Rau die Nacht und was der Tag gebracht / 11te

…..

RN_12

…..

„Budnikowski! Man stelle sich vor das anstehende Jahr sei ein See. Was täten Sie tun?“

„Mahler! Der Erwerb eines kleinen Segelbootes schiene mir angemessen und dann den Winden lauschen und ihnen folgen! Halsen vermeiden! Und das Kentern auch! Sollte es dennoch geschehen, die Wasser gelassen schlucken und zurück an Bord!“

„Na dann!“

„Mahler! Man stelle sich vor das angehende Jahr wäre ein See! Was täten Sie tun?“

„Budnikowski! Ich säße am Ufer, wie ich oft dies schon tat. Ich schwieg und wiegte mich in den Winden, die die Ufer bepusteten. Gelegentlich doch, ober- oder unterzwerch, schmisse ich Kiesel ins Gewässer und beobachtete die Wellen, die mir zu und von mir weg liefen!“

„Na dann!“

„Davon könnte ich Ihnen heute ein Lied pfeifen!“

„Würde mich freuen zu hören dies in der vorletzten unserer rauen und nachdenklichen Nächte!“

„Ja. Die Müdigkeit. Die Müdigkeit. Hier wäre es! Mein Lied!

„Na dann!“

„Eben!“

…..

Veröffentlicht unter Autor: Christian Lugerth, Rauhnächte | Kommentare deaktiviert für Rau die Nacht und was der Tag gebracht / 11te

Rau die Nacht und was der Tag gebracht / 10te

…..

RN_11

…..

„Verehrter Mahler und Bär?“

„Aha! Budnikowski! Da will doch wer …“

„Etwas nur! Ein letztes Zitat in die Runde schmeißen!“

„Sei so hiermit begrüßt! Aber dann wieder ein eigenes Hirnen! Gelle!“

„Frohes Neues JAAAAA!“

„So? So! Man bewegt sich nun im affirmativen Bereich?“

„Die Geister in diesen wilden Nächten tun ja auch ihr Bestes, um die Wünsche unserer Vergeblichkeit zu lesen!“

„Manche weht ein Schneesturm weg!“

„Aber, Mahler, ist das nicht das Beste? Wenn es wirbelt? Und faucht? Und etliches Gestöber mit Schnee?“

„Wo Sie richtig liegen, liegen Sie an meiner Seite!“

„Ich hätte noch ein Lied zum Glück und den Vergänglichkeiten!“

„Pfeifen Sie es mir!“

„Na dann!“

„Eben.“

…..

Veröffentlicht unter Autor: Christian Lugerth, Rauhnächte | Kommentare deaktiviert für Rau die Nacht und was der Tag gebracht / 10te

Rau die Nacht und was der Tag gebracht / Die 9.

…..

RN_10

…..

„Mahler! Was ist das: Glück?“

„Budnikowski! Dazu fällt mir nichts ein. Ich sitze hier und rede mit Ihnen doch!“

„Aber die Aufrechtgeher wedeln in der Sache gerne mit dem Hemd. Vor allem in diesen Tagen und Nächten.“

„Nun ja. Nachts eher weniger. Tags flutet man die Basare.“

„Wir können uns ja mit Zitaten bewerfen!“

„Gerne! Fangen Sie an!“

„Dumm sein und Arbeit haben: Das ist das Glück.“

„Die Gewöhnung ist der Feind des Glücks.“

„Dies ist die Melancholie des Gelingens. Die Natur hat sie eingerichtet, um die Aufrechtgeher auf Trab zu halten.“

„Die Aufrechtgeher neigen eh zur Unzufriedenheit. Die in diesen Landen Ansässigen sowieso.“

„Man sollte wohl auf ein realistischeres Glücksverständnis achten.“

„Glück ist eine Grießsuppe, eine warme Schlafstelle und keine Zahnschmerzen.“

„Mahler, letzteres gefällt mir sehr gut!“

„Budnikowski! So mir!“

„Na dann!“

„Eben!“

…..

Veröffentlicht unter Autor: Christian Lugerth, Rauhnächte | Kommentare deaktiviert für Rau die Nacht und was der Tag gebracht / Die 9.

