Mahler und Budnikowski setzen sich unter einen Baum und unterhalten sich mal oder mahler (24)

Fr20

„Mahler?“
„Budnikowski?“
„Die Blumen wieder?“
„Die Blumen!“
„Zwischen denen wir schon saßen, als der Sommer so recht noch nicht wollte!“
„Und die Aufrechtgeher untentwegt darüber quasselten, ob er dann!“
„Und nun quasseln sie doch immer noch, daß er aber dann!“
„Bald werden sie quasseln, weil er und dergestalt ist!“
„Sie tun es!“
„Zwanghaftigkeit, oh!“
„Wann wird der Quasselei ein Ende sein?“
„SDS!“
„Oder Deutsche Bundesbahn!“
„Zum Wetter kein Wort!“
„Kann sein!“
„Kann nicht sein!“

Veröffentlicht unter De re publica, Im Heckerland | Schreib einen Kommentar

Mahler und Budnikowski setzen sich unter einen Baum und unterhalten sich mal oder mahler (23)

Fr19

„Mahler!“
„Budnikowski!“
„Wir sitzen zwischen den Blumen, die blühten, als wir hier oben das Sommerdenken begannen! Sagt mir, wo die Blumen sind, nun?“
„Milch werden sie sein oder Quark!“
„Kühe kennen da keine Gnade!“
„Was schmeckt das schmeckt und mir fällt auf, daß schon lange keine Forelle mehr durch meinen Schlund rutschte!“
„Aber wir müssen doch noch denken!“
„Im Sommer fällt das schwer!“
„Über zehn Tage nun der Sonne Freundlichkeit über den Hirnen!“
„Psst, sonst bildet sie sich noch was drauf ein und lässt wieder was von oben fallen!“
„Mahler, pass er auf!“
„Huch! Warum?“
„Hinter Ihnen steht eine Kuh und hebt den Schwanz!“
„Jetzt aber Budnikowski!“
„Die Blumen aber düngte dies, falls der Fall!“
„Und das Denken auch!“
„Was?“
„Ab und zu Mist!“
„High five?“
„Hunger!“

Veröffentlicht unter De re publica, Im Heckerland | Schreib einen Kommentar

Mahler und Budnikowski setzen sich unter einen Baum und unterhalten sich mal oder mahler (22)

Fr18

„Mahler?“
„Budnikowski?“
„Es dunkelt oder ist eine Täuschung mein?“
„Sie täuschen nicht und merken fein!“
„Der Farn nun grüner und Sie knapp weniger geneigt?“
„Noch Ihnen zu jedoch und weiterhin, es geigt…“
„…die Nachtigall, die Lerche und ganz gewiß der Schlummer…“
„…auf Helgoland, da strandet heut‘ ein Hummer…“
„…und beißt ’nen Finger ab, die renitente Schere…“
„…sei dies der Fischerhand die angemess’ne Lehre…“
„…die Kogge trudelt und der Maat…“
„…hat einen letzten trunken‘ Reim parat…“
„…da ham wir den Salat…“
„…die Trottellumme pickt sich ein paar Krumen…“
„…und morgen sitzen wir und sitzen zwischen Blumen…“
„…und zwischen Ranken…“
„…und mehr Gedanken dieser Art…“
„…vom Berg zur See mit schnellen Füß’…“
„…es spricht der Helgoländer James Krüss…“
„…so spricht ein Helgoländer eben:“
„Liebt die Welt und liebt das Leben!“
„Herr Budnikowski, was bemerkeln Sie?“
„Herr Mahler, der Österreicher fährt gern Ski!“
„Not me!“

Veröffentlicht unter De re publica, Im Heckerland | Schreib einen Kommentar

Mahler und Budnikowski setzen sich unter einen Baum und unterhalten sich mal oder mahler (21)

Fr17

„Mahler?“
„Budnikowski?“
„Wo waren wir stehen geblieben?“
„Was für eine unselige Metaffer!“
„Erklären Sie sich!“
„Stillstand ist nicht existent. Im Mikrokosmos, in den Adern, in den Synapsen und Darmtrakten endet Bewegung nie. Selbst der Tod vibriert und gärt.“
„Ich dachte eher an ein hinterlegtes Lesezeichen, eine Art Denkrasthof, an den wir nach vollzogener Pause zurückkehren!“
„Mitten und drinnen in der Sach`, keine Pause gibt es, ach!“
„Vom Geheimrat?“
„Der Binsenweisheiten ist auch der Mahler mächtig!“
„Prächtig!“
„Weiterhin und nicht nur das Wetter!“
„Das wird ja immer better!“
„So denken wir heute nicht unter, sondern in einem Baum!“
„Ein Unterschied?“
„Man spürt ihn kaum!“
„Mahler?“
„Budnikowski?“
„Ein Dialog ohne ich steht vor meinem Auge, nich`?“
„Selbstredend, schlimmer jedoch noch als ICHICHICH sind Wendungen wie „als der Autor damals“ und weitere Verklausierungen präseniler Verarbeitungs – und Erzählwut!“
„Es wäre demnach drum gebeten, autobiographische Masturbation unaufdringlich zu ver…äh..dingsen?“
„Und sich danach die Hände zu waschen!“
„Alter ist anstrengend, gelle Mahler!“
„Bingo, Budnikowski!“

