Kleben / Bilder / Gedanken / Schrank / 044

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Things are going to slide, slide in all directions

Won’t be nothing, nothing you can measure anymore

(Leonard Cohen)

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„Und hier wäre ein geeigneter Platz in Sachen Winterschlaf, lieber Archibald Mahler und Genosse?“

„Warum nicht? Augen durch und zu!“

„Hä?“

„Mein Lieblingsverdreher in Sachen Virus. Unlängst in einer der Gazetten der Kleinen Häßlichen Stadt zu lesen, bester Budnikowski und Wegbegleiter!“

„Na ja, häßlich schon diese Stadt, aber so häßlich, wie die Orte, die wir in letzter Zeit aufzusuchen, um nachzudenken?“

„Es hilft die Lage objektiver zu beurteilen. Man macht sich klar, was unter der Oberfläche so rumliegt. Wie sprach einst meine Großmutter in Kamschatka? Ist der Lack erst ruiniert, denkt‘s sich gänzlich ungeniert. Oder so ähnlich!“

„Das haben Sie doch vom Ehrenwerten Herrn Ernst Albert! Oh! Weia! Habe ich den Namen zu früh …“

„Ach, Budnikowski. Sie haben ja recht. Es wird auch für mich Zeit, die längere Abwesenheit des Ehrenwerten EA einfach zu akzeptieren.“

„Aber warum müssen wir dann auch in Trümmern sitzen und unsere Hirne malträtieren?“

„Na ja, wahrscheinlich Veranlagung. Die einen tun es, die anderen nicht.“

„Gut, hirnen macht ja auch Laune. Und da haben Sie Recht, wir tanzen alle auf dünnem Eis! Und etliche meinen, sie könnten – mir alles, dir nichts – den Abgrund auf dünnem Eis am Steuer eines SUV überqueren. Vielleicht auch Veranlagung, Freund Mahler?“

„Da enthalte ich mich, lieber Budnikowski. Seltsam nur, daß die einen, die lieber daran glauben mögen die Welt sei ein hochglänzender Werbeprospekt, der Gegenseite vorwerfen deren Nachdenken mache aus der Welt die Trümmerwüste und nicht der eigene Auspuff oder der leere Bücherschrank!“

„Jetzt enthalte ich mich. Zum Winter, der zwar heuer lange werden soll, obwohl er seit Jahren keiner mehr ist: Wir wäre es mit einem etwas festerem Gemäuer in Sachen Winterschlaf? Da drüben zum Beispiel, Mahler! “

„Das Weiße Haus? Na ja, das scheint ja noch verrammelt für Außenstehende!“

„Jetzt verstehe ich! Wenn Sie nachdenken, sieht vor Ihrem inneren oder auch äußeren Auge das Weiße Haus so aus wie dieses Weiße Haus, obwohl das gar nicht das Weiße Haus ist, für Sie aber zum Weißen Haus wird, also jenem.“

„So ähnlich. Ich denke, wer sich zu oft blenden läßt erblindet schneller!“

„Und morgen?“

„Die Zukunft vor der alle, also alle die etwas zu verlieren haben oder sie glauben dies auch nur, so schreckliche Angst haben, die war schon und ist immer da! Gebe zu, daß ist jetzt ein bißchen wirr, aber ich muß immer an ein Lied denken, welches ich gerne beim Ehrenwerten Ernst A … gehört habe. Und das ist ein altes Lied.“

„Können Sie es mir vorsingen? So als Schlaflied?“

„Ich versuche es!“

…..

