Von den Harten im Garten 9 / Vorfahren

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„Guten Tag, sehr verehrtes Publikum!

Ich bin nicht allein geworden. Ich war nur in mir versunken. Und da dachte der Budnikowski, ich wäre nicht mehr da. Aber ich war nur nicht anwesend. Ich hatte meine Nase in diese Wiese gesteckt und die Gerüche und Bilder, die mir da entgegenströmten, haben mich etwas unaufmerksam gemacht. Ich weiß, daß dies eine meiner unvorteilhaften Charaktereigenschaften ist. Ich bin leicht ablenkbar und verliere mich dann. Wo ich dann bin? Tja! Wenn ich das wüßte. Jetzt muß ich aber noch mehr riechen und sehen und Düfte und Blumen sortieren. Aber ich kenne die Straße sehr genau, auf der ich den besten aller Budnikowskis wiedertreffen werde. Das Lied darüber ward schon gepfiffen. Manchmal weiß man es halt nicht: ist man nun vor – oder nachgefahren! Ich glaube, es ist auch Wurst wie Lachssteak.

Bleiben Sie behütet, weil es ist sehr heiß dieser Tage.

Ergebenst Ihr Archibald Mahler, Bär vom Brandplatz“

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Von den Harten im Garten 8 / Nachfahren

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„Tach auch zusammen!

Ich bin allein. Ist der Mahler jetzt vorgefahren und ich muß nachfahren? Jedenfalls hat er das Himmelreich verlassen. Übernimmt er nun die Bärenmoosalpe und wächst dort fest? Ich weiß dat alles nich. Hier ist es so schön. Und es duftet. Und es summt. Und die Welt ist fern, obwohl wohl eigentlich dies hier die Welt ist. Oder? Heute wäre ich gerne selber eine Blume. Zumindest bis Ende des Monats Kuno … Blödsinn … Juno. Erst dann werden hier die Wiesen gemäht. Die hiesigen Aufrechtgeher warten ab bis die Blumen ausgeblüht und dann erst wird gesenst. Gescheit. Keine Hektiker. Jetzt guck ich noch in den Himmel, der über diesen Hügeln … Blödsinn … Bergen sich sehr bewegt zeigt und wölbt. Was mich wiederum bewegt. Vielleicht sogar inne Richtung von was Majestätischem. Und dann muß ich nachfahren. Oder bin ich dann gar vorgefahren? Wir werden es sehen.

Letzte Grüße vom Himmelreich

Ihr ergebenster Kuno Budnikowski“

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Von den Harten im Garten 7 / Beweismittel

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„Hier, Budnikowski, bester Hase! Lesen Sie! Ich übertreibe gerne, jedoch die Lüge ist mir fremd!“

„Mahler! Da sind Sie nicht allein.“

„Also, es existiert – zumindest hier vor Ort – ein Himmelreich auf Erden!“

„Nun, man benannte diese zugegeben göttliche Wiese derart. Aber, ich zitiere da vor allem alte Worte eines Bären: der Aufrechtgeher neigt gerne zu Übertreibung!“

„Da haben Sie vollkommen recht, zumal Sie mich zitieren, aber hier oben stimmt es!“

„Bevor Sie sich wieder in Ihrer Eitelkeit verlieren, gebe ich Ihnen recht. Mit Vergnügen! Jetzt Sie!“

„Darf ich noch ein bisserl eitel bleiben?“

„Wird sich wohl nicht verhindern lassen! Raus damit!“

„Vom Himmelreich führt ein direkter Weg zur Bärenmoosalpe!“

„Na dann los und hin! Aber es geht bergauf! Aber dann müssen wir wieder runter!“

„Ich habe kapiert. Wer zu lange oben sitzen bleibt, dem wächst Moos am Pöter!“

„Und im Hirnkasterl, lieber Mahler!“

„Budnikowski! Weiterhin vertraue ich unserer Umtriebigkeit!“

„Jawollomann! Morgen suchen und riechen wir weiter an der Welt!“

„Kann aber auch übermorgen sein!“

„Aber schön ist hier schon. Da haben Sie recht, Mahler!“

„Zu schön fast spricht mein blutpumpendes Organ!“

„Weshalb?“

„Du kannst wählen zwischen Wahrheit und Ruhe, aber beides zugleich kannst Du nicht haben!“

„Wer sagt das!“

„Der!“

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Von den Harten im Garten 6 / Himmelreich

