Hinterm Hof ist Reimen vor Ort / 13

…..

hof12

…..

Hasen sind schnell. Gelegentlich auch mal allzu flott. Bären machen Andeutungen. Wollen aber diese Andeutungen nichts allzu ernst und so gemeint haben müssen. Hä? Man hat es nicht im Griff. Also sitzt der Budnikowski in den wärmeren Innenräumen und macht sich so seine Gedanken. Ungereimt? Auf keinen Fall.

*

Rose her und etwas Minze

Wenn es kalt wird

Liebe auch und

Grinse

Schmeiß Tomaten in den Sugo

Eine Birne in den Hugo

Sei ein Wasser tief und still

Stopf die Pfeife rauche Dill

Dann kann der Winter

Lieder singen

*

Der Bär denkt nach bis morgen. Und so.

…..

Veröffentlicht unter Autor: Christian Lugerth, Hinterm Hof | Schreib einen Kommentar

Hinterm Hof ist Reimen vor Ort / 12

…..

hof11

…..

„Demnach naht der Herbst, Herr Mahler?“

„Wie kommen Sie darauf, Budnikowski?“

„Nun, Sie suchen eine Baumhölle auf. Etliche Ihrer Mitpetze überwintern in solchen Höllen!“

„Ach Freund, war wohl nur ein Reflex von Kopp und Rest, da Temp’raturen in die Knie geknickt.“

„Nochmal zurück zu unserer Faulheit?“

„Weia!“

„Tja!“

„Ich weiß! Morgen hat der Geheimrat Geburtstag!“

„Also fangen Sie an!“

*

Niedergangen ist die Sonne,

Doch im Westen glänzt es immer;

Wissen möcht ich wohl, wie lange

Dauert noch der goldne Schimmer?

*

„Das, werter Bär, ist doch entlehnt!“

„Nein, es ist sogar Buchstab‘ für Buchstab‘ geklaut!“

„Wenigstens ehrlich!“

„Stets!“

„Das kann ich auch! Den Geheimrat beklauen!“

„Obwohl Sie keine solchen haben?“

*

Du kleiner Schelm du!

Daß ich mir bewußt sei,

Darauf kommt es überall an.

Und so erfreu ich mich

Auch deiner Gegenwart,

Du Allerliebster,

Obgleich betrunken.

*

„Der Geheimrat kann es schon mal auch im Kleinen! Oder?“

„Man darf weiter von ihm lernen! Sagen Sie doch immer, werter Mahler!“

„Wissen Sie noch?“

„Gewiß!“

„Freundschaft!“

…..

Veröffentlicht unter Autor: Christian Lugerth, Hinterm Hof | Schreib einen Kommentar

Hinterm Hof ist Reimen vor Ort / 11

…..

hof10

…..

„Mensch Mahler! Faul sind wird schon dieser Tage!“

„Budnikowski! Der Sommer kann müde machen!“

„Freuen Sie sich auf den Herbst?“

„Der Herbst als durchgängige Jahreszeit wäre mir eine Freude!“

„Temperaturobergrenze?“

„Sagen wir 24 Grad mit leichter Abweichung nach oben. Im Bereich der Zehntel!“

„Korinthenkacker!“

„So wuchs ich auf, mein Freund!“

„Ähem! Mahler? Bevor ich nervös werde: Hat man auf uns geschossen?“

„Und wenn?“

„Da wiederum haben Sie recht. Die Ohren in den Wind!“

„Und auch den Pöter ausrichten in Sachen Antwort!!“

„Naturalamente heute Ihr Lied!“

„Gerne!“

„Blödes Lied! Man jammert rum!“

„Muß man durch!“

„Schönes Lied also?“

„Schon!“

…..

Veröffentlicht unter Autor: Christian Lugerth, Hinterm Hof | Schreib einen Kommentar

Hinterm Hof ist Reimen vor Ort / 10

…..

hof09

…..

„Bunt ist wieder!“

„Und Sonne dabei!“

„Hatte man uns vermisst?“

„Wer?“

„Gelegentlich vermisse ich mich selber!“

„Geht mir nicht so viel anders!“

„Was vermissen Sie an sich selbst?“

„Wenn ich das wüsste!“

„Hier jedoch ist angenehm!“

„Da pflichte ich bei!“

„Wer hat denn nun eigentlich was gesagt?“

„Ist dies nicht gänzlich ohne Bedeutung?“

„Aber hier ist gut!“

„Ich jedenfalls fühle mich an diesen Orte sehr wohl!“

„Nun denn bis morgen!“

„Gibt es auch Gartenlieder?“

„Gewiß!“

…..

