Von den Zurückeroberungen eines Alltags in den Tagen des herannahenden Lenzes sprechen, dichten oder singen / 7

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„Also eine Frage nur, sehr geehrter Budnikowski, würde ich gerne in meiner momentanen Blendung loswerden!“

„Wertester Mahler, warum befinden Sie sich im fröhlichsten Sonnenlichte hier draußen in akuter Verblendung?“

„Blendung, Budnikowski, Blendung sagte ich. Und eben die Sonne. Nach Monaten schützender Finsternis brazzt der Gelbe Planet volle Kanne uff meinen Tschero!“

„Was für eine unflätige Sprechkultur, welche Sie hier und heute am Tage des Kompromiß zu pflegen scheinen!“

„Grrgh! Kompromist! Ich habe Hirnweh und sehe nüscht! Reim gar nichts!“

„Aha! Was war es denn noch, was Sie zu fragen anhuben, bester Mahler?“

„Doppel – Grrgh! Aber ich bleibe beherrscht und frage: Sind wir denn nun unter die Blumenbefreier gegangen? Wir sitzen draußen neben Drinnenblümchen und die sprießen garnicht lenzgemäß, sondern siechen so vor sich hin!“

„Dies ist nunmal das Schicksal der Abgeschnittenen. Ein kurzes Feuerwerk der blühenden Erfreuung und dann welkt es sich in die Biotonne!“

„Und das erfreut Sie, Budnikowski?“

„Ich gebe zu: Ja! Solange der Lenz draußen noch nicht allzuviel zu bieten hat. Und ich dachte, ich laß sie noch einmal die Sonne spüren!“

„Sie hören mich sprachlos, das heißt eben nicht. Ich schweige. Ich muß!“

„Reim gar nichts? Verstehe! Ich übernehme!“

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Ein scharfes Kneipchen

Todgeweihte Blütenpracht

Erweckt zum Leben

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