Kleben / Bilder / Gedanken / Schrank / 046

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…..

„Gib dem Kaninchen noch eine Möhre!“

(Berti Vogts)

…..

Man war zwar auf dem Teppich geblieben, aber an Schlaf war nicht zu denken hinter den geborstenen Fenstern in diesem einst ehrenwerten und durchaus erhaltenswerten Haus am Rande der Kleinen Häßlichen Stadt in Mittelhessen. Die Nächte sind inzwischen empfindlich kühl. Kurzfristig stand der Vorschlag des Bären im kalten Gemäuer, man könne sich ja in den Teppich einrollen um so etwas wärmer zu liegen. Damit war dem Hasen aber nicht zu kommen. Hören wir rein.

…..

„Auf keinen Fall. Ich bin doch kein Rollbraten. Und dann schlafen wir ein und irgendwelche Gangster finden uns und denken wir sind die Leichen, die sie vergessen haben zu entsorgen und – zack die Karotte – landen wir auf der Müllkippe.“

„Herr Budnikowski, übertreiben Sie da nicht etwas?“

„Mahler! Akzeptieren Sie meine Befürchtungen. Eine wichtige Prämisse bei Gesprächen aller Art in diesen Tagen voller aufploppender Traumata!“

„Mach ich doch gerne. Zumal Sie das richtig sehen. Nicht die Zeitläufte erzeugen die Traumata, den sprießenden Wahnsinn und das orientierungslose Hin und her, das alles wird lediglich freigelegt und so, zugegeben, unangenehm sichtbar.“

„Nichtsdestotrotz plädiere ich entschieden dafür ein anderes Gebäude auf diesem Gelände zu entern. Hinter Fenstern ist mir entschieden wohler.“

…..

Man begab sich auf die Suche. Draußen war es hell, aber kalt. Jedoch die Gebäude, die noch halbwegs bewohnbar aussahen, sie waren fest verschlossen.

…..

„Budnikowski?“

„Mahler! Ich habe Hunger!“

„Ich auch! Und wissen Sie was?“

„Ich höre!“

„Mir fällt auch nichts mehr zum Denken ein!“

„Wegen leerem Ranzen, Herr Mahler?“

„Auch, aber ebenso generell. Man dreht sich im Kreis. Und wir waren hier schon mal und jetzt müssen wir weiter.“

„Kommt der jetzt uns holen? Der … Dings!“

„Na ja!“

„Müssen wir wohl selbst! Oder was denken Sie?“

„Wissen Sie was ein Hobo ist?“

„Hatten wir das nicht schon mal versucht?“

Ich erinnere mich, Budnikowski. Und dann war da keine Lokomotive!“

„Mahler! Da vorne geht die Schranke runter und das Licht blinkt!“

„Na dann mal hurtig!“

…..

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Kleben / Bilder / Gedanken / Schrank / 045

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The blizzard, the blizzard of the world has crossed the threshold

And it’s overturned the order of the soul

(Leonard Cohen)

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„Wollen wir es mal da drin versuchen?“

„Was denn, Mahler?“

„Na ja. Zur Ruhe kommen.“

„Hinter zerbrochenen Fenstern?“

„Man muß den Zustand der Welt akzeptieren. Wir reparieren da nüscht mehr!“

„Tolle Aussichten, Defätistenbär!“

„Budnikowski, vielleicht ist da drinnen noch ein Schrank, ein Bett, Pappkartons. Sehen wir uns mal die alten Sachen an. Kann man alles noch gebrauchen. Die Zukunft verspricht noch einiges an Zuforderungen und Anmutungen. Oder so.“

„Ein ganzes Leben lang mit Maske, Sie Wahnsinniger?“

„Dies sowieso. Wovon Sie sprechen ist der Mund – Nasen – Schutz. Der wird irgendwann wieder überflüssig werden, auch wenn es dauert. Die Maske ist das was darunter ist. Lebenslang.“

