Die Parzellengesellen / Ein jeder noch ‘nen Reim und dann kehrt man heim / 1

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Die Parzellenbesetzung neigt sich dem Ende zu. Blätter kräuseln herab, der Farn fällt braun in sich zusammen, Kraniche ziehen in den Süden und die kläglichen Reste, die noch stehen rum im Beet, entweder faul nach den Regengüssen oder sonnenlos ohne weiteres Wachstum und den Geschmack verweigernd. So haben die Parzellengesellen den Beschluß gefasst das Erntejahr abschließend mit einem Reim zu ehren. Als Erster der Budnikowski von den Möhren. Endlich sind sie da.

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Warten im Garten oder Godot übt sich in Überraschung

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Lang war die Zeit und kurz die Frucht

Seit Julis Ende ich gesucht

Ob in den Böden diesen blöden

Nicht nur Tomaten und Zucchini

Mein Gott und grub ich und sah nie sie

Die lieben sagt man selbst die Schotten

Die süßen runden Traumkarotten

Oft mußte ich den Boden stören

Auf der Suche nach den Möhren

Und da der Herbst bläst übers Kraut

Freu‘ ich mich doch sehr und singe laut

Das Lob der Spätkarotten

Auch wenn die Bären spotten über meine Lieben

Kurz vor dem Schluß zur Reif‘ getrieben

Und jetzt wird man nichts weiter hören

Von mir

Was sind sie rund die feinen Möhren

Und nächstes Jahr

Das ist mir klar

Mehr und früher in die Erde

Damit es große Ernte werde

Zu enden fällt mir eben schwer

Doch hinter mir da drängt der Bär

So bleib mir nur noch die Marotte

Den nächsten Reim den spar ich mir

Sage nur noch Tschüssikowski

Herzlich grüßt Ihr Budnikowski

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Die Parzellengesellen / Die gelegentlichen Zweifel und der Herbst sind angekommen

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„Mahler? Es zweifelt in mir!“

„Budnikowski! So auch in mir!“

„Weshalb wir länger nun schwiegen?“

„So isses, Freund!“

„Wird das noch was mit der Solidarität und den grünen Kugeln?“

„Man mag sich vielleicht bemühen, aber gelegentlich ist die Fäule schneller!“

„Dann werden die Kugeln braun!“

„Ja. Das sieht nicht hübsch aus!“

„Und es riecht auch blöd!“

„Aber die Nüsse und die Maronen müssen ordentlich braun werden? Oder?“

„Die sind ungenießbar, wenn grün!“

„Da soll einer draus schlau werden!“

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Die Parzellengesellen / Von der Solidarität der roten Kugeln und den grünen Kugeln später

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„Mein Mahler! Darf ich eine Bemerkung noch zu den roten Kugeln?“

„Liebster Budnikowski! Alle Ihrer werter Bemerkungen bewegen sich in mir im grünen Bereich!“

„Lesen Sie Gedanken?“

„Ihre schon ab und an!“

„Man legt die noch grünen roten Kugeln zu den schon roten und muß lediglich Ruhe bewahren!“

„Und die grünen roten Kugeln reifen nach! Errötend!“

„Das ist doch erstaunlich! Man muß nichts tun!“

„Gänzlich fremd dem Aufrechtgeher und seiner Ungeduld!“

„Ähem! Ein Wort noch zu meiner Ungeduld!“

„Ich weiß, die Karotten!“

„Sie sind mir aber mehr als Marotten, Genosse Bär!“

„Ist mir klar, lieber Hase! Morgen fahren wir hoch in die Parzelle. Auch wenn es sollte schneien, regnen, wüten! Versprochen!“

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Die Parzellengesellen / Von den roten Kugeln

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„Budnikowski! Ich mag diese roten Kugeln sehr!“