The Future (to be continued)

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Kleben / Bilder / Gedanken / Schrank / 043

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Gemeinsam zu lügen ist einfach geiler

Als einsam der Wahrheit zu folgen

(Georg Seeßlen)

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„Ist das Existieren tatsächlich Schmerz? Was meinen Sie, Mahler?“

„Weshalb, Budnikowski?“

„Na ja! Was da gestern an der Wand stand!“

„Oder lehnte?“

„Sie sind ja drauf!“

„Verzeihung. Natürlich nicht. Aber daß das Leid Bestandteil jeglicher Existenz ist, ist ja jetzt nicht nur eine Erfindung des Infektionsschutzgesetzes. Fragen Sie mal die dreißig Lachse, die meine Verwandten im August so täglich fressen müssen, um den Winter in Kamschatka oder Wyoming zu überleben!“

„Verstehe ich jetzt nur in kleinen Dosen, lieber Bär!“

„Na ja. Wir saßen hier schon im Frühjahr. Der Tod hatte an die Türen einer undankbaren und überfressenen Gesellschaft geklopft. Der Aufrechtgeher nickte dazu scheinbar verständnisvoll bestätigend und versprach innezuhalten. Mit voller Hose. Drei Minuten, Quatsch, drei Sekunden lang, verglichen mit den kleinen Ewigkeiten. Um gleich darauf wieder seine Blechkiste durch die Autowaschanlage zu schicken! Den Tod ignorierend. Vor allem den Tod der anderen. Und eben den Schmerz.“

„Der Anderen?“

„Nur der Anderen! Den eigenen Schmerz aber hochjubeln!“

„Die sind schon ein bisserl doof! Oder?“

„Na ja. Ein bisserl gefährlich auch. Die Selbstabschaffung war schon immer – gelegentlich aber immer häufiger – so ein Hobby der Aufrechtgeher!“

„Und jetzt?“

„Das Karussell nimmt Fahrt auf. Der Aufrechtgeher glaubt immer noch daran sich die Zukunft verfügbar machen zu können!“

„Der traurige Mann mit der gelben Perücke in Amerika ist aber nicht schuld?“

„Danke für den Einwurf, geschätzter Gefährte und Hase! Es ist die Angst!“

„Und nicht die Furcht!“

„So ist es!“

„Darf ich ein Lied vorschlagen?“

„Immer! Motto?“

„Hadschi Halef Omar Ben Hadschi Abul Abbas Ibn Hadschi Dawuhd al Gossarah.“

„Budnikowski! Sie sind ja drauf!“

„So isses! Kara ben Mahler!“

„Halten wir Abstand. Auch zu uns selbst!“

„Nennt man das Denken?“

…..

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Kleben / Bilder / Gedanken / Schrank / 042

G_Schrank_074

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Ich glaube, wir sind blind.

Blinde, die sehen.

Und Blinde, die sehend nicht sehen.

(Jose Saramago)

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„Mahler?“

„…“

„Mahler??“

„….“

„Mahler???“

„…..“

„Verfaulte Möhre aber auch!“

„Budnikowski? Ich höre!“

„Was machen Sie?“

„Ich denke nach!“

„Sie schweigen mich an!“

„Nachdenken und Plappern schließen sich meistens aus!“

„Ich dachte gestern in unserer Konstellation bin ich nun der neue Klugscheißer!“

„Tja!“

„Dann schweigen Sie halt weiter.“

…..

Der Wahrheit (Achtung! Dehnbarer Begriff in diesen Tagen: ruft Euch zu: der Säzzer!) die Ehre (Heilandzack! Noch dehnbarerer Begriff zurzeit. Ihr wisst scho: der Säzzer!) zu geben: Archibald Mahler, Bär vom Brandplatz, dachte tatsächlich intensiv nach, was heißt: er versuchte sich zu erinnern. Vor ein paar Jahren war es gewesen. Dieses Gedicht. Sommer war es. Heiß. Sehr heiß. Menschenleere Wälder. Steppen. Weiter Blick. Der Ehrenwerte Ernst Albert – ja er vermißte ihn, konnte es aber noch nicht eingestehen im Bärentrotz – hatte es in jenem Sommer oft vor sich her und hin gemurmelt. Das Gedicht. Es war ein Wintergedicht. Nicht meteorologisch zu deuten, eher assoziativ zu denken. Und Mahler hatte es damals nicht verstanden, nur geahnt, was die Nachricht sein könnte, die diese düsteren Worte transportierten, während er auf einen Fahrradgepäckträger sich durch Brandenburgs Wälder und Steppen chauffieren ließ. „Dem eigenen Schmerz hinterhersinnen?“ Nein, es war anders. Aber vielleicht ist dies, was er noch erinnert, nun so eine Art Extrakt, eine Weiterführung, ein Wink, ein Link, ein Winklink, ein Echo, eine hilflose, hilfesuchende Antwort auf diese Tage, in denen der Tod wieder in die Mitte der Gesellschaft rückt und breitbeinig grinsend Platz genommen hat. Was der gemeine Aufrechtgeher geflissentlich zu ignorieren sucht und lieber Wälder niederholzt, um neue Trassen für seine heiligen Blechkisten in die Landschaft betonieren zu können und autogipfelt. Oh heilige Hektik!