Veröffentlicht unter De re publica, Im Heckerland | Schreib einen Kommentar

Mahler und Budnikowski setzen sich unter einen Baum und unterhalten sich mal oder mahler (20)

Fr16

„Mahler?“

„Budnikowski?“

„Die Hitze!“

„Ich stehe kurz vor dem Synapsenkollaps!“

„Ich dachte an die innere Hitze!“

„Wallungen?“

„Mag man es so nennen. Das letzte Gespräch über Herkunft und die Wolle, aus der die Socken gestrickt sind, auf denen man herumtrampelt, nagt!“

„Man mag ja immer irgendwo hin gelangen! Einigkeit?“

„Gewiß! Aber hat ein Leben, welches bis zu seinem Abgang auf der Stelle tritt, seine Berechtigung?“

„Die westliche Zivilisation ist ein Unding!“

„Mahler, kann man blinde Flecken sehen machen?“

„Gewiß! Man sollte es aber nicht in eine gelangweilte Welt hinaus posaunen!“

„Hä?“

„Wenn man es tut, benötigt man Stille! Wenn man es zu laut tut, hört keiner hin!“

„Herr Mahler, Sie sind ein Romantiker!“

„Budnikowski, darauf stehe ich und kann nicht wandern!“

„Der Todtnauberger ist in Konstanz zur Schule gegangen! Trotzdem hat er seine Geliebte in Marburg schlecht behandelt!“

„Sie sehen: Herkunft ist weder Fluch, geschweige denn Geschenk!“

„Lehnen wir uns etwas zurück!“

„Budnikowski, ich liebe Sie!“

„Mahler, Sie werden sentimental!“

Veröffentlicht unter De re publica, Im Heckerland | Schreib einen Kommentar

Mahler und Budnikowski setzen sich unter einen Baum und unterhalten sich mal oder mahler (19)

Fr15

„Mahler!“

„Budnikowski?“

„Stellen Sie sich vor, man geht ein langes Leben davon aus, man sei – nur als Beispiel – das Kind zweier Gummibärchen und muß irgendwann entsetzt feststellen, daß man das Kind einer Teetasse und einer Häkeldecke ist!“

„Erfreut! Hocherfreut!“

„Gerne nicht entsetzt, gerne, jedoch wohin ich ziele ist jene ominöse Selbstfindung, dieses in sich hinabsteigen, verbunden mit der Hoffnung befruchtet aus den Kellern der Nachdenklichkeiten hoch wieder zu steigen, zumindest bis ins Parterre einer gewissen Erhellung! Ist dies zu leisten ohne Gegenüber? Im Monologischen? In der Selbstversenkung!“

„Man munkelt, daß einigen Wesen diese Eigenschaft gegeben!“

„Von wem?“

„Tja, da fängt es wieder von vorne an. Von Gummibärchen? Oder Teebeuteln? Albert Einstein? Kaspar Hauser?“

„Ich sprach von Teetassen, Mahler, Teetassen. Gefäße, zu füllende. Aber mein Anliegen: ist das Wissen um Herkunft Erhellung schon?“

„Denken kennt keine Larmoryanz und jeder Gedanke ist fremdbefruchteter Keim und seltenst Saat. Um irgendwo hinzugehen, muß man von irgendwo herkommen!“

„Sie leugnen den Ruf nach Individualität per se!“

„Gewiß, in dem ich ihn versuche auszuleben und mir möglichst viele Fremdansprüche vom Pöter wegkratze!“

„Also doch monologisch und – lithisches Existieren als Ziel?“

„Ich käme nicht auf den Gedanken mit den Bäumen zu sprechen, aber zuhören kann ich ihnen, Budnikowski!“

„Mahler, Sie hüpfen ja durch die Denkgärten wie ein bekifftes Känguruh!“

„Ich bin zwei Öltanks!“

„Herr Heidegger hat Frau Arendt in Marburg nicht gentleman – like behandelt!“

„Alle Fehler aller anderen muß man nicht wiederholen!“

„Ein paar aber schon?“

„Sind wir nicht alle Gummibärchen?“

Veröffentlicht unter De re publica, Im Heckerland | Schreib einen Kommentar