Zwischenschlaf 2: „Wenn et Bedde sich lohne däät, wat meinste wohl, wat ich dann bedde däät.“ (BAP)

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Mahler hatte nachgedacht. Während er träumte. Oder nachdachte, ob er träumte. Oder er träumte, eben denke er nach, während er davon träumte, nachzudenken. Naja! Vielleicht wäre es doch besser aufzuwachen, denn im Bauche eines Wals seine ewige Ruhestatt zu finden. Dann zog etwas an Mahler. Am ehemals Abben Bein. Da ist er etwas empfindlich. Selbst im Traume war ihm klar, daß dies wohl der Gefährte Budnikowski sein wird, der anläutet. Unruhe erfaßte Mahler. Große Unruhe. Der Wal schien ebenso starke Schmerzen zu haben. Mahlers Ohren dröhnten. Da war viel Weh. Und nicht nur am Bein.

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Nicht daß Budnikowski jemals Achterbahn gefahren wäre. Gewiß, sein Leben glich ab und an einer Achterbahn, jedoch in einer Achterbahn auf der Kirmes mit der Gravitation zu hadern: dies noch nie! Nun denn, so mußte sich das wohl anfühlen. Der Magen verläßt seinen angestammten Platz, drückt Richtung Hirn, um im nächsten Moment im rechten oder linken Zeh nach einer neuen Bleibe zu suchen. Wo war er? Warum saß er nicht zwischen frischem Grün und Bunt, den Lenz zu grüßen? Warum in dieser vibrierenden Höhle? Halluzinierend? Und wer sprach da zu ihm? „Ich lasse Dich in meinem Traum sein, wenn ich in Deinem Traum sein kann. Das sagte ich!“ Wer hat das gesagt? Der Wal, falls der Wal ein Wal war, bewegte sich heftig. Es fühlte sich an, als ob das Monstrum im Sturzflug, genauer Sturztauch, Richtung Mariannengraben, so Mahler, taumelte. Und während Budnikowski noch dachte, daß selbst im Traum der Bär mit seinen Geographiekenntnissen reüssieren muß, fasste er nach dessen Abben Bein und klammerte sich fest. Ein Schrei.

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Mahler erwachte. Zumindest schien ihm das so. Der Schrei. Man spricht. Von Träumen. Deinen. Meinen. Er bemerkt, daß er den Gefährten Budnikowski, der wohl eben noch an seinem Abben Bein gezerrt hatte, in den Armen hielt. Zitternd. Beide. Und der Wal. Mit aufgestellten Löffeln schrie der Hase in Moll und Dur und allen anderen Tongeschlechtern, daß sein Mageninhalt ihn sogleich durch eine der Körperöffnungen verlassen werde, wenn dieses Vieh nicht endlich mal zur Ruhe komme und daß nun nur noch das Beten helfe. Worauf der Bär antwortete, zumindest träumte er dies, daß, wenn das Beten sich lohnen würde, er Tag und Nacht im Gebet versunken wäre. Diese Äußerung nahm der Wal ihm offensichtlich krumm. Es rumpelte entsetzlich. Und aus weiter Ferne vernahm er ein Lied, welches der Gefährte pfiff.

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(Pst! Nicht stören. Geht bald weiter. Der Säzzer!)

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