…..

„Budnikowski, ich habe nachgedacht, aber ich kann mich nicht erinnern!“

„An was, Mahler?“

„Was ich gestern sagte, diese neue Überschrift! Warum und woher?“

„Schmerz / Nachsinnen / Ich / Was meinst Du eigentlich?“

„So ähnlich!“

„Vielleicht können wir einfach mal hier in die Landschaft schauen und gucken, was uns dazu einfällt!“

„Aber wir waren hier doch schon mal!“

„Gestern ist nicht jetzt!“

„Das ist richtig. Aber wenn man wieder irgendwo hingelangt, wo man schon mal war, ist das nicht Zeichen?“

„Aufgabe, Mahler, Aufgabe!“

„Weia! Darf ich Sie ab heute Immanuel nennen?“

„Kanttu machen!“

„Weisstunoch?“

„Wir hätten es besser wissen können, wenn wir gewußt hätten!“

„Wer sagt das?“

„Der Schatten!“

„Welcher?“

„Der!“

„Morgen werde ich seinen Namen wieder aussprechen können!“

„Versprochen?“

„Versprochen!“

…..

Und dann fiel dem Archibald Mahler, Bär vom Brandplatz auch wieder das Gedicht ein. Obwohl er es immer noch nur in Teilen begreift. Mehr ist aber auch nicht nötig.

…..

Im Schnee

Der Wahrheit nachsinnen –

Viel Schmerz!

Endlich Begeisterung

Bis zum Tod

Winternacht

Du reine Mönchin!

(Georg Trakl)

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Kleben / Bilder / Gedanken / Schrank / 041

G_Schrank_072

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I tell you love, sister, it’s just a kiss away

It’s just a kiss away

It’s just a kiss away

It’s just a kiss away

It’s just a kiss away

Kiss away, kiss away

(M. Jagger / K. Richards)

…..

„Budnikowski?“

„…“

„Budnikowski??“

„….“

„Budnikowski???“

„…..“

„Heilige Bärenscheiße aber auch!“

„Mahler? Ich höre!“

„Was machen Sie?“

„Ich denke nach!“

„Sie schweigen mich an!“

„Nachdenken und Plappern schließen einander aus!“

„Ich dachte immer in unserer Konstellation bin ich der Klugscheißer!“

„Tja!“

„Dann schweigen Sie halt weiter.“

…..

Gesagt, getan. Die zwei Gefährten saßen in einer leicht derangierten Ex – Pforte. Klar, das war klar, also ihnen klar, daß sie vor gar nicht so langer Zeit schon mal hier weilten und hin und her dachten. Gar nicht so sehr wollten, jedoch mußten. Klar. Zeitläufte. Auch den Schatten hatten sie inzwischen erkannt. Wobei, es war ein Schatten, der von den Schatten gerne sprach. Also der eine Schatten, der den Schatten geworfen hatte, sprach gerne von den metaphorischen Schatten, die sich dieser Jahre auf die Erdenkugel warfen in so nicht erwarteter Dichte und Schwärze. (Das versteht doch keine Sau. Grüßle vom Säzzer) Lassen wir Mahler und Budnikowski zu Wort kommen. Die sind vielleicht, klar, in der Lage weiterzuhelfen.

…..

