Mühsame 5 aus der Ebene, später unter Wasser

pewo24

Moin, Meister Albert!

Denke ich einen Bären, der unter z.B. einem Baum liegt und im wesentlichen nur verdaut, scheint mir dies als Gedanke höchst angenehm. Dies als (sic!) Fußnote aka Tatzenanmerkung, bevor ich meinen derzeitigen Zustand beschreibe, wobei der Begriff „Zustand“ nicht greift. Zugang zur Welt / momentan / etc / eher vielleicht. Sprechen wir also über das Flache. Manch weiser Aufrechtgeher zitierte gerne die Mühen der Ebene. Nachvollziehbar. Unterm Fuß alles eben, über der Birne auch, ein Ziel erscheint in sichtbarer Entfernung und zack: Gegenwind! Als hätten die Musen und Götter dir ein Gummiband in den Rücken genagelt und daran ziehen sie dann mit wachsender Begeisterung. Meine Füße schmerzen, obwohl mein Herz weiterhin mit großer Freude diesem langen und flachen Land entgegen schlägt. Dann fiel ich in einen Traum rein. Oder auf ihn rein? Das ist Wyoming wie Kamschatka! Ich hatte die Hoffnung vielleicht eine Abkürzung zu finden. Daraufhin wurden meine Tatzen feucht und nässer. Später meinte ich ein Elefant stünde mir auf der Brust und mein Atem entfleuchte jeglicher Kontrolle. Als ich nach langer verwirrter Stunde durch die Wasseröberfläche nach oben schoß, begrüßte mich die eine Ahnung. Jetzt laufe ich weiter oder vielleicht erst richtig los. Ich will Sie nicht mit Klischees belästigen, aber manchmal stimmt es halt. Uff!!!

Platte Füße

Keine Süße

Horizont Ziel doch lohnt

Der Mühen ob zu glühen?

Gleichmaß Zeitfraß

Dies und das vergessen

Und versunken

Gerne mal ertrunken

Neuer Atem Widerstand

Straßenschild gen rechts

Liegt Tüterland

Es grüßt Sie herzlichst ein unklarer Bär an Land und doch mit Hoffnung auf die See

pewo23

PS: Auf der nächsten Postkarte kann man mich wieder sehen!

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Die Vier und wie Käptn Baldurson von Bord geht

pewo22

Moin!

Ich dreh am Rad und höre nichts als Schmatzen. Es ruckelt noch nich mal. Um mich herum alles zu weich, puddingartig, gummigewandet und Schwabbel und kein Vorankommen. Nichts mit dem Gleiten dahin und dem offenem Meer und dem Wind auf meinem Fell. Innehalten, nur kurz. Dann packte mich etwas, was dem Bären fremd sein sollte, vor allem auf dieser gesegneten Insel: die fürchterliche Ungeduld. Und so drehte ich nicht mehr am Rad, nein, ich griff in die Speichen, eckig, grimmig, mit knirschendem Kiefer, als hätte ich mich in die Flinte des Rangers, der mich einst aus dem Yellowstone Park vertreiben wollte, verbissen.  Oder war es der chinesische Grenzer auf der anderen Seite des Ussuri? Egal wie ohne Lachs! Wie mein bäriger Kamm anschwoll und sein bevorstehendes Platzen in meiner Hirnkammer vernehmbar anklopfte, ging ich von Bord. Rattengleich, oh Schande. Oh Schande? Und dann sah ich mein Nachen und – dummer Bär ich – verstand, den Tidenkalender zu studieren ist Mühsal, jedoch angeraten. Warten ist erlernbar. Mit Schmerzen. Kennen Sie das? Davon gehe ich mit Sicherheit aus.

Schlick bis zum Knie

Gemach

Vergesse nie

Andernfalls

Wasser bis zum Hals

Am nächsten Tag

Mit ruhigem Plan

Besteig und fahr die

Achterbahn

Soviel zur Zeit mit Gruß und kleinem Zorn auf die eigene Blödheit

Ihr Käptn „Bootlos“ Baldurson

pewo21

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Dritte Postkarte hinterher und schon Probleme

pewo19

Weia, lieber Herr E. A.!