„Hä?“

„Jeder trägt sich hinter einer Maske durch das Leben, sonst könnte er gar nicht überleben, denn würde er tatsächlich so aussehen, wie er denkt oder sich fühlt oder er gar tagtäglich zeigen müsste, was er von dem, was ihn umgibt, wirklich hält, man hätte ihn schnell in Einrichtungen der gesellschaftlichen Fürsorglichkeit eingesperrt. Die Maske, defensiv angewendet, dient also dem Überleben im Dschungel namens Zivilisation.“

„Aber es gibt doch auch die eindeutige Falschheit in so vielen Gesichtern!“

„Diese Masken würde ich dann Fratzen nennen, also bewußt aufgezogene Masken, Offensivmasken quasi, um andere zu übervorteilen oder zu erschrecken oder zu manipulieren!“

„Tja und manchmal sehen die ja hyperfreundlich aus, diese Art von Masken!“

„Das sind eben die schlimmsten Fratzen! Schimpansen grinsen, bevor sie angreifen!“

„Gut. Ich eben überfordert. Zurück in den Tag und seine banalen Anforderungen. Sie wollen da wirklich den Winterschlaf halten, in dieser Bruchbude und ich soll mitpoofen?“

„Wo denken Sie hin, Sie Sorgenlöffel! Es wird gleich regnen! Unterschlupf!“

„Ha! Woher wissen Sie das? Kein Wölkchen den Himmel trübt!“

„Erstens spüren dies meine Knochen und zweitens bin ich der Denkbär eines Mannes, der am Bodensee aufgewachsen ist und da weiß man das eben, wie das Wetter so wird!“

„Ha zum zweiten. Das erste Mal seit Wochen, daß Sie wieder Gutes über den Ehrenwerten äußern!“

„Jetzt bleiben Sie mal auf dem Teppich!“

„Genau das schlage ich vor. Rollen wir wenigstens einen Teppich unter unsere Sitzbacken, wenn wir da drinnen weiterdenken wollen. Trockner Kopp und warmer Pöter gebührt sogar dem Schwerenöter.

„Goethe?“

„Nein! Budnikowski! Ran an die Auslegeware!“

„Machen wir! Ähem?“

„Auf!“

„Na ja!“

„Ja was ist denn los, Herr Bär!“

„Ich glaube, der holt uns bald heim!“

„Wie? Machen Sie mal halblang. Der Sensenmann?“

„Nee. Uns doch nicht. Der … na ja … Dings halt. Der weiß doch, wo wir sind. Immer!“

„Wir werden sehen. Jetzt packen Sie mal mit an und ich will das Lied von vorgestern nochmal hören.“

„Aber in einer anderen Fassung!“

„Genehmigt! Zuuuuugleich!“

„Budnikowski?“

„Was ist denn? Der Teppich ist schwer!“

„Mir ist noch was eingefallen! Wegen Masken und so!“

„Los!“

„Hat der Zimmermann mal gesagt. It’s just Halloween. I have my Bob Dylan mask on. I’m masquerading!

„Gut. Davon demnächst. Und jetzt bitte das Lied von vorgestern!“

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The Future (revisited)

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Und dann regnete es … tatsächlich  … nicht. Tja. Man kann halt nicht alles wissen.

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Kleben / Bilder / Gedanken / Schrank / 044

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…..

Things are going to slide, slide in all directions

Won’t be nothing, nothing you can measure anymore

(Leonard Cohen)

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„Und hier wäre ein geeigneter Platz in Sachen Winterschlaf, lieber Archibald Mahler und Genosse?“

„Warum nicht? Augen durch und zu!“

„Hä?“

„Mein Lieblingsverdreher in Sachen Virus. Unlängst in einer der Gazetten der Kleinen Häßlichen Stadt zu lesen, bester Budnikowski und Wegbegleiter!“

„Na ja, häßlich schon diese Stadt, aber so häßlich, wie die Orte, die wir in letzter Zeit aufzusuchen, um nachzudenken?“

„Es hilft die Lage objektiver zu beurteilen. Man macht sich klar, was unter der Oberfläche so rumliegt. Wie sprach einst meine Großmutter in Kamschatka? Ist der Lack erst ruiniert, denkt‘s sich gänzlich ungeniert. Oder so ähnlich!“

