssen los!“

„Gleich kommt ein Gewitter! Ist angekündigt!“

„Das sollten Sie doch selber am besten wissen. Die wahren Unwetter sind die, mit denen niemand rechnete! Glaub ich das!“

„Weia! Budnikowski!“

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(Ähem Numero 2. Siehe oben. Gruß vom Säzzer!)

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Auftritt des Retters. Der Ehrenwerte Herr Ernst Albert naht. Und spricht: „Hallo und Hallöle! Die Herren! Runterkommen! Neues Reiseziel! Koffer packen!“

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PS: Und so sprach doch schon die Omama. Niemals ohne einen Reim ins Bett.

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Den Koffer trage

Nicht hinterher mir mein Freund

Packe ihn jetzt aus

*

Es entspannte sich daraufhin ein Gespräch, wovon zu berichten unhöflich wäre. Es ging voran. Meinte sogar der Säzzer! Wir bleiben einfach dran. Gelle!

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Verschlungene Pfade suchen im Hinterland / 030

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„Mahler? Können wir jetzt mal raus?“

„Budnikowski! Sie überfordern mich! Wir sind doch schon längst draußen.“

„Ich meinte, raus aus dem Schatten!“

„Noch ist der Himmel nicht klar in Gänze. Unter den schützenden Blättern ist mir ganz wohl.“

„Man behauptet, ab übermorgen werde der Herr Lenz eine vollblutige Frau Sommer.“

„Wer sagt das?“

„Na jene, welche dies behaupten!“

„Was soll ich sagen? Zu behaupten was übermorgen sein werde, ist noch unmöglicher denn wirklich zu begreifen, was gestern war, also wirklich war!“

„Sie haben mich auf meinem Hasenfuß erwischt, bester Bär!“

„Wie meinen?“

„Ich wollte doch mit großem Schwang ansetzen das Übermorgen zu besingen so im Sinne von: und wenn ich heute abgebogen in die mir wohlgefällige Richtung, hab‘ ich das große Los gezogen und fress‘ mich satt an vollen Trogen bis ans Ende meiner Tage.“

„Tja. Bis sie eilt heran die nächste Frage, welche meist der letzten Frage erschreckend ähnelt.“

„Tja. Vermutlich sogar gleicht. Egal. Sie sehen mich verwirrt.“

„Ja. Sie sehen ein wenig verhuscht aus, bester Hase. Mir geht es auch nicht immer besser.“

„Aber Sie kehren zurück aufs Spielfeld, Meister Mahler. Es fällt mir aber nichts ein heute, wo ich doch was versprochen hatte.“

„Dann klauen Sie halt, Budnikowski. Irgendwas. Hauptsache es ist ernst gemeint und Ihr Herz schlägt dazu.“

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„Bei der Betrachtung der Natur im Großen wie im Kleinen, hab‘ ich mir unausgesetzt die Frage gestellt: ist es der Gegenstand oder bist Du es, der sich hier ausspricht.“

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„Ja, die Blümchen neben uns erfreuen sehr.“

„Auch im Hinterhof mag es beglückend wachsen!“

„Wer bemerkte obiges?“

„Unser alter Meister!“

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Verschlungene Pfade suchen im Hinterland / 029

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„So Budnikowski. Sind wir also wieder draußen. Ihr Wunsch war mir Befehl!“

„Nun gut, Mahler. Draußen vor der Tür bestenfalls. Aber vor allem suchen wir nicht derweilen im Hinterland. Das hier ist ein Hinterhof!“

„Was ist daran doof? Da wird man eben manchmal geparkt. Oder parkt dort etwas. Und außerdem regnet es.“

„Sie sind mir ein bisserl ein Weichbär geworden!“

„Sagt der alte Angsthase zu mir!“

„Ja. Das sagt er zu Ihnen!“

„Was juckt Ihnen denn so gewaltig an den Löffeln, daß Sie Tag und Nacht mit den Pfoten scharren?“

„Manche riechen am Aufbruch und ergreifen die Flucht. Eigentlich das Erbteil meiner Vorfahren. Doch da brodelt was in mir, das mir noch fremd.“

„Haben Ihre Vorfahren nicht den Spruch ‚Hoffentlich Allianzversichert‘ an die Wände geklebt?“

„Schlimmer noch. Die haben das sogenannte ‚Rundum – Sorglos – Paket‘ in die Welt gesetzt!“

„Oha. Das schlimmste aller Überraschungseier, falls ich mir nach Ostern und kurz vor Pfingsten diesen nicht sehr gehaltvollen Scherz erlauben darf!“

„Gerne Mahler! Aber sprechen Sie doch mal von Ihrer neuen Fürchtlichkeit. So kannte ich Sie nie!“

„Wer öfters auf die Schnauze fällt, diese dann halt einfach hält!“

„Mahler! Da geht noch was! Warten wir ein bisserl auf die Sonne.“

„Ich sach mal so: Fein. Sie singen davon und ich reime!“

„Alla gud!“

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Sieh! … Die Sonne fällt

Das Meer verschlingt glühend

Es zischt nicht einmal

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Was taucht auf aus den Tiefen

Morgen wissen wir nicht mehr

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„Gefällt mir. Morgen reime ich zum Übermorgen!“

„Das grenzt ja schon an Prophetie!“

„Versuchen kann man es!“

„Der Löwe in Ihnen hüpft ja wild hin und her!“

„Psst! Ich denke nach!“

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