Rau die Nacht und was der Tag gebracht / Die 8.

…..

RN_9

…..

„Da isser wieder, der Rauchfangkehrer, Herr Mahler!“

„Budnikowski! Da iss auch wieder der Klee, der Glücksbeschwörer!“

„Da isses wieder das Jahr, jung, unverbraucht und voller Hoffnung.“

„Hoffnung, um die beste Frau Pelagia zu zitieren, ist Haltung!“

„Eine durchaus bedenkenswerte Sichtweise!“

„Die wir uns gerne zu eigen machen könnten!“

„Und Geduld und die Hoffnung nicht schubsen und drängeln!“

„Budnikowski! Wir sollten für heute enden, bevor wir hier zuviel Philosophenpulver verschießen!“

„Ich schließe mich Ihnen an, lieber Mahler, die gestrige Nacht hat zudem etwas Kraft gekostet!“

„Na dann!“

„Eben!“

…..

Veröffentlicht unter Autor: Christian Lugerth, Rauhnächte | Kommentare deaktiviert für Rau die Nacht und was der Tag gebracht / Die 8.

Rau die Nacht und was der Tag gebracht / Die 7.

…..

RN_8

…..

„Mahler?“

„Budnikowski?“

„Das alte Jahr macht sich vom Acker!“

„Und nimmt die letzte Helligkeit mit!“

„Morgen dann neueres Hell!“

„Auch in unseren Köppen. Solange übernimmt ein alter Reimemeister!“

„Mit!“

*

Zu Neujahr

*

Will das Glück nach seinem Sinn

Dir was Gutes schenken

Sage Dank und nimm es hin

Ohne viel Bedenken

*

Jede Gabe sei begrüßt

Doch vor allen Dingen

Das, worum du dich bemühst

Möge dir gelingen

*

(Wilhelm Busch)

*

„Na dann!“

„Eben!“

…..

Veröffentlicht unter Autor: Christian Lugerth, Rauhnächte | Kommentare deaktiviert für Rau die Nacht und was der Tag gebracht / Die 7.

Rau die Nacht und was der Tag gebracht / Die 6.

…..

RN_7

…..

„Mahler? Wäre die Erde eine Scheibe, würde dann das alte Jahr hinten am Horizont runterkippen? Rückwärts gar?“

„Budnikowski! Zur rechten Zeit diese Frage! Scheint mir doch in letzter Zeit der gemeine Aufrechtgeher möchte aus unserer, von den Göttern sehr liebe- und sinnvoll gebastelten, Weltenkugel wieder eine Scheibe pressen!“

„Nun denn! Alle lieben Pizza!“

„Gewiß! Wer nicht kochen kann, muß fühlen!“

„Hä?“

„Ich erhebe mein Brummen wieder die Vereinfachungen. Das Jahr, welches geht, ist das Jahr, welches kommt. Zwischen den Jahren Gräben, Schluchten oder gar Canyons zu verorten, scheint mir nicht von Sinn!“

„Naja. Vanitas oder so. Scheint als ein Bedürfnis vorhanden. Seit ich Sie kennenlernen durfte, glaube ich auch nicht mehr an Neuanfänge!“

„Ist dies nun Kritik, mein Freund?“

„Ha! Reingefallen! Bestätigung! Weitermachen und nach vorne zurückblicken!“

„Darf ich mich bei Ihnen als Zauberlehrling bewerben?“

„Heute Nacht hatte ich geträumt als triebe mich die wilde Jagd!“

„Die letzten Stunden des gehenden Jahres purzeln sich zurecht lautstark und wirr!“

„Sie sprechen in Zungen!“

„Stimmt! Da mir eben der vergessene Wunsch eingefallen ward, den ich stets vergesse, um ihn, den erneut einbrechenden Wunsch, wieder zu vergessen neuerlich.“

„Na dann!“

„Eben!“

…..

Veröffentlicht unter Autor: Christian Lugerth, Rauhnächte | Kommentare deaktiviert für Rau die Nacht und was der Tag gebracht / Die 6.