Nicht erschrecken! Schon wieder Post. Na ja! Ich glaube, ich habe Scheiß‘ gebaut. (Verzeihen Sie diese mir eher fremde Ausdrücklichkeit!) Ich hatte Ihnen gestern meine aktuelle Mitfahrgelegenheit vorgestellt. Jetzt sitze ich im Hafen von Tammensiel vor Leo’s Fischbude. Das ist schön. (Da war ich unlängst mit Ihnen und wir aßen Stremellachs plus die besten Kartoffelpuffer der Welt nördlich von wo auch immer. Die Wirtin sprach immer von „Bordellos“ und Sie lachten sich schlapp und bestellten Tee mit geele Köm.)  Also: das Schaf von gestern ist weg. Und das Moped leider auch. Warum? Weil ich, das Schaf bog nicht richtig ab – ich war ja schon mal hier und dann merk ich mir das auch – weil  ich also sagte lediglich: „Nicht rechts, bitte links, Du, äh, Schaf!“ Und das Moped hält und ich flieg raus, steh auf der Straße und höre noch: „Unverschämheit!“ Oder so was ähnliches. Aber der Hafen zu Tammensiel war nun doch von Osten herkommend in Richtung eben links zu erreichen. Und wie benennt man nun ein Schaf, das falsch abbiegt? Tiger? Giraffe? Otter? Ringelnatter? Bezeichnungen sind Qual und was auch immer. Wie schnell aus einer gefühlt korrekten Benennung beim Gegenüber sich diese Leberwursthaftigkeit ergießt ins vergebliche Miteinander. Na ja! Dann muß ich nun ein eigenes Lenkrad suchen. Ich geh mal an Bord. Darüber Details später. Das Steuerrad ist von einer gewissen mich überfordernden Größe. Aber auch Bären wachsen mit ihren Aussagen. Entschuldigung, Aufgaben meine ich. Das rufe ich jetzt in den von Ihnen hochgeschätzen Wind, der über die schönste Insel der Welt bläst. Ich übertreibe, aber gerne. Ach so: Aufbau der inneren Warft:

Nenne Bekenne und Renne

Nicht weg und Leck

Nicht nur am Zweck

Mache die ganze Sache

Zur Not

Bleib

Aber Lache

Bis bald

Ihr Captain Archi Baldurson

pewo20

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Postkarte 2 und Daumen in den Wind geschwind

pewo17

Mein teurer Herr Ernst Albert!

Wie ich nun über meine kurzen Beine nachsinne, den Stift in der Hand, die eingegangene Verpflichtung der Postkarten wegen im Herzen, singe ich ein Lied von Paul und klebe die Musik dazu auf die Karte drauf. Das geht doch heutzutage, oder? Aber so richtige Freiheit spüre ich ebend nicht. Gerade ist das Lied von Paul zu Ende und noch viel Platz auf der Postkarte. Ich gehe den Stift spitzen.  (…)  So, da wäre ich wieder. Beim Spitzen habe ich diesen Text gesummt.

„You can`t judge a man, if he ain`t free.

You can`t judge the honey without looking at the bee!“

Wahrscheinlich haben Sie mir mal diesen langen Blues zur Nacht geklampft. Und dann war sie auch schon vorbei. Weia! Aber fein, denn ich will als freier Solibärtär weiter genau hinschauen tun. Ach ja, dies wäre auch mein heutiger Beitrag zur weiteren Befestigung der inneren Warft. Jetzt halte ich den Daumen in den Wind. Muß ja auch mal weiter und weg. Das glaube ich jetzt nicht! Schaf mit Anhänger?!

Bis bald A.B.

pewo18

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The Last Hömma / Nuri mal so hingekloppelt

