„Auch dieses Jahr ein paar Gedanken ins Buch geklebt!“ So sprach der Bär und legte los / 010

elch

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Und dann war der Hase, eben im frisch erwachten Leben des Bären angekommen, schon wieder weg. Fällt vom Baum. Einfach so. Und der Bär dachte, ja dachte er, ob ihn da ein Elch geknutscht hat. Oder heißt es, daß das Schicksal ihm schon wieder einen Elch gebraten hat. Quark, das sind doch Frösche. Nee, die küsst man, wenn sie Prinzen sind, die es ja heute nicht mehr gibt, sondern nur noch Prinz*innen. Oder ist das auch falsch? Ach jetzt weiß ich, dachte der Bär Archibald Mahler, den Storch, den brät man. Aber der ist wahrscheinlich sehr zäh. Und vom Pferd will er sich ja auch nichts erzählen lassen, weil er nicht reiten kann und schon gar nicht will auf fremdem Rücken sein Entzücken finden. Ist er ja schließlich kein Aufrechtgeher. Und er weiß schließlich, wo der Hase langläuft. Tja, wenn er es nur wüßte, dann wüßte er auch wo der Hase ist. In der Grube? Und bevor er sich vom Affen lausen lässt, Läuse über seine Leber huschen sieht, Spatzen in der Hand gegen Tauben auf dem Dach tauscht, entschied Archibald Mahler, bekennender Wortklauber und kein Fisch, sich einfach mal von der Elchmama und dem kleinen Elchling knutschen zu lassen. Bis der Budnikowski wieder auftaucht. Falls der nicht der neue Bundestrainer werden muß. So eine Flickschusterei. Stop aber jetzt der Verwirrung, dachte Mahler mit Ameisen im Pöter und ließ die Elchzungen über seinen Nacken gleiten. Elchtest bestanden. Bis bald wieder mit dem Hasen, der schneller ist als ein Igel. Das wird weiterhin mit Adleraugen beäugt. Fleißig wie ein Biber. Aber auch als Faulbär. Tanzend wie ein Schmetterling.

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„Auch dieses Jahr ein paar Gedanken ins Buch geklebt!“ So sprach der Bär und legte los / 009

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Der Hase war vom Baum gefallen. Eben hatte man sich nach langem Winter getroffen, erste Worte ausgetauscht. Und nun dieses Geschehnis. Hören wir rein.

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„Mensch, also Hase, also Budnikowski, was geschah?“

„NICHTS!“

„Aber, Sie fielen vom Ast und jetzt?“

„Ach, einfach nur NICHTS!“

„Was ist denn los?“

„NICHTS!“

„Sie machen mich wahnsinnig. Was soll das?“

„Sagte ich doch. NICHTS!“

„Also wirklich. Ich könnte Sie auf den Mond schießen!“

„Eben! Und jetzt halten Sie mal den Rand! Ich will das zu Ende sehen!“

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Was war geschehen? Man hatte etwas betrachtet. Gemeinsam. Der Hase lachte als Erster und fiel so vom Ast. Der Bär war noch nicht auf Empfang gedreht. Warum lachte der Hase? Weil der Hafermilchtüten – Käseweis spricht wie der Mahler und das kleine Nichts, ja eben, wie der Budnikowski, weshalb er dann eben vom Ast fiel, der Budnikowski. Aber sehen Sie selbst:

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Nichts oder Herr Käseweiss fliegt zum Mond

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Rechtliche Hinweise: Der Mann neben den vielen Figuren ist ein alter Bekannter des Ehrenwerten Ernst Albert. Also hat der Ehrenwerte Ernst Albert dem Hasen und dem Bären obiges Video vorgespielt. Weil es einfach gut ist. So fiel der Hase vom Baum. Wegen der Lacherei mit den feuchten Augen. Wegen dem Video. Verdammt nochmal! Ich wiederhole mich? Weil mir sonst NICHTS einfällt? Danke!

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„Auch dieses Jahr ein paar Gedanken ins Buch geklebt!“ So sprach der Bär und legte los / 008

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„Es gibt eigentlich recht wenig zu lachen, bester Budnikowski! Und wir sind so vergesslich!“

„Ich weiß. Wir müssen bitterer beginnen als ich hoffte, da ich Sie wiedertraf, Freund Mahler!“

„Man mag nicht hinschauen müssen!“

„Aber wir müssen!“

„Dann wollen wir aber auch!“

„Solange wir das können!“

„Und dann werden wir es bald wieder müssen!“

„Wären wir gescheit, würden wir sagen, wir dürfen! Noch!“

„Oder dürfen können, würden wir sagen müssen! Solange es noch geht!“

„Mahler! Was haben wir vergessen?“

„Budnikowski! Gestern war der Tag des Baumes!“

„Dieser Anblick lässt eigentlich kein Vergessen zu!“

„Beim Aufrechtgeher schon!“

„Gibt es gute Reime über Bäume? Aber nicht so romantische Karotten!“

„Können wir mal drüber nachdenken!“

„Sonst müssen wir ran!“

„An die Kettensäge?“

„Nee an den Reim!“

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Wenn Dich dieser Schmerz

Wie jene Säge die Holz

Zersplittert kreischend

Trifft wie Sonne die zerbrennt

Lebensgeschichten

Deinen Baum hüte

(Ernst Albert / Reimstudent und gerne Gehender)