Veröffentlicht unter Autor: Christian Lugerth, Hinterm Hof | Schreib einen Kommentar

Hinterm Hof ist Reimen vor Ort / 09

…..

hof06

…..

„Herr Mahler! Wo sind wir?“

„Wir sind nicht! Wir waren, bester Budnikowski!“

„Sind wir schon länger nicht das, was wir eh nie waren?“

„Solange wir aus einem in sich selbst verlorenen Leben keine müden Legenden stricken, können wir auch mal gewesen sein! Sogar heute!“

„Auch wenn es regnet?“

„Zurück zu Ihrer Frage, Freund! Erinnern Sie sich?“

„Ja. Wir haben zugesehen, wie etwas zurückgebaut wurde!“

„Nennen wir es beim Namen. Dieses Das wurde abgerissen!“

„Und es war ziemlich laut. Und staubig! Und wir hatten Schiß!“

„Sprechen Sie, Budnikowski und Löffeldenker vom klein gedachten Wir oder vom groß in die Welt verlautbartem Wir?“

„Sie meinen bestimmt das oft anmaßende IchVermeidungsWir?“

„Danke für die Wortschöpfung!“

„Mahler, meinen Sie das kann man, falls es gelesen wird, verstehen?“

„Na ja! Am lautesten brüllt heutzutage der Narziß ein Wir in den Tümpel!“

„Das schlägt aber Wellen ins Spiegelbild!“

„Eben! Dann muß er sich nicht ins Angesicht schauen!“

„Wer reimt?“

„Schnick Schnack Schnuck!“

„Mist!“

„Tja!“

*

Obwohl den Vogel in der Hand

Der nicht einmal ein Spatz

Fällt manche Taub‘ zu schnell vom Dach

Sie fühlte sich verkannt

Ein Traum der stand am Strassenrand

Den Daumen steil im Wind

Er endete in den Regalen

Die kostenfrei doch ich muss zahlen

Mit den paar Münzen

Die mir übrig sind

Das letzte Heft in das ich schmier

Ich schenk es Dir

Wirf’s weg

Doch morgen nicht und auch nicht später

Vor der Zeit

Träume sind Verräter

*

„Und wer hat’s gereimt?“

„Tja? Wer hat’s gereimt?“

„Ich hätte auch noch einen!“

„Her damit!“

*

Wer nie in dunklen Kaschemmen saß

Soll nicht vom Tresen reimen

Gruß an die Genossen

Auf den hohen Rossen

*

„Und wer hat’s gereimt?“

„Tja? Wer hat’s gereimt?“

„Ich hätte auch noch einen!“

„Schnauze!“

…..

Veröffentlicht unter Autor: Christian Lugerth, Hinterm Hof | Schreib einen Kommentar

Hinterm Hof ist Reimen vor Ort / 08

…..

hof08

…..

Nein, das sind keine Hunde und Katzen, die es heute regnet, dies wären eher Schlachtrösser und Nilpferde, welche vom dauergetrübten Himmel prasseln. Budnikowski hat sich in die Küche zurückgezogen. Der Herd, eben noch der Töpfe und Pfannen voll, strahlt Restwärme in den Raum. Angenehm. So sinnt der Hase nach einer Antwort auf des Bären gestriges Gereime. Wohlan nun, die Stifte wären angerichtet … ähem … gespitzt. Die Löffel auch.

*

In den Küchen der Hasen

Muß man erst blasen

Bevor man den Löffel zum Munde führt

In den Küchen der Hasen

Wird siedend gekocht

Man besser erst rührt

Bevor schmerzend glüht

Die Lippe und dann ein Bereuen

Jedoch sollte man sich nicht scheuen

Nach neuen

Gerichten

Und nicht verzichtend auf Risiken

Zu suchen auch gern unter Fluchen

Erst wenn der Teller leergenagt

Das Herzeken nicht komplett verzagt

Reinigt man sein Geschirre

Sonst wird man doch irre

Sagte einst eine weise Frau

Genau

*

Mal sehen, wann Bär und Hase sich wieder Gute Nacht sagen. Draußen. Man bemunkelt eine Rückkehr des Sommers in ein paar Tagen. Heat it up.

…..

Veröffentlicht unter Autor: Christian Lugerth, Hinterm Hof | Schreib einen Kommentar