Kleben / Bilder / Gedanken / Schrank / 011

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Die hohe Bank

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Jetzt sitze ich auf einer hohen Bank und heiße immer noch Archibald Mahler. Ich sitze etwas mittiger als eben noch und es ist noch heißer geworden, obwohl wir noch lange nicht Mittag haben. Der, welcher mich mit meinem Namen versah, steht früh auf. Manchmal nicht, aber sonst immer. Davon auf dieser Bank, die eine hohe Bank ist, heute nichts. Es ist eine Beinebaumelbank (BBB). Ich, Archibald Mahler, der ich seit einigen Jahren wieder beide Beine fest am Leibe habe, baumele mit meinen Gehstumperln eh auf jeder Bank, aber die Aufrechtgeher bauen sich jetzt vermehrt hohe Bänke unter ihre Pöter, um auch mit den Beinen baumeln zu können. Das fördere die Rückkehr in die Vergangenheit. Weißt Du noch? Sorgenfrei baumelt das Kind. Sogar mein langbeiniger Namensgeber kann hier baumeln. Weiß er noch? Oh ja. Aber was? Solche gibt es, die zu wissen vorgeben, was geschah, weil sie es behaupten, andere waren dabei und können sich daran so gar nicht erinnern und manche schätzen die Arabesken und Kurven, die sich im Laufe eines sich langsam ablebenden Lebens an das ein oder andere Ereignis geheftet haben, wie die Kletten an Archibald Mahlers Fell. Also mein Fell. Der Mann, der Archibald Mahler taufte, stiefelt gern durch das Dickicht. Tat er schon immer, sagt er. Ich, Archibald Mahler will und kann das nicht überprüfen. Ich war nicht dabei. Heute aber ist er hier. Gestiefelt durch Dickicht. Und ich auch. Mit Kletten der Erinnerung am Fell. Und was ich – behaglich beinebaumelnd – vor mir erblicke, greift ans Herz. Welche Schönheit! Welches Idyll! Ein Auenland. Ein reiches Auenland! Eine reiche Au im See da unten. Am Horizont der Seerücken, bewohnt von den noch Reicheren, die die Au gerne besuchen, sie zu bereichern. Und das ist ein Geschenk der Götter. Am Abend des sechsten Tages hat Gott noch mal richtig Freude gehabt, Schönes zu schaffen. Hier und da unten. Das denk ich mal, das dies so war. Also mit Gott. Weil selber gebaut, ham die das sicher nicht. Egal. Schönheit ist schön. Beine baumeln lassen auch. Und mein Namensgeber erzählt eine Geschichte, wie er vor mehr als vier Jahrzehnten auf dieser Bank, die noch keine hohe war, am selben Platz aber stand als eine andere Bank und die Füße der Draufsitzer den Waldboden noch berührten, mussten, oder durften, wer weiß das schon, wie er also hier saß, dieses sah wieder und wieder, was das Herz berührte und trotzdem er und seine Gefährten – Nenne keine Namen, sie sind austauschbar im Sinne der Erzählung, der Fabel, der Sage, des heiligen und fürchterlichen Paradies Erinnerung! – sprachen – Wem das Zitat ins Brevier heften? – Ach, nenne keine Namen, sie sind austauschbar im Sinne der Erzählung, der Fabel, der Sage, des heiligen und fürchterlichen Paradies Erinnerung! – also einer sprach: „Was für ein fürchterliches Idyll! Hier muß man weg, wenn man nicht zu einer Bank werden will, nur noch glotzt und ach, so schmerzhaft auch immer es ist. Gehen wir.“ Was sie auch alle taten. Der Leichtsinn und der Mut der Jugend. Und auf dem Weg hinter der Bank, die an einem dezent jähen Abgrund platziert, näherte sich ein Traktor, etwa so alt wie mein Namensgeber, der sinnend auf die reichen Auen blickte, darüber nachsann, wo und wie er damals aufbrach, nun wieder hier saß, auf höherer Bank, nun beinebaumelnd, älter, geschwächter, ernüchtert, aber noch nicht am Ende, das manchmal winkte schon mit schiefem Grinsen. Und da die Traktorjugend mit Kühltasche sich scheu neben die hohe Bank stellte, in respektvollem Abstand, bot der Mann, der mich Archibald Mahler nannte einst – das gefiel mir erst nicht, dann doch – den Dreien die Bank an. Man wäre eh im Aufbruch. Wo ich doch eben erst angefangen hatte zu schauen auf die reichen Auen. Allerdings mußte sich die Jugend noch die Erzählung des alten Rundwanderers anhören, wie, was und wo so und ähnlich auf der Bank – damals ohne Beinebaumelei – gesprochen, gedacht oder gar entschieden wurde. Da lachten sie, ich sah freundliche Schüchternheit in ihren Augen und einer oder war es die eine, sagte: „Schon schön hier!“ Und: „Ich wollt hier nich weg!“ Wir aber mußten, weil ja die Bank freigegeben war. Es wurde noch heißer. Aber ich, Archibald Mahler, ließ mich tragen. So schaute ich weiter in die Bäume, sah den See glitzern, mal rechts, mal links vom Pfad und hörte zu bis zur nächsten Bank.