„Das haben Sie doch vom Ehrenwerten Herrn Ernst Albert! Oh! Weia! Habe ich den Namen zu früh …“

„Ach, Budnikowski. Sie haben ja recht. Es wird auch für mich Zeit, die längere Abwesenheit des Ehrenwerten EA einfach zu akzeptieren.“

„Aber warum müssen wir dann auch in Trümmern sitzen und unsere Hirne malträtieren?“

„Na ja, wahrscheinlich Veranlagung. Die einen tun es, die anderen nicht.“

„Gut, hirnen macht ja auch Laune. Und da haben Sie Recht, wir tanzen alle auf dünnem Eis! Und etliche meinen, sie könnten – mir alles, dir nichts – den Abgrund auf dünnem Eis am Steuer eines SUV überqueren. Vielleicht auch Veranlagung, Freund Mahler?“

„Da enthalte ich mich, lieber Budnikowski. Seltsam nur, daß die einen, die lieber daran glauben mögen die Welt sei ein hochglänzender Werbeprospekt, der Gegenseite vorwerfen deren Nachdenken mache aus der Welt die Trümmerwüste und nicht der eigene Auspuff oder der leere Bücherschrank!“

„Jetzt enthalte ich mich. Zum Winter, der zwar heuer lange werden soll, obwohl er seit Jahren keiner mehr ist: Wir wäre es mit einem etwas festerem Gemäuer in Sachen Winterschlaf? Da drüben zum Beispiel, Mahler! “

„Das Weiße Haus? Na ja, das scheint ja noch verrammelt für Außenstehende!“

„Jetzt verstehe ich! Wenn Sie nachdenken, sieht vor Ihrem inneren oder auch äußeren Auge das Weiße Haus so aus wie dieses Weiße Haus, obwohl das gar nicht das Weiße Haus ist, für Sie aber zum Weißen Haus wird, also jenem.“

„So ähnlich. Ich denke, wer sich zu oft blenden läßt erblindet schneller!“

„Und morgen?“

„Die Zukunft vor der alle, also alle die etwas zu verlieren haben oder sie glauben dies auch nur, so schreckliche Angst haben, die war schon und ist immer da! Gebe zu, daß ist jetzt ein bißchen wirr, aber ich muß immer an ein Lied denken, welches ich gerne beim Ehrenwerten Ernst A … gehört habe. Und das ist ein altes Lied.“

„Können Sie es mir vorsingen? So als Schlaflied?“

„Ich versuche es!“

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The Future (to be continued)

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Kleben / Bilder / Gedanken / Schrank / 043

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Gemeinsam zu lügen ist einfach geiler

Als einsam der Wahrheit zu folgen

(Georg Seeßlen)

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„Ist das Existieren tatsächlich Schmerz? Was meinen Sie, Mahler?“

„Weshalb, Budnikowski?“

„Na ja! Was da gestern an der Wand stand!“

„Oder lehnte?“

„Sie sind ja drauf!“

„Verzeihung. Natürlich nicht. Aber daß das Leid Bestandteil jeglicher Existenz ist, ist ja jetzt nicht nur eine Erfindung des Infektionsschutzgesetzes. Fragen Sie mal die dreißig Lachse, die meine Verwandten im August so täglich fressen müssen, um den Winter in Kamschatka oder Wyoming zu überleben!“

„Verstehe ich jetzt nur in kleinen Dosen, lieber Bär!“

„Na ja. Wir saßen hier schon im Frühjahr. Der Tod hatte an die Türen einer undankbaren und überfressenen Gesellschaft geklopft. Der Aufrechtgeher nickte dazu scheinbar verständnisvoll bestätigend und versprach innezuhalten. Mit voller Hose. Drei Minuten, Quatsch, drei Sekunden lang, verglichen mit den kleinen Ewigkeiten. Um gleich darauf wieder seine Blechkiste durch die Autowaschanlage zu schicken! Den Tod ignorierend. Vor allem den Tod der anderen. Und eben den Schmerz.“