„Dem eigenen Schmerz hinterhersinnen vs die freiheit / die ich / meinung“

„Hä?“

„Tja, Budnikowski. Jetzt habe ich auch nachgedacht!“

„Und was ist das?“

„Eine neue Überschrift!“

„Für was?“

„Wenn wir weiterhin nachdenken wollen!“

„Müssen! Oder?“

„Leider ja. Im frühen Sommer dieses Jahres sah es noch etwas anders aus. Mehr wollen, weniger müssen.“

„Nee!“

„Sie haben ja recht. Schon wieder müssen. Man muß es halt wollen!“

„Ah! Kapiere. Wir waren hier schon mal!“

„Eben!“

„Drehen wir uns da nicht im Kreis?“

„Wir haben wohl keine andere Wahl.“

„Aber sprechen wir da nicht in den Wind?“

„Wir haben keine andere Wahl!“

„Wenn ich in den Wind spreche, trägt der meine Worte sonst wohin. Wenn ich in den Wind spreche, hört der Wind mich nicht, weil der Wind nicht hören kann!“

„Wir haben keine Wahl!“

„Der Schatten war übrigens …“

„Ich will den Namen nicht hören!“

„Sind Sie immer noch beleidigt?“

„Also …!“

„Psst! Das Lied ist so schön!“

„Ich bin froh, daß es Sie gibt!“

„Dann können wir ja anfangen! Mal wieder!“

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Kleben / Bilder / Gedanken / Schrank / 040

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War, children, it’s just a shot away

It’s just a shot away

It’s just a shot away

It’s just a shot away

It’s just a shot away

(M. Jagger / K. Richards)

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Wenn sich an einem zufällig auf den dreizehnten gelegten Freitag ein Schatten über Dich beugt und dabei auch noch schweigt, beginnst Du gewiß nicht im Todesstreifen zu tanzen. Oder so zu tun als ob. Oder? Der Schatten war andererseits entschieden freundlicher gesinnt, als man es auf dem ersten Blick, falls man hinzusehen gewillt war, befürchtet hatte. Nun gut, etliche betrachten jegliche Warnung lediglich als Freiheitsberaubung. Dürfen sie, sollten aber danach nicht rumjammern. Kennt man ja, so in Sachen heiße Herdplatte und Finger drauf oder über zwei Promille ein Lenkrad anfassen zu müssen und überhaupt den nächsten Schuß werden ich und meine Venen schon überleben und meinen und den Dispo der Welt ignoriere ich eh geflissentlich. Denkste Puppe. Ist leider ein bisserl deppert und trotzdem singt man halt das Lied: mein Aufrechtgeherwille ist mein Himmelreich. Auch wenn ich in die Hosen … (Seller Reim wird etz gestriche. Gell. Der Säzzer) Der Schatten warnt trotzdem. Er spricht von stillgelegten Gleisen, davon jederzeit eine zurückkehrende Lokomotive in Betracht ziehen zu sollen, erinnert daran, daß Camping in einem Wadi Konsequenzen haben kann, da des Aufrechtgehers Wetterapp nicht alles weiß, sondern lediglich vorgibt dies zu tun. Von den Fluten, die keiner ahnt aka ahnen wollte, von der voreiligen Gewißheit: davon hatte der Schatten schon mehrfach gesprochen. Vorsichtig greift der Schatten nach den zwei Gefährten. Das finden die nicht so dolle. Springen auf …

…..

„Mahler. Was hat der Schatten gesagt?“

„Einiges!“

„Nur das von zuletzt!“

„Ähem … Dings … verschimmeltes Lachsbrot nochmal … „

„Konzentrieren Sie sich!“

„Es war ein langer Satz!“

„Auf!“

„Er meinte und da zitiere ich nicht wörtlich sondern lediglich in Fragmenten meiner Erinnerung, daß, hetzte man seine eigenen Dämonen den Anderen auf den Hals, man letztlich im Bunker landen würde und dann käme man da nicht mehr raus und schon wieder wäre Krieg und dies sei langweilig und öd und deshalb deshalb ist der Bunker doof und da drüben gäbe es ein anderes Gebäude, dahin sollten wir, an die Pforte und die alten Geschichten wieder reinlassen, aber genau hinschauen und und und an der Pforte saß man öfters schon einst und muß da immer wieder hin …  Ach! Ich verstehe das alles nicht!“

