Die Sommerpause ruht vorm Winterschlaf / Fünf

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PS09

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„Budnikowski! Ich hätte vielleicht was erfunden, also was gefunden!“

„Er? Was gefunden? Was?“

„Was man verwenden könnte vielleicht.“

„Mahler! Das was hier rumliegt und rostet?“

„So isses. Was mal war, kann eventuell auch wieder was werden. Und so sein. Weiterverwindungen.“

„Für immer und ewig dann?“

„Das gibt es nicht. Aber daran glauben kann man gelegentlich schon mal. Aber es geht doch um das nächste Haus? Oder, Herr Hase?“

„Nun, lieber Bär, da auch unsere Finanzen sehr beschränkt, wie sähe es dann aus, das Aus … Haus der Traum … quatsch …. der Träume, erbaut mit dem, was hier so rumliegt?“

„Sehen Sie unten!“

„Und der Turm hinter dem Haus da?“

„Was meinen Sie?“

„Dran glauben?“

„Mehr kann man nicht tun.“

„Haben Sie das neue Buch von dem Herrn Zimmermann schon gelesen? Sprich, liest der Ehrenwerte Ernst Albert wieder vor?“

„In Dauerschleife. Davon später!“

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PS10

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Die Sommerpause ruht vorm Winterschlaf / Vier

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PS07

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„Das wäre mein Vorschlag!“

„Das wäre ihr Vorschlag?“

„Genau, Mahler! Das wäre mein Vorschlag!“

„Diese Ruine da hinten?“

„Ja, denn eine Ruine war, bevor sie eine Ruine wurde, eben keine Ruine nicht!“

„Und, Budnikowski, hätten Sie eine Vorstellung davon, wie die Geschichte nach Generalüberholung und geflissentlicher Aufhübschung aussehen könnte. Und, das Wesentliche unseres Plans, können Geschichten wohnen in einem Hause, in dem es durchzieht?“

„Klar! Die eine Geschichte raus! Die nächste Geschichte rein!“

„Haben Sie schon eine Baufirma aka Reimfirma beauftragt?“

„Nicht wirklich! Aber es gäbe da eine Idee. Ein bunter Baum müsste vor einem farbigen Haus stehen!“

„OK! Stelle ich mir mal vor!“

„Ich hätte da schon ein Bild für Sie!“

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PS08

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Die Sommerpause ruht vorm Winterschlaf / Drei

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PS05

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„Mahler? Könnten Sie sich das vorstellen?“

„Ich kann mir schon vorstellen, dass ich mir einiges vorstellen kann!“

„Immer diese Spitzfindigkeiten. Können Sie sich das vorstellen, dass …“

„Budnikowski, wird das jetzt ein Roman oder ein Essaysammlung?“

„Nein, ich meine, schau’n Sie doch mal, ob Sie sich vorstellen können, also dieses Haus dort drüben!“

„Ich sehe ein Haus, ich sehe einen etwas überbevölkerten Garten, das sehe ich und was ist denn nun Ihre Vorstellung von meiner Vorstellung?“

„Ja, ob man, wir sprachen doch unlängst von meiner Körpergröße, ob wir vielleicht da drüben … also … einfach so ein paar Wochen nur, jetzt wo es vielleicht bald schneit und …“

„Aaah, Budnikowski, mir schwant und dämmert es. Da drüben Kost und Logis?“

„Und vielleicht doch so alte Geschichten anhören!“

„Werter Budnikowski, dies lässt meine Zwergenallergie nicht zu!“

„Jetzt, Mahler haben Sie aber ein gänzlich anderes Geschichtenfass aufgemacht!“

„Genau. Lassen Sie uns weiterziehen. Wie zwei Ringträger. Vielleicht können wir hier in dieser Gegend noch ein anderes Winterquartier suchen oder finden.“

„Quasi unserer eigenes Geschichtenhaus?