„Der Anderen?“

„Nur der Anderen! Den eigenen Schmerz aber hochjubeln!“

„Die sind schon ein bisserl doof! Oder?“

„Na ja. Ein bisserl gefährlich auch. Die Selbstabschaffung war schon immer – gelegentlich aber immer häufiger – so ein Hobby der Aufrechtgeher!“

„Und jetzt?“

„Das Karussell nimmt Fahrt auf. Der Aufrechtgeher glaubt immer noch daran sich die Zukunft verfügbar machen zu können!“

„Der traurige Mann mit der gelben Perücke in Amerika ist aber nicht schuld?“

„Danke für den Einwurf, geschätzter Gefährte und Hase! Es ist die Angst!“

„Und nicht die Furcht!“

„So ist es!“

„Darf ich ein Lied vorschlagen?“

„Immer! Motto?“

„Hadschi Halef Omar Ben Hadschi Abul Abbas Ibn Hadschi Dawuhd al Gossarah.“

„Budnikowski! Sie sind ja drauf!“

„So isses! Kara ben Mahler!“

„Halten wir Abstand. Auch zu uns selbst!“

„Nennt man das Denken?“

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Kleben / Bilder / Gedanken / Schrank / 042

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Ich glaube, wir sind blind.

Blinde, die sehen.

Und Blinde, die sehend nicht sehen.

(Jose Saramago)

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„Mahler?“

„…“

„Mahler??“

„….“

„Mahler???“

„…..“

„Verfaulte Möhre aber auch!“

„Budnikowski? Ich höre!“

„Was machen Sie?“

„Ich denke nach!“

„Sie schweigen mich an!“

„Nachdenken und Plappern schließen sich meistens aus!“

„Ich dachte gestern in unserer Konstellation bin ich nun der neue Klugscheißer!“

„Tja!“

„Dann schweigen Sie halt weiter.“

…..

Der Wahrheit (Achtung! Dehnbarer Begriff in diesen Tagen: ruft Euch zu: der Säzzer!) die Ehre (Heilandzack! Noch dehnbarerer Begriff zurzeit. Ihr wisst scho: der Säzzer!) zu geben: Archibald Mahler, Bär vom Brandplatz, dachte tatsächlich intensiv nach, was heißt: er versuchte sich zu erinnern. Vor ein paar Jahren war es gewesen. Dieses Gedicht. Sommer war es. Heiß. Sehr heiß. Menschenleere Wälder. Steppen. Weiter Blick. Der Ehrenwerte Ernst Albert – ja er vermißte ihn, konnte es aber noch nicht eingestehen im Bärentrotz – hatte es in jenem Sommer oft vor sich her und hin gemurmelt. Das Gedicht. Es war ein Wintergedicht. Nicht meteorologisch zu deuten, eher assoziativ zu denken. Und Mahler hatte es damals nicht verstanden, nur geahnt, was die Nachricht sein könnte, die diese düsteren Worte transportierten, während er auf einen Fahrradgepäckträger sich durch Brandenburgs Wälder und Steppen chauffieren ließ. „Dem eigenen Schmerz hinterhersinnen?“ Nein, es war anders. Aber vielleicht ist dies, was er noch erinnert, nun so eine Art Extrakt, eine Weiterführung, ein Wink, ein Link, ein Winklink, ein Echo, eine hilflose, hilfesuchende Antwort auf diese Tage, in denen der Tod wieder in die Mitte der Gesellschaft rückt und breitbeinig grinsend Platz genommen hat. Was der gemeine Aufrechtgeher geflissentlich zu ignorieren sucht und lieber Wälder niederholzt, um neue Trassen für seine heiligen Blechkisten in die Landschaft betonieren zu können und autogipfelt. Oh heilige Hektik!

…..