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„Also ich fand, lieber Budnikowski, da ist noch Luft nach oben!“

„Seien Sie nicht so streng! Der Ehrenwerte Ernst Albert ist doch noch ein Lernender!“

„Sind wir das nicht alle?“

„Und ich hoffe, Herr Mahler, wir bleiben das auch!“

„Wenn wir dürfen!“

„Das eben wird die nächste Frage werden!“

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„Auch dieses Jahr ein paar Gedanken ins Buch geklebt!“ So sprach der Bär und legte los / 007

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„Da sind Sie ja! Sind Sie es?“

„Denke schon. Ich sehe aber auch gar nichts. Die Sonne blendet.“

„Ihre Stimme klingt vertraut. Ist jedoch, eine Frage nur, sie über den Winter in tiefere Register gerutscht?“

„Ich höre mich selten selber sprechen, alter Freund, aber möglich wäre dies schon!“

„Ich dagegen führte doch einige Selbstgespräche in den letzten Wochen!“

„Ich dachte Sie schliefen!“

„Gedacht war es auch so, nur so recht gelingen wollte es mir nicht!“

„Ja, man hörte sie sich wälzen, schnorcheln, rumrumpeln. Schlimme Geräusche! Und dann all` diese wilden Reime!“

„Tja, der Ehrenwerte Ernst Albert gab mir Samuel Beckett zu lesen. Da ist ein Bärenhirn lange mit beschäftigt!“

„In Hasenhirne passt das dann wohl nicht?“

„Würde ich nicht behaupten wollen!“

„Desweiteren: Mahler, haben Sie meine Sonnenbrille gesehen?“

„Hatten Sie jemals eine besessen?“

„Ja. Damals.“

„Stimmt. Und jetzt?“

„Freue ich mich wieder mit Ihnen sprechen zu können!“

„Ich auch! Ich habe Ihnen auch was mitgebracht. Eine kleine Geschichte!“

„Raus damit!“

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Hier ist die Geschichte, die Mahler dem Hasen mitgebracht hat, obwohl sie eigentlich der Budnikowski dem Bären mitbringen wollte. Aber das ist auch egal.

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Ein Mönch sprach zu Dschau – dschou:

„Meister, ich bringe Euch nichts mit. Was habt Ihr mir zu sagen?“

Dschau – dschou erwiderte: „Trag es fort!“

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Archibald Mahler begann zu lachen. So heftig schüttelte ihn die lenzige Giggelei, daß er beinahe von der trockenen Eiche hinunterpurzelte. Der Kuno Budnikowski aber hielt ihn fest. Und dann pfiff er wieder ein wildes Lied. Macht er ja gerne.

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„Auch dieses Jahr ein paar Gedanken ins Buch geklebt!“ So sprach der Bär und legte los / 006

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„gewaltiger Durst knirscht Eingeweide platzen

verschütte ich meine Erwartung blüht

und teilt der Wald eher seine Geschichten

vergieße die eigenen Vorräte auf den fremden Grund

grundlos freudig“

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„Also Herr Mahler, Ihnen dürstet nach dem Wesentlichen? Dem Gegenüber!“ Die Stimme kenn ich. Schreibt der Schreiber.

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„Laubsuppe knirscht knistert Sonnenbrandkekse im

lenzscheuen Gehirne

lange Leiden weilen lange an Leinen

harren der Klinge Gespräch

Seelenpflaster keine Pläne

mäanderne Freundlichkeit auftauender Wein

vorne beginnen Schnürsenkel binden Hut ziehen“

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„Also freuen Sie sich auf mich, Gefährte Mahler?“

„Gewiß, bester Budnikowski! Aber wo sind Sie?“

„Schauen Sie nach oben!“

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„Auch dieses Jahr ein paar Gedanken ins Buch geklebt!“ So sprach der Bär und legte los / 005

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„aus dem Koppe rutscht mit Verve das Blut in die Eingeweide

Forderung des winterlich entleerten Abdomens schweige nun

Denkgeklingel mit Bärlauch austapezieren den Ranzen

später wieder Wörterbach Ruhe nun Kiefer mahle Zunge tanze

den Daumen hoch für den Gaumen es taumeln sachte Rülpser ins Gebüsch

ähem Echo schallt“

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„Ich glaube eine kleine Rast täte wohl, lieber Mahler!“ Wer spricht?

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„der Speise eine Weise singen wärmt Leib Seele und quäle nicht

mit leerem Bauch das Studium voran wie schon die Römer sangen einst“

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„Plenus venter non studet libenter.“ Wer spricht?

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