hoemma_tuchel

Iss gut, dat die schwatt–gelbe Gruselposse ein vorläufiget Ende findet. (Getz nur so als Tipp fürre Freunde von Sequels: gerne mal die beruflichen Trennungshistörchen vonnem Wunscherlöser aus derzeit Nizza genauer studieren tun!) Jacke wie Soße inne Hose! Kurz jedoch: Da war gewisse Hoffnung präsent, dat die Jungspunde mit Anleitung vonnem leicht schrägen Übungsleiter sich mit dem „FC Steuerbefreit Nordösterreich“ auf energetischer Gleichspannung auffem Rasen augenhöhig duellieren können werden tun. Kannse ein Ei drüber braten tun! Momentitanic  hat der BVB leider nur mit anne diverse Schreiberlinge durchgestochene Detailien über interne Rumkasperei unangefochten dat Peinlichkeitstriple eingesackt. Große Ehrenrübe deshalb anne Beteiligten von meine Wenichkeit. Und Ehrenkreuz in Kackbraun an die Führungsriegels. Sach an, Meister Watzkey, könnten da zuviel beleidigte Dellen an eure westfälischen Dünkelkekse rumknuspern tun? Dat einem der vegane Nerd auffe Klöten rumhüppen kann: iss kein Thema. Aber am heutigen Tach per Verlautbarung enne Pöhlerverein zum gefährdeten Staatsgebilde hochzusterilisieren und mit in Krokodilstränen erstickter Verbitterung vonnem gerade so verhinderten Untergang des Börsendampfers „Echte Liebe“ zu salbadern? Huch mal so! Isset Tuchelchen tatsächlich sowat wie ne Eisberch? Bartra sieht et anners. Kannse auch knicken. Die erste teutonische börsennotierte Rasenunterhaltungsfirma, welche seit Unzeiten und dem seligen Borussensiggi gerne mal inne Kurve nach rechts abbiegen lässt und dat gelassen sogar bis zue tränenreiche Tribünenräumung mental weggefurzt, iss den Untergang des Abendlandes am wittern, wenn der von HAJO euphorisch verpflichtete Übungsleiter den ein oder anderen reumütigen und gnadenlos überbezahlten Rückkehrer (von HAJO zwangszürückgeshopt aus Nordösterreich, Esparnixia oder Brexitien!) wegen wat auch immer auffe Zuschauerbänken belässt. So iss dat mit die Nostalgien. Wo die höchst aktiven Facebüchergenossen doch nache externen Scheiterungen gerne einfach anne prall gefüllte westfälischen Familienzitzen zuckeln wollten. Pustekuchen! Oder? Kannse zurückgekehrten Familienmitgliedern nich zumuten dat nach der Vergangenheit auch Zukunft existieren tut? Musse selber wissen! Ich bin wech! BVB und der Schweizer? Kannse oben nachlesen. Bildschirm bleibt geschlossen. Die Einen sitzen abends im Bus und die Anderen wissen Bescheid. Wat macht Auba? Pillepalle isset! Dat iss auch sonne Doofprinz. Und dann twittert auch noch masturbativ der TT inne Welt hinein! Lasset stecken!

(Budnikowski beginnt zu zittern. Als sei ein Kistenteufelchen in seinen vergilbten Leib gefahren. Er spricht in neuer Diktion.)

Glööv ich dat, ihr Drissköppe? Donn mer de Fingerche weg vom Stöger Pitter. Iss dat üch klar?

(Und so begann Budnikowskis Hätz wieder rut – wiess zu schlagen. Und wie anno einst zur Zick zu Müngersdorf sang der Hase ein Lied.)

Text:

Ich bin ein Hase mit Niwoh

Und lese Kicker auf dem Klo

(Wie der Hase das rot–weiße Lied vor sich her sang, in blöder Erinnerung ans das alte Müngersdorf, es sich neben ihm auf den Spielfeldern dieser Welt einiges eindunkelte, Pyroidioten sich kollektiv ergossen und Familienväter aka 11 Freunde–Abonnenten sich im Namen der Atmosphäre auf Helene die Fischerin vom Hodensee  dumpf erleichterten, dachte Kuno Budnikowski darüber nach, ob man nicht gen Leipzig blicken solle. Da quatscht wenigstens kein verlogen sentimentales  Altherrenpack bierdoof rum von echter Liebe und das leider mit Trumptolle auf den inneren Mützen.)

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Mahlers erste Postkarte und er bleibt im Takt

pewo15

Moin, lieber Ernst Albert!

Also hatte ich rechtes Glück. Der Leuchtturm ist nur besteigbar, wenn man heiratet. Also wenn ein Paar anklopft, kann es hoch. Die Braut hatte mich gesehen und – zack – war ich oben. Und es gab einiges zu sehen. Unten und oben. Zuerst wollte ich mal die ganzen unzähligen Schafe zählen. Bei etwa achthunderteinundvierzig war ich eingeschlafen und die Braut war weg. Auch die Tür war ins Schloß gefallen. Was tun? Das Wetter blieb im wesentlichen trocken, aber der Wind war ein ständiger Ansprechpartner. So schaute ich der Tide zu. Sechs Stunden lang kommen, sechs Stunden lang gehen. Das ganze Paket gewiß viermal. Man wird ruhig, aber auch sehr hungrig. Dann kam der Leuchtturmbevollmächtigte nach oben und ich war – zack – unten. Das Fahrrad stand noch da, schloßlos und trotzdem. Aber Sie nicht. Sie wissen, teurer Herr Albert, ohne eine Vorwurf in den Wind zu werfen, um die Kürze meiner Beine im Vergleich zu den ihrigen.

Stand heute ein herzliches Tschüüüß!

Archibald Baldursen

PS: Ich vergaß die Anmahnungen in Sachen „innere Warft“:

Führt der Weg ins Ungewisse

Gegen starke Winde pisse

Nicht

Und wenn Abkürzung im Angebot

Verneine

Dann lieber trocken Brot

Und eig`nes Licht


pewo16

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