„Budnikowski, ich habe nachgedacht, aber ich kann mich nicht erinnern!“

„An was, Mahler?“

„Was ich gestern sagte, diese neue Überschrift! Warum und woher?“

„Schmerz / Nachsinnen / Ich / Was meinst Du eigentlich?“

„So ähnlich!“

„Vielleicht können wir einfach mal hier in die Landschaft schauen und gucken, was uns dazu einfällt!“

„Aber wir waren hier doch schon mal!“

„Gestern ist nicht jetzt!“

„Das ist richtig. Aber wenn man wieder irgendwo hingelangt, wo man schon mal war, ist das nicht Zeichen?“

„Aufgabe, Mahler, Aufgabe!“

„Weia! Darf ich Sie ab heute Immanuel nennen?“

„Kanttu machen!“

„Weisstunoch?“

„Wir hätten es besser wissen können, wenn wir gewußt hätten!“

„Wer sagt das?“

„Der Schatten!“

„Welcher?“

„Der!“

„Morgen werde ich seinen Namen wieder aussprechen können!“

„Versprochen?“

„Versprochen!“

…..

Und dann fiel dem Archibald Mahler, Bär vom Brandplatz auch wieder das Gedicht ein. Obwohl er es immer noch nur in Teilen begreift. Mehr ist aber auch nicht nötig.

…..

Im Schnee

Der Wahrheit nachsinnen –

Viel Schmerz!

Endlich Begeisterung

Bis zum Tod

Winternacht

Du reine Mönchin!

(Georg Trakl)

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Kleben / Bilder / Gedanken / Schrank / 041

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I tell you love, sister, it’s just a kiss away

It’s just a kiss away

It’s just a kiss away

It’s just a kiss away

It’s just a kiss away

Kiss away, kiss away

(M. Jagger / K. Richards)

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„Budnikowski?“

„…“

„Budnikowski??“

„….“

„Budnikowski???“

„…..“

„Heilige Bärenscheiße aber auch!“

„Mahler? Ich höre!“

„Was machen Sie?“

„Ich denke nach!“

„Sie schweigen mich an!“

„Nachdenken und Plappern schließen einander aus!“

„Ich dachte immer in unserer Konstellation bin ich der Klugscheißer!“

„Tja!“

„Dann schweigen Sie halt weiter.“

…..

Gesagt, getan. Die zwei Gefährten saßen in einer leicht derangierten Ex – Pforte. Klar, das war klar, also ihnen klar, daß sie vor gar nicht so langer Zeit schon mal hier weilten und hin und her dachten. Gar nicht so sehr wollten, jedoch mußten. Klar. Zeitläufte. Auch den Schatten hatten sie inzwischen erkannt. Wobei, es war ein Schatten, der von den Schatten gerne sprach. Also der eine Schatten, der den Schatten geworfen hatte, sprach gerne von den metaphorischen Schatten, die sich dieser Jahre auf die Erdenkugel warfen in so nicht erwarteter Dichte und Schwärze. (Das versteht doch keine Sau. Grüßle vom Säzzer) Lassen wir Mahler und Budnikowski zu Wort kommen. Die sind vielleicht, klar, in der Lage weiterzuhelfen.

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„Dem eigenen Schmerz hinterhersinnen vs die freiheit / die ich / meinung“

„Hä?“

„Tja, Budnikowski. Jetzt habe ich auch nachgedacht!“

„Und was ist das?“

„Eine neue Überschrift!“

„Für was?“

„Wenn wir weiterhin nachdenken wollen!“

„Müssen! Oder?“

„Leider ja. Im frühen Sommer dieses Jahres sah es noch etwas anders aus. Mehr wollen, weniger müssen.“

„Nee!“

„Sie haben ja recht. Schon wieder müssen. Man muß es halt wollen!“

„Ah! Kapiere. Wir waren hier schon mal!“

„Eben!“

„Drehen wir uns da nicht im Kreis?“

„Wir haben wohl keine andere Wahl.“

„Aber sprechen wir da nicht in den Wind?“

„Wir haben keine andere Wahl!“

„Wenn ich in den Wind spreche, trägt der meine Worte sonst wohin. Wenn ich in den Wind spreche, hört der Wind mich nicht, weil der Wind nicht hören kann!“

„Wir haben keine Wahl!“

„Der Schatten war übrigens …“

„Ich will den Namen nicht hören!“

„Sind Sie immer noch beleidigt?“

„Also …!“

„Psst! Das Lied ist so schön!“

„Ich bin froh, daß es Sie gibt!“

„Dann können wir ja anfangen! Mal wieder!“

…..

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