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Kleben / Bilder / Gedanken / Schrank / 010

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Die lange Bank

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Ich heiße Archibald Mahler und sitze auf einer langen Bank. Am linken Rand sitze ich und rechts von mir ist viel Platz. Die Bank ist frei. Es ist heiß. Dort, wo nichts liegt neben mir, mag und könnte ich einiges hinschieben. Einiges und viel. Was ich auf die lange Bank schiebe, benötigt eigentlich Bänke. Ich sitze aber nur auf dieser einen Bank heute und es wird immer heißer. Man hat mich hierher gefahren auf einem schwankenden, stinkenden, knatternden Gefährt. Eine Rundwanderung steht an. Ende oder Anfang? Das weißt ich nicht. Vielleicht werde ich es bald erfahren. Ich heiße Archibald Mahler, weil mich wer so benannt hat. Das ist lange her. Aber nicht so lange her, wie der, der mich einst benannte, einst oft auf dieser Bank saß. Und auf anderen Bänken. Mein Auftrag ist über Bänke nachzudenken. Denke ich. Rechts von mir ist ein stabiles Gatter. Dickes Holz duftet, wenn es heiß ist. Ein großes, gelassenes Tier blickt mich an. Hinter dem Gatter steht es und schüttelt langsam den größten Kopf, der mir jemals in meinem Leben untergekommen ist. Darüber bin ich froh. Über den Kopf, vor allem aber über das Gatter. Also winke ich frech durch das Gatter. Dem großen Tier ist das Wurst. Der, der mich auf die Bank gesetzt hat, auf die ich einiges hinschiebe in der heutigen Hitze, weil mir noch nichts eingefallen ist, sagt, das große Tier kann viele Geschichten erzählen. Vielleicht ist das große Tier die Geschichte. Struppig, gelassen und voller durchlebter Tage und Nächte und mit einem Auge, welches mir Löcher in mein Fell blickt. Die Zunge des großen Tieres hängt in der heißen Luft und tropft. Fallen mit der Bisonspucke Sätze der Erinnerung auf den braunen Rasen? Wir werden es rausfinden müssen. Der, welcher mich benannte und auf die lange Bank setzte und ich Archibald Mahler. Dann stehen wir auf und laufen los. Die nächste Bank wartet.

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Kleben / Bilder / Gedanken / Schrank / 009

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Habe vergessen, wann ich geboren und vergaß, wann ich starb

(frei nach Zimmermanns ‚Falscher Prophet‘)

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„Weg, von hier und aber weg!“, so rief der Budnikowski laut und schlecht gelaunt. „Weg, von hier und aber weg!“, so rief der Budnikowski laut und schlecht gelaunt, als er den NEUEN (?) Mahler erblickt hatte. „Weg, von hier und aber weg!“, so rief der Budnikowski laut und schlecht gelaunt, als er den NEUEN (?) Mahler erblickt hatte und rief es weiterhin empört, obwohl eben eine kleine Veränderung zurück angeboten ward. „Weg, von hier und aber weg!“, so rief der Budnikowski laut und schlecht gelaunt, als er den NEUEN (?) Mahler erblickt hatte und rief es weiterhin empört, obwohl eben eine kleine Veränderung zurück angeboten ward, diese Veränderung zurück verbunden mit einem Angebot des Ehrenwerten Ernst Albert in Sachen Besinnung. „Weg, von hier und aber weg!“, so rief der Budnikowski laut und schlecht gelaunt, als er den NEUEN (?) Mahler erblickt hatte und rief es weiterhin empört, obwohl eben eine kleine Veränderung zurück angeboten ward, diese Veränderung zurück verbunden mit einem Angebot des Ehrenwerten Ernst Albert in Sachen Besinnung, was aber – Ganz gewiß: VERSTÄNDNIS – dem doppelcoolen Hasen nicht ausreichte. „Weg, von hier und aber weg!“, so rief der Budnikowski laut und schlecht gelaunt, als er den NEUEN (?) Mahler erblickt hatte und rief es weiterhin empört, obwohl eben eine kleine Veränderung zurück angeboten ward, diese Veränderung zurück verbunden mit einem Angebot des Ehrenwerten Ernst Albert in Sachen Besinnung, was aber – Ganz gewiß: VERSTÄNDNIS – dem doppelcoolen Hasen nicht ausreichte, da er wollte und will und wollen wird, es möge bleiben. „Weg, von hier und aber weg!“, so rief der Budnikowski laut und schlecht gelaunt, als er den NEUEN (?) Mahler erblickt hatte und rief es weiterhin empört, obwohl eben eine kleine Veränderung zurück angeboten ward, diese Veränderung zurück verbunden mit einem Angebot des Ehrenwerten Ernst Albert in Sachen Besinnung, was aber – Ganz gewiß: VERSTÄNDNIS – dem doppelcoolen Hasen nicht ausreichte, da er wollte und will und wollen wird, es möge bleiben, nicht nur dieses oder jenes und aber auch der gesamte Rest.