„Möglicherweise!“

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PS06

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Die Sommerpause ruht vorm Winterschlaf / Zwei

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PS03

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„Herr Budnikowski?“

„Ich höre, Mahler?“

„War ich schon eingeschlafen?“

„Mir scheint so!“

„Aber jetzt wäre ich wieder wach, denn es ist so schön warm!“

„Ein wenig zu warm, wenn ich das bemerken darf.“

„Aber mir ist warm von außen, also Herbstsonne auf Häuserwand und auch von innen!“

„Huch! Warum?“

„Gestern war „National Tell A Story – Day“!“

„Hat Sie Ihr Kollege Bär Paddington angerufen?“

„Das braucht er nicht. Das weiß ein Bär!“

„Angeber! Und was machen wir dann? Erzählen vom Marmeladentoast unter dem Hut?“

„Nein, nehmen wir eine lokale Geschichte! Sehen Sie da drüben?“

„Die kenne ich schon. Langweilig. Und es kommen keine Hasen darinnen vor. Zwerge mochte ich noch nie und verkneifen Sie sich bitte jegliche Anspielung an meine Körpergröße.“

„Gut ich werde gänzlich wach und ich überlege! Mir fällt was ein!“

„Versprochen?“

„Ich versuche es!“

„Das ist gut!“

„Man muß manchmal reden, damit das Schweigen nicht alles sagt!“

„Da haben Sie mal wieder ein Zitat geklaut!“

„Ich gestehe. Sogar ein Zitat von Jemanden, der selber Zitate klaut. So sind wir Labberköpfe!“

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PSO4

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Die Sommerpause ruht vorm Winterschlaf / Eins

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PS01

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„Mahler? Es ist hell. Oder?“

„Gleich wird es wieder dunkler, lieber Budnikowski!“

„Ist das nicht herzlich langweilig! Eben noch geschnarcht und schon wieder in den Armen von Hypnos?“

„Sagen wir es so: nach der Sommerpause ist vor dem Winterschlaf!“

„Und wer glotzt uns, die wir erwachten in leiser Hoffnung, unverschämt an?“

„Wiederkäuende Wesen!“

„Freund Mahler, Ihr voller Ernst sei dies?“

„Budnikowski! Wir haben keine andere Wahl denn jene uns der täglichen Wiederholung anheim zu geben! Tag für Tag und auch in den Nächten.“

„Müssen wir?“

„Wir sollten. Und zwar freudig!“

„Wenn Sie meinen! Die Wiederkäuer hier vor Ort sind sehr hübsch frisiert!“

„Dies sei die mindeste Forderung: im stündlichen ein- und ausatmenden allgegenwärtigen Schmerz sich den Glauben an eine freundliche Ästhetik zu erhalten!“

„Na dann!“

„Genau! Und nach dem Wiederkäuen entleert man sich entspannter!“

„Sagt man so?“

„Na ja! Gelegentlich wirken Worte!“

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PS02

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Von den Harten im Garten 16 / Sitzenbleiben

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garten21

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„Mahler? Sie wollen nicht mehr schauen?“

„Budnikowski! Es geht nicht ums das Wollen. Eher um das Können!“

„Aber Sie können das doch!“

„Eben eben nicht. Übernehmen Sie!“

„Okeeee! Erstmal ist da draußen nix!“

„Das ist schon mal gut!“

„Aber es ist schön!“

„Das ist ja noch besser!“

„Aber leider etwas trocken!“

„Das wiederum ist …“

„Mahler! Sie wollten sich doch nicht mehr aufregen über die Aufrechtgeher!“

„Wenn ich Sie nicht hätte!“

„Also, da draußen ist ein ruhiges, noch grünes, weites Feld! Was soll ich damit anfangen!“

„Budnikowski! Ein leerer Raum. Ein Spielfeld der Phantasie. Da können Sie hinstellen, was immer Sie wollen!“

„Auch gar nix?“

„Auch dies wäre möglich. Man kann aber auch warten bis etwas vorbeikommt!“

„Wollen Sie dann, daß ich Ihnen Bescheid sage? Wenn etwas geschieht?“

„Das entscheiden Sie!“

„Menno! Auch noch Verantwortung! Und wenn nix erscheint und mir nix einfällt und Sie wieder schnarchen?“

„Haben Sie Angst vor der Langeweile?“

„Sie etwa nicht, Mahler?“

„Und wie!“

„Was dagegen tun?“

„Nix. Sitzenbleiben und weiterfahren!“

„Hä?“

„Bis wir wieder weiterfahren, bleiben wir sitzen und hören Lieder von Zügen!“

„Das ist genial. Mahler! Mahler! Da draußen! Ich seh‘ was!“

„Pssst! Davon berichten wir später!“

„Jetzt gleich?“

„Nein. Viel später!“

(Nun beginnt das Schweigen nicht mehr angestrengt zu knarzen, sondern Budnikowski hört die Karotten wachsen und Mahler versucht sich zu entscheiden, ob er nun aus Wyoming oder Kamschatka. Das hatte er zwar schon, aber manche Dinge verlangen nach Wiedervorlage. Schönen Sommer allen. Am besten zu Hause.)

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