Verschlungene Pfade suchen im Hinterland / 010

…..

pfade011

…..

„Budnikowski und Hase! Sie wissen, wie sehr ich Sie schätze und liebe! Darf ich dennoch mal eine Frage stellen?“

„Wenn Ihr Sound etwas weniger gereizt wäre, ich würde es begrüßen.“

„Sie sitzen in prallster Sonne. Haben Sie sich eingeschmiert?“

„Erstens: Sie sind nicht meine Mutter! Zweitens: Ich bin kein hypersensibler Aufrechtgeher! Und drittens: vielleicht strebe ich ja an die Fellfarbe meines Freundes Mahler! Und jetzt bitte ausspucken, was Sie wirklich fragen wollten.“

„Haben wir es jetzt endlich mal und was machen Sie da oben?“

„Waren zwei Fragen auf einmal, aber ich gebe nur eine Antwort. Mehr vergessen und zwar altius, citius, fortius!“

„Sie treiben mich, selbst als ein, wie schon erwähnt, des Lateinischen mächtigen Bären, in den Wahnsinn!“

„Beruhigen Sie sich, alter Grantler. Höher klettern muß man, weiter schauen muß man und erweitert vergessen sollte man! Das versuche ich hier oben inklusive Sonnenbrandgefahr.“

„Und was sehen Sie so?“

„Erstmals nüscht! Die Sonne blendet doch ordentlich.“

„Und trotzdem?“

„Und trotzdem!“

„Weia! Mir ist danach zu reimen.“

„Hatte ich gehofft!“

„Mir fällt aber nix ein!“

„Klauen Sie halt! Sie wissen wo.“

…..

„Bald roch es nach Krieg

Ich schliff mein Schwert zur Gabel

Die Suppe einzubrocken

*

Es zog ein der Krieg

Ich schliff die Gabel zum Schwert

Suppen auslöffeln

*

In unserem Krieg

Gibt es nur Kränze die

Wir – ach Schweigen nur“

*

(vom Ehrenwerten Ernst Albert notiert!)

…..

Veröffentlicht unter Autor: Christian Lugerth, Verschlungene Pfade | Schreib einen Kommentar

Verschlungene Pfade suchen im Hinterland / 009

…..

pfade010

…..

„Die Vöglein schweigen im Walde, dem Hasen scheint dies nicht gegeben!“

„Mahler, was moppert er rum?“

„Gestern versuchte ich, angewiesen von Ihnen, mehr zu hören! Und jetzt raschelt, ruckelt und zuckelt es in meinem gramgebeugten Rücken rum, daß es keine Freude ist! Der Gesang der Wipfel meinen Lauschern fern.“

„Sehen, Bär der Ungeduld, sehen! Mehr sehen ist die neue Parole! Und da muß man höher hinauf!“

„Dann kaufen Sie sich Steigeisen!“

„Ach! Auch hier der Weg eine Art von Zielvorgabe! ACF!“

„Lampe! Fordern Sie nicht den Lateinerbären in mir heraus.“

„Ich liebe Sie. Sie haben verstanden. Ich mach jetzt kurz mal Steigpause!“

„Man ist ja auch kein Luftballon und das Hirn kein Heliumbehälter.“

„Wenn Sie sich, Freund Mahler, da mal nicht täuschen!“

„Budnikowski, Nervlöffel, wahrscheinlich haben Sie recht. Schon wieder. Ich werde langsam nervös!“

„Darf ich?“

„Aber bitte nicht in Bewegung!“

…..

„der turm stürze ein

schrieben die altvorderen

sehen und zweifeln

*

der alte baum spielt flöte

wenn die spechte einziehen“

…..

Veröffentlicht unter Autor: Christian Lugerth, Verschlungene Pfade | Schreib einen Kommentar

Verschlungene Pfade suchen im Hinterland / 008

…..

pfade009

…..

„Budnikowski?“

„Psst!“

„Entschuldigung!“

„Psst!“

„Hallo?“

„Ich möchte mehr hören! Und nicht Sie!“

„Verstehen Sie dann mehr?“

„Darum geht es nicht!“

„Worum geht es?“

„Wir können nicht so tun, als könnten wir die Gespenster totschweigen. Wir müssen ihnen zuhören.“

„Verstehe jetzt. Und das ist anstrengend.“

„So ist es. Wenn ich mehr höre, sage ich Bescheid.“

„Darf ich solange reimen?“

„Aber stille, Freund Mahler!“

…..

„ich trennte vom baum

gehüllt in meinen mantel

nur das eine blatt

*

ein habicht stieß hinab jäh

er verteidigte sein nest“

…..

Veröffentlicht unter Autor: Christian Lugerth, Verschlungene Pfade | Schreib einen Kommentar

Verschlungene Pfade suchen im Hinterland / 007

…..

pfade008

…..

„So haben wir uns von unserer Heimtüre entfernt, bester Budnikowski!“

„Nennt man das jetzt richtig draußen sein, Herr Mahler?“

„Draußen vor der Tür? Vielleicht!“

„Kommt man dann wieder rein?“

„Nun, ist es die eigene Tür meist, falls der Schlüssel nicht verlegt. Sind jedoch fremde Türen ins Schloß gefallen, schwinden die Chancen.“

„Vor allem, wenn die Türe ins Schloß geschmissen wurde mit Wumms und Rumms!“

„Typische Aufrechtgeherunsitte! Aber was mich besorgt, die Eier kommen ins Rollen!“

„Formbedingt wohl! Wir werden sie nicht aufhalten können. Aber hören Sie das auch?“

„Ich höre gerade nichts, weil ich mich in Sorge befinde.“

„Soll ich Ihnen die Ohren aufdichten, Bär und Grübler?“

„Ich bitte darum, Freund und Hase!“

…..

„junggrüne blätter

milde rauschende ruhe

der rhythmus des spechts“

…..

Veröffentlicht unter Autor: Christian Lugerth, Verschlungene Pfade | Schreib einen Kommentar

Verschlungene Pfade suchen im Hinterland / 006

…..

pfade007

…..

„Glauben Sie mir kein Wort, Budnikowski!“

„Mahler, keine Sorge! Auch ich sehe mich nicht in der Lage mir selbst zu glauben!“

„Nicht ein Wort?“

„In diesen Tagen werden die meisten der Sätze von Enten überbracht!“

„Ich dachte, die hätten heute die Eier überbracht.“

„Die Eier der Enten sind ebenso ungenießbar.“

„Das heißt für unsere Wanderung, die ja irgendwann beginnen wird, was?“

„Maßhalten in der Sicht auf die Welt und mit den Bewegungen der Lippen. Und auch den Lappen!“

„Wie bitte, Budnikowski?“

„Die Lappen unserer Denkapparate!“

„Verstehe. Soll ich es heute versuchen?“

„Ich bitte darum, Mahler!“

…..

„die neuen blüten

meine ärmel tränenfeucht

bleibe ein diener“

…..

Veröffentlicht unter Autor: Christian Lugerth, Verschlungene Pfade | Schreib einen Kommentar

Verschlungene Pfade suchen im Hinterland / 005

…..

pfade006

…..

„Zumindest, bester Mahler, ist es uns nun gelungen vor die Türe zu treten!“

„Die Winde sind kühl noch!“

„Viel möchte ich auch gar nicht sagen heute. Aber es sollte trotzdem von Dauer sein.“

„Versuchen Sie es doch!“

…..

„Wenige Tage

nur die Blüte strahlt und doch

Siehe! Ewigkeit“

…..

Veröffentlicht unter Autor: Christian Lugerth, Verschlungene Pfade | Schreib einen Kommentar