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Hat er doch vollkommen recht mit seinem Einwurf der beste Hase auf Gottes Bretterbühnen. Mahler war ja noch im Meinungsfindungstaumel. Also hopp nei in de Stahlzigarre. (Yeah! Danke!!! So nannte man die Bobdinger damals. Fachmännisch. Der Säzzer. PS: Willi Holdorf nicht vergessen.) Und dann wusch und husch runter durch den Eiskanal. Ok, iss Sommer, also kein Eis, aber Porzellan, das gleiten lässt. Das wäre das Lied zur Fahrt. Aber nur weil der Ringo so toll trommelt, der Achtziger.

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Und wo landet so der Mahler, der aussieht wie jener Mahler, an man sich erinnern mag? Oberbärenburg? Wir befürchten, der kommt ganz wo anders raus. Im Jahre des Paul Breitners (Monaco / MCMLXXIV) sprach einst ein alter Gefährte des Ehrenwerten Ernst Albert zu jenen: „Do, des isch unsere Musik. Süde halt.“ Dort wird die Stahlzigarre wohl landen. Und der Mahler muß mit. Tut er gerne. Der Budnikowski bleibt erstmal zu Hause. Findet er auch gut. Der Mahler war schon au was anstrengend die letschte Tag. Weia!

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Bis denne und Salli au!

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Kleben / Bilder / Gedanken / Schrank / 008

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Gott sei mit Dir. Freund. Bruder.

(frei nach Zimmermanns ‚Mach’s gut, Jimmy Reed‘)

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Wer ist das? Der Andere? Mein Anderer? Das Ich, neu? Schon immer da? Wer hat das getan? Daß ich nun dermaßen aussehe? Welche Version bin ich? Diese Version meines Selbst? Seine ihm eigene Version von mir?

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Der Archibald Mahler war durchaus erschrocken, wie er sich im Spiegel erblickte, also die Version. Das NEUE wütende Gesicht. Bereit zu fressen, um nicht komplett gefressen zu werden. Gut, solches Gesicht nistet zwischen etlichen Augen. Aber will man es sehen? Eher nicht. Und was hat jetzt das Lied vom Zimmermann damit zu tun? Budnikowski war verwirrt. Dann kam, Gott sei gedankt, der Ehrenwerte Ernst Albert vorbei – wir befinden uns in Bärenfels im Erzgebirge – und bot dem noch verwirrten Mahler und Wegbegleiter eine alternative Erscheinungsform seines Selbst an. Da war der ein bisserl erfreuter. Oder gelassener.

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Ach so, wegen der Überschrift. Hier das Lied dazu.

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Kleben / Bilder / Gedanken / Schrank / 007

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Einen ganzen Sommer lang bis Januar

(frei nach Zimmermanns ‚Meine eigene Fassung von Dir‘)

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Aha. Sehen wir mehr. Da wären sie. Der Mahler. Der Budnikowski. Das Holz. Eine ganze Menge davon. Gewachsen über Jahrzehnte und mehr. Gefällt. Tot. Gestapelt. Was wird werden daraus? Warme Stube? Möbel? Stuhl? Grillfeuer? Streichhölzer? Fußbodenleisten? Parkett? Kisten? Wir werden es nicht erfahren. Hören wir trotzdem mal rein, jetzt da man wieder etwas hören kann, während man sieht, falls man hinschaut oder es will.

