„Nur ein toter Aufrechtgeher ist ein guter Aufrechtgeher!“ Huch? Nein! Niemals käme Archibald Mahler, Bär vom Brandplatz und in diesem beginnenden Sommer Sammler von Bänken, auf die Idee einen solchen Satz zu denken, zu bedenken oder gar niederzuschreiben. Oder? Der Bär stellt lediglich fest, was für ein friedliches Wesen der gemeine Aufrechtgeher sein kann, wenn er unter der Erde sein Unwesen treibt. Und welche Ruhe er dabei ausstrahlt. Gepriesen seien die Orte, die sie sich schaffen, die Herren und Damen Aufrechtgeher, um sich gelegentlich ihre Endlichkeit vor Augen zu führen. Nützt zwar meistens nichts und fährt die Aufgeregtheiten und Übersteuerungen nicht wirklich auf Null – meint Herr Mahler – nichtsdestotrotz, man sitzt hervorragend auf dem Alten Friedhof in der Kleinen Häßlichen Stadt, welche hier ausgesprochen hübsch ist. Manchmal pinkelt zwar ein Köter auf einen Gedenkstein oder ein in Plastiktextilien gewandeter Läufer huscht über den Kiesweg, aber sonst keine Klagen. Ruhet sanft und verwittert in Würde. Und sorgt Euch nicht. Jeden Abend schläft man ein und weiß man wirklich, ob man je wieder erwacht? Man traut sich trotzdem zu stürzen in den Schlund hinab. Wer weiß, ob die Aufrechtgeher, die hier unter der Erde wandeln, nicht einfach nur durch ein nicht enden wollendes Traumfernsehprogramm zappen und zappeln. Keiner der dort war, kam zurück und konnte berichten. Aber ruhig muß es dort sein. Das ist doch was. Solche Sachen denkt heute der Bär und dabei ist noch gar kein Herbst. Wahrscheinlich freut sich der Bär über diesen einen Augenblick am heutigen Tage, als er körperlich spüren durfte, was dies sein kann: die Ruhe draußen, die Ruhe drinnen. Das einzige, was er für Sekunden hörte, war das Rauschen des eigenen Bluts. Aber jetzt juckt es am Pöter. Das heißt, erstens sich kratzen und zweitens weiter zur nächsten Bank. Man hat ja noch einiges vor, bevor das weiße Licht angeknipst wird. Oder die weiße Hitze?
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