„Warum, lieber Mahler? Weil sie rot sind oder weil die so kugelig?“

„Beides! Die Aufrechtgeher in Österreich nennen die Dinger gar Paradeiser!“

„Also hat Eva damals eine Tomate der Erkenntnis gegessen und trägt Schuld an der ganzen Malaise?“

„Sieh an, mein guter Hase! Mal wieder einen herrlichen Hacken geschlagen! Aber es sind eben auch Nachtschattengewächse!“

„Verstehe! Nach der Erkenntnis die nächtlichen Schatten!“

„Weia! Hoch eingestiegen heute!“

„Essen Sie die Dinger eigentlich?“

„Eher nicht! Aber gerne half ich bei der Ernte!“

„Der Paradeiser, einzeln befördert, hat ja auch nicht das Gewicht einer Gießkanne!“

„Und nun Ihre Klage, die ich rieche im Hintergrund Ihrer Worte?“

„Wo, grummelgrummel und nag‘, sind die versprochenen oder erwarteten oder antizipierten Karotten?“

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Die Parzellengesellen / Von Faulheit, Instagrab und der Verschwendung vieler Nahrungsmittel

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„Budnikowski! Aufsteh‘n!“

„Mahler? Wie? Urlaub vorbei? Pool am Ende?“

„Schauen Sie sich um! In der Nachbarn Parzellen!“

„Weia! Um Ihro Bärigkeit zu zitieren! Da verrottet so einiges vor sich hin!“

„Tja. Der Aufrechtgeher halt. Schnell am frühen Spaten, dann macht man ein Foto davon, später fordert TUI Buchung und das Gemüse schießt um sich bis zur Ungenießbarkeit!“

„Warum immer das Maul so aufreißen müssen die?“

„Genetische Codierung oder ganz schlechte Angewohnheiten ebend.“

„Wir lagen aber auch am Pool rum. Aber ernteten doch! Immerhin!“

„Herr Budnikowski! Ein Teil eben mal. Jetzt aber ruft der Ehrenwerte Ernst Albert nach unseren helfenden Pfoten! Es wird, hihihi, Ernst!“

„Also Aufstieg nun? Vom Parzellengesellen zum Erntehelfer? Oder Abstieg von der Draufsicht zur Tat?“

„Auf! Auf! Die Anzahl der zu erntenden Kostbarkeiten nähert sich meiner groben Schätzung nach der Dreistelligkeit! Voran!“

„Lassen Sie mich raten! Also explodierten die Tomaten! Schon jetzt schmerzt mir der Steiß! Was ein …“

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(Einwurf des Säzzers: Zwei Tage nach des von den zwei Gartengesellen verehrten Geheimrates Ehrentag unterbrechen wir den Beitrag! Das kann man doch besser!)

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Die Parzellengesellen / Vom Graben über Gießen

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„Mahler! Der kleine Spaten sticht und Trockenheit, die find‘ er nicht!“

„Budnikowski! In tiefer Erde Reich alles ziemlich feucht und weich!“

„Mahler! Muss man Gärtnersorgen hegen und brauchen wir noch weit’ren Regen?“

„Budnikowski! Das Gießen ist gelegentlich, nur falscher Ehrgeiz, heut‘ vom Tisch!“

„Mahler! Doch ich seh‘ Karotten, klein und zart. Soll’n die verrotten?“

„Budnikowski! Man erziehe jede Möhre, dass sie auf tief’re Wurzel höre!“

„Mahler! Nun liegen wir auf diesem Wasser, mein Pöter wird stets nass und nasser!“

„Budnikowski! Noch so ein bedrisster Reim und der Bär fährt klagend heim!“

„Mahler! Wir hatten uns der Pflicht verpflichtet und nun wird vom Gemüs‘ gedichtet!“

„Budnikowski! Über uns schwirrt grau das Firmament, ich hoff‘ die nächste Wolke pennt!“

„Mahler! Wenn man zu viel im Garten reimt, wer garantiert Dir, dass es keimt?“

„Budnikowski! Lassen Sie mich raten! Es explodieren die Tomaten!“

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