Alles klebt. Alles ist klebrig. Alles ist so sonderbar klebrig. Mahler wälzt sich zwischen zwei Zuständen hin und zurück. Nicht, daß er wachte, geschweige denn, daß er schliefe. Aber es klebt. Und es ist süß und überzuckert und rot. Es ist nicht der Schweiß. Bären schwitzen nicht, sie stinken gerne mal, aber schwitzen, dies tun die Bären nicht. Seien sie aus Kamschatka oder Wyoming. Mahlers Nase möchte sich ins eigene Arschloch bohren, – (Verzeihung! Nicht von Mahler diese rohen Worte, sondern vom großen Georg Büchner: also Weltliteratur! Der Säzzer) – um dieser olfaktorischen Beleidigung ein für alle mal zu entfleuchen. Und was den Riechangriff noch ins Unerträgliche steigert, ist dieses kratzende, monoton entnervende Geräusch, welches sich mit dem Übelriech unverbrüchlich verbindet. Ein klagender Dauersound, als zöge jemand stundenlang Eisen über gefrorenes Wasser. Von der Begleitmusike schweigt selbst der böseste Traum und hebt seine Hände zum Himmel. So denkt das Bärenhirn zwischen den Zuständen, bevor es Zustände bekommt. Wäre die Welt Matratze, wäre sie entweder zu weich oder zu hart. Geschlafen werden muß trotzdem. Auf dieser und keiner anderen Matratze. Quatsch: Welt. Jetzt kommt der Traum und weil der Mond ein voller ist, albt der Traum. Andere nennen es die Realität. Dann träumt Mahler etwas. Das: Die Aufrechtgeher stellen im Winter, der in Wyoming und New York ist, aber nicht da, wo der Bär den Schlaf sucht und klebt und nicht weiß warum, die Aufrechtgeher also stellen große Platten mit gefrorenem Wasser mitten in ihre Städte , schnallen ihren unschuldigen Kindern Eisenstäbe unter die Füße, schieben sie auf die gefrorenen Wasserplatten und trinken – die Herumschlitternden betrachtend – irgendein stinkendes rotes Zeugs aus stimmungsvoll witzich bemalten Porzellantöpflein. Dann glühen sie. Dann reißen sie sich gegenseitig die Kleider von den magersüchtigen oder fetten Wohlstandsleibern und legen sich in große Bottiche. In diesen Bottichen wabert dieselbe rote, süße, hirnauflösende Flüssigkeit. Konsenssoße. Die Welt ist schön und neu. Rot wird schwarz wird grün wird gelb und wieder rot und nichts und alles ist ein Brei und Hirne schlagen gegen…nein. Mahler glüht wie eine Kartoffel, die ein Sozialtourist auf einem abgeernteten Acker fand und sich briet. Schwarze Augen starren den Bären an. Er sticht sie nicht aus die schwarzen Augen aus der faulen(den) Kartoffel. Es gibt immer jemanden, der Hunger hat. Dort wo die Satten wohnen und wohlig klagen.
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