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„Nun schon seit Anfang Juni und bald beginnt es zu schneien, durchsuche ich Friedhöfe, Klöster und Grabkammern. Gelenke, Hirne, Leber und Herzen benötige ich, ein NEUES Leben zu schaffen.“

„Dies ist wohl der Winter Ihres Missvergnügens. Ich hätte mich gefreut, sie nähmen mich mit, wohin auch immer Sie wandern.“

„Ach. Es wird geschnattert, gebalzt, gequasselt. Volle Nächte. Lange Tage. Nicht eine Minute lang mag ich glauben, was ich höre. Ich will NEUES schaffen. Ungesehen. Ungehört. Sie wissen, was ich meine. Wenn jemand es begreift: dann Sie.“

„Mischen Sie Robert, Gerhard, Mick und Rio. Verrühren Sie das in einem Fass. Barrique? Und hoffen Sie, dies möge Sie retten. Vor sich selbst? Die NEUE Kreatur.“

„Ich mische das Blut eines Kaktus, Schießpulver gemörsert aus sibirischem Eis und ein Pik – Ass. Nehmen Sie die Karten vom Tisch. Sind Sie bereit Ihr Herz zu opfern für das NEUE Wesen? Für das, was fühlt, was ich fühle?“

„Du wirst Klavier spielen können wie Leon Russell, Liberace oder Johannes, der Täufer!“

„Ich werde versuchen zu spielen, an was ich mich erinnere und wir sehen uns vor dem JÜNGSTEN Gericht.“

„Weißt Du, was es heißt zu sein oder nicht zu sein? Manchmal steht die gesamte Geschichte der Menschheit vor meinem Auge. Jetzt sehe ich sie. Sie ist eingegraben in den Falten Deines Gesichts. Gibt es dieses Licht, was leuchtet am Ende des Tunnels?“

„Du wirst es fühlen können, solltest Du beginnen zu hören!“

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Gut. Soweit haben wir hingehört. Wie könnte sie aussehen, die NEUE Kreatur anstelle Deines Selbst? Bleibt was von Mahler übrig? Was wird aus Budnikowski? Was werden wir sehen, nachdem man hinsah? Etwas genauer. Etwas aufmerksamer. Ach ja: hier noch das Lied. (Wartet man dann auch auf eine komplette Übertragung. Oder it? Der Säzzer)

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Und Nachtrag. Der Ehrenwerte Ernst Albert hatte vor kleiner Ewigkeit dem schweigenden, koppwirren, gedankendröseligen Bären was vorgelesen. Der hat sich das gemerkt und verkündet es nun – freudig erregt – dem Budnikowski. Der hört zu.

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„Budnikowski?“

„Ja, Mahler?“

„Hier: ‚Schreiben macht keine neuen Menschen. Aber es schafft Klarheit und Verstehen. Oder doch den Anschein. Und wenn man mit seinen Worten Glück hat, ist es wie ein Aufwachen zu sich selbst, und es entsteht eine neue Zeit: die Gegenwart der Poesie.‘ Ist doch schön.“

„Cool! Wer?“

„Pedro Vasco de Almeida Prado!“

„Wann?“

„Neunzehnhundertdrei in Lissabon.“

„Doppelcool. Manche Dinge bleiben wahr! Oder?“

„Ich liebe Sie, Budnikowski!“

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Kleben / Bilder / Gedanken / Schrank / 006

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Heute und morgen und gestern auch noch

(frei nach Zimmermanns ‚In mir die Vielfältigkeit‘)

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Wir vernehmen Stimmen. Wir hören nichts. Wir ahnen. Vermutungen springen hinein ins Loch. Also, Damen und Herren: hier erste Aufzeichnungen, die man uns übermittelt hat.

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„Die Blumen vertrocknen alle!“

„Sowie der Rest!“

„Ich habe so ein Erzählerherz im Pöter!“

„Ich male manchmal Landschaften, aber auch Akte!“

„Was kommt als nächstes? Was sollen wir tun?“

„Ich gehe, sollte die Welt eine Scheibe bleiben, bis an den Rand und versuche nicht runter zu fallen!“

„Ich ginge dahin, wo alles, was man verloren hat, wieder gut wird!“

„Ich fahre Maserati und esse veganes Döner!“

„Ich habe mir ein Opinel gekauft und trage es offen am Gürtel durch die immer hässlicher werdende Kleine hässliche Stadt in Mittelhessen!“

„Du mieser alter schlechtgelaunter ungeduschter Bär, ich zeige Dir mein Herz auf einem Silbertablett!“

„Aber nicht alles, mein Freund, lediglich die Hälfte, welche haßt!“

„Wir sehen uns unten an der Lahn und auf Deinen Kopp ist ein Kopfgeld ausgesetzt!“

„Was soll ich dazu sagen? Ich schlafe mit dem Leben und mit dem Tod in einem Bett!“

„Halten Sie ihr Maul fern von mir!“

„Ich halte mir alle Wege offen, zumindest die in meinem Kopp!“

„Ich spiele Sonaten von Beethoven und Preludes von Chopin!“

„Ich bin mal Einer, auch der Andere und Etliche mehr!“

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Die Stimmen bleiben ein Widerhall. Von was auch immer. Hier ist das Lied. Wir müssen genauer hinhören. Wie immer. Bis bald. Vielleicht sehen wir dann etwas.

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