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„Mahler! Wo sind wir jetzt?“

„Ein schönes Lied!“

„Hä?“

„Ton Steine Scherben!“

„Kenne ich nicht!“

„Sollten Sie aber! Ich pfeife es am Ende unseres Dialoges!“

„Dann von vorne. Mahler? Wo sind wir jetzt?“

„Im Himmelreich!“

„Hä, die zweite. Drehen Sie jetzt hohl?“

„Nein! Schauen Sie doch selbst. Es ist wunderschön hier!“

„Aber wir sind doch noch nicht tot!“

„Trotzdem im Himmelreich! Genauer gesprochen auf dem Himmelreich!“

„Mir schwindelt!“

„Ich hingegen, Freund Budnikowski schwindle nicht. Morgen gibt es ein Beweisfoto!“

„Man kann neuerdings das Himmelreich fotografieren?“

„Quatsch! Aber Hinweisschilder!“

„Ich gebe es auf!“

„Gut so. Schauen Sie auf die Schönheit zu Ihren Füßen!“

„Und was ist mit dem schönen Lied!“

„Ich pfeife es!“

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Von den Harten im Garten 5 / Donnerwetter

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„Mahler! Da hinter uns! So schnell! Man mag Angst bekommen!“

„Vielleicht mag ich das an den Bergen! Es geht alles sehr schnell! Oben am Himmel! Und wer nicht hinschaut, wird naß!“

„Mahler! Sie meinen, daß was hinter unserem Rücken, liegt vor uns?“

„Wahrscheinlich! Und irgendwann liegt es wieder hinter uns!“

„Mahler! Und wenn wir uns umdrehen?“

„Budnikowski! Ändert nichts an der Wetterlage!“

„Ah! Ich höre und sehe wie die Berge den Philosophen in Ihnen zurückkehren ließen. In letzter Zeit waren Sie – Verzeihen Sie mir! – ja schon ein bisserl zahnlos unterwegs!“

„Sie haben recht!“

„Wollen wir uns dennoch umdrehen und dem Donnerwetter ins Gesicht schauen?“

„Sollten wir unbedingt!“

(Man dreht sich um. In aller Ruhe. Schweigt. Dann der Hase.)

„Heilige Karotte. Das sieht ja beeindruckend aus!“

„Bei den Lachsen des Ostens und des Westens, das haben Unwetter so an sich!“

„Man meint nie und nimmer werde die Sonne scheinen wieder!“

„Schauen wir was der morgige Tag zeigt. Dies oder jenes!“

„Ich kann mich gar nicht entscheiden! Das gefällt mir schon!“

„Tja. Der Dramatiker benötigt den Knall!“

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Von den Harten im Garten 4 / Auswärtsspiel

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„Wo sind wir?“

„Ich weiß es nicht.“

„Gar am Ende der berühmten Strasse sechsundsechzig?“

„Vielleicht. Der Ehrenwerte Ernst Albert erzählte eben der wunderbaren Pelagia, daß er als Bube sechsundsechzig und später öfters mal hier in der Gegend urlaubte. Meist mit Familie und Schnee.“

„Die Berge in unserem Rücken gefallen mir, Budnikowski!“

„Gibt es hier auch Fischbrötchen, Mahler?“

„Man kann nicht alles haben!“

„Und was gibt es hier außer Marillenschnaps?“

„Steile Wege nach oben! Steile Wege wieder hinab!“

„Runtersteigen tut mehr weh!“

„Da haben Sie Recht, bester Hase. Man hat das Gipfelglück noch im Rucksack. Das drückt auf die Knie.“

„Denken Sie seit neuestem mit dem Knie?“

„Noch ein wönziger Schlock?“

„Ich tupfe meinen linken Löffel ins Getränk! Sollte reichen!“

„Nun, ich werde meine Bachforelle mit dem Getränk beträufeln! Und außerdem bin ich beglückt auf diesem Balkon sitzen zu dürfen! Auch mit Ihnen!“

„Ähem. Sie sehen mich verlegen! Ich glaube, ich werde auch noch den rechten Löffel ins Getränk tupfen!“

„Psst! Hören Sie?“

„Ja. Die Kühe kehren heim von der Weide!“

„Die bimmelnde Kuhglocke! Das OM der Berge!“

„Mahler! Schön gesagt!“

„Danke, Budnikowski!“

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