„Ich auch nicht! Aber auf die Pforte scheint mehr Sonne!“

„Der Bunker ist ganz, die Pforte kaputt!“

„Mahler, ein Grund mehr die Straßenseite zu wechseln!“

„Budnikowski! Sind sie ein Geist?“

„Möglich! Denken Sie an Hamlet.“

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Kleben / Bilder / Gedanken / Schrank / 039

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Oh, a storm is threat’ning my very life today

If I don’t get some shelter

Oh yeah, I’m gonna fade away

(M. Jagger/K. Richards)

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Der Schatten. Archibald Mahler kennt ihn. Kuno Budnikowski kennt ihn. Aber sie erkennen ihn nicht. Die Furcht trübt ihr Auge. Der Schatten ist gebeugt. Die Person, welche die zwei Gefährten hinter dem Schatten vermuten, hatte schon immer einen Hang zum Gebeugtsein, aber so gebeugt erinnern sie den Schatten nicht. Der Schatten schweigt. Dies ist keine große Hilfe. Im Rücken der zwei ein von der Nacht durchfrorener Schienenstrang. Gestrüpp wuchert über die Gleise. Wann hier das letzte Mal eine Lokomotive Waggons hinter sich her zog? Lange her, gewiß. Aber die Sonne wärmt als sei es ein April und kein November. Die Sonne blendet. Vorne blind und hinten kalter Pöter. Mahler fasst sich ein Herz und öffnet die Lippen. Soll der Schatten Schatten bleiben. Furcht ist gestattet, Angst trübt das Auge zusätzlich und ist zu vermeiden. Allein schon in Sachen Bärenehre.

…..

„Budnikowski, ich weiß zwar nicht, wo wir hier gelandet sind, aber hier sind wir.“

„Mahler, träumen wir oder bin ich Genosse im kalten Bett Ihres Winterschlafs?“

„Sein oder Nichtsein; das ist hier die Frage: Obs edler im Gemüt, die Pfeile und Schleudern des wütenden Geschicks erdulden oder, sich waffnend gegen eine See von Plagen, durch Widerstand sie enden? Sterben – schlafen – …“

„Sagen Sie ihrem Prinzen Hamlet, den Sie hier zitieren, daß der Hase gerne schläft, aber ungern stirbt!“

„Und zu wissen, daß ein Schlaf das Herzweh und die tausend Stöße endet, die unsers Fleisches Erbteil, ’s ist ein Ziel, aufs innigste zu wünschen. Sterben – schlafen – …“

„Schlafen! Vielleicht auch träumen! Mehr nicht! Basta! Mahler! Was ist mit Ihnen?“

„Was in dem Schlaf für Träume kommen mögen, wenn wir die irdische Verstrickung lösten, das zwingt uns stillzustehen …“

„Mir scheint, die Zeit steht still und mir ist kalt. “

„Daß wir die Übel, die wir haben, lieber ertragen als zu unbekannten fliehen. So macht Bewußtsein Feige aus uns allen; die angeborene Farbe der Entschließung wird von des Gedankens Blässe angekränkelt und Unternehmen, hochgezielt und wertvoll, durch diese Rücksicht aus der Bahn gelenkt, verlieren so den Namen Handlung.“

„Still! Sehen Sie. Der Schatten, er beugt sich hinab. Was tun?“

„Weg? Unterschlupf? Flucht? Standhalten? Ich weiß es nicht!“

„Sie sind wirr!“

„Budnikowski, Sie haben Recht. Mir ist, wir drehen uns alle im Kreis!“

„Scheint mir auch so. Wir waren hier schon mal! Mehr kann ich dazu nicht sagen!“

„Das Leben ist wohl ein Rundweg!“

„Ich finde in unserer jetzigen Lage ist die Philosophiererei nur bedingt dienlich, Mahler! Sehen Sie den Bunker dort drüben? Bewegung tut not!“

„Nun gut. Los also! Ein bißchen Schutz ist immer gut. Und vielleicht ist der Kasten beheizt!“

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