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„Mahler? Entschuldigung!“
„Ja, Budnikowski?“
„Also! Ähem!“
„Man mukscht rum! Oder sehe ich das falsch?“
„Na ja! Ist mir ein wenig peinlich!“
„Heraus damit! Was ist Ihr Begehr?“
„Na ja! Schon ein bisserl frisch hier draußen so gegen Abend!“
„Ha! Ich ahnte es! Mir tut das Kühle besser. Man ist nicht mehr geblendet vor der Zeit und schmerzfrei nun mein Bärenkopf!“
„Otepää!“
„Wie meinen?“
„Na ja! Als Sie noch winterschliefen, schaute ich über die Schulter des Ehrenwerten Laufen im Schnee mit Schießgewehr. Und der Ort, wo geschossen wurde, hieß Bärenkopf, also dort vor Ort: Otepää!“
„Estnisch. Ja!“
„Woher wissen Sie?“
„Na ja! Entfernte Verwandschaft dort, mein lieber Jänes!“
„Wie meinen?“
„Jänes nennt man dort die Art der Ihren. Im übrigen die Lieblingsspeise meiner estnischen Sippschaft!“
„Hoffentlich gibt es da bei Ihnen keine genetischen Überschneidungen!“
„Kaum! Dies hätten Sie wohl schon vor längerem bemerkt. Hark! Heute ist übrigens der Welttag der Poesie. Wollen Sie?“
„Danke für das Vertrauen. Aber ich reiche gerne weiter. Meine Synapsen sind etwas unterkühlt! Und unerhörte Neuigkeiten!“
„Nun denn. Memoriere ich ein Fremdwerk. Derweilen verorten wir uns ins Warme.“
„Ich pfeif ein Lied dazu und entsorge das Schnittgut!“
(Otepää rezitiert und der Jänes pfeift vom Lenz. Zurück ins Warme!)
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Immer dem Fuchsbalg nach
*
Das vollkommene Gedicht
wird nie einer schreiben.
*
Es ist 11 Uhr vormittags
ich setze aus der Einfahrt
raus, ein Stück den Berg
rauf, winke meiner Frau
fahr die Straße runter und
in die Welt.
*
Das vollkommene Gedicht
wird nie einer schreiben.
Nicht hier, nicht
sonstwo, nicht auf
ein Blatt Papier
auf die Straße
an die Mauer
in Paris
in Peru
im Männerklo
im Wartesaal
auf eine Plakatwand
auf einen Stecknadel-
kopf. Nie wird jemand
das vollkommene Gedicht
schreiben.
*
Dafür
wollen wir
den Göttern
dankbar
sein.
(